Archiv Andachten und Gottesdienste

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Hilferuf

Montag – 21.09.2020

Psalm 88,9-10; Ich liege gefangen und kann nicht heraus, mein Auge vergeht vor Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich.

Johannes 17,15: Jesus betet: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.

Psalm 88, aus dem unsere Losung stammt ist alles andere als ein Kuschelpsalm. Im Gegenteil. Es ist wohl der negativste Psalm überhaupt. Eine Verzweiflung, eine Klage jagt die nächste. In Vers 10 bündelt sich das alles. Ich kann nicht heraus aus all diesem Mist. Ich kann nur noch zu dir Gott rufen. Keine Lösung. Keine Befreiungsperspektive im ganzen Psalm. Schwer auszuhalten. Und doch der Versuch auszubrechen dadurch, dass Gott angerufen wird.

Herausgenommen aus alledem. Ja, das wäre toll. Aber auch in seinem Gebet für seine Anhänger bittet Jesus nicht darum, dass die Seinen herausgenommen werden aus allem, herausgenommen aus der Welt. Nein sie bleiben in der Welt. Aber eben dort sollen sie bewahrt werden. Das Böse in der Welt wird genauso wenig mit einem Mal weggenommen wie die Christen herausgenommen aus der Welt. Mittendrin geht Gott mit und bewahrt. So wie es Jesus erbeten hat.

 

Konfirmation-Festigung

Zunächst sind wir ausgesprochen dankbar, dass wir heute Konfirmation feiern konnten, anders als gewohnt, aber mit der Gruppe als ganzer Gruppe und im Bürgerpark. Keiner war krank und das Wetter passt. Danke, Gott!

Messnerinnen, Eltern, Posaunenchor und weitere Helfer sorgten für eine schöne Gestaltung, die Besinnung auf Christus als gutem Hirten für den inneren Impuls.

Die heutige Losung stellt uns in den Zusammenhang sinnvoller und nötiger Ordnungen, so wie es die Vorbereitung der Konfirmation in Blick auf Corona-Situation auch tat.

15. Sonntag nach Trinitatis – 20. September 2020

2. Mose 20,12: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Römer 15,7: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.

Ohne Ordnungen geht es nicht. Und nicht ohne Grund heißt es;: „Ehre, wem Ehre gebührt“. Das ist zunächst Gott, der hinter, über, durch, in.. allem wirkt. Er stellt uns hinein in das Miteinander. Das Miteinander der Familie, der Freundschaften, der Gemeinde. Dies Miteinander soll gepflegt und wichtig genommen werden, angefangen in der Familie. Angefangen bei den Eltern. Es tut gut, sich so einfache Orientierungen immer wieder vor Augen zu führen und einander aus der Hand Gottes zu nehmen, mit Gottes gütigen und gnädigen Augen zu sehen und Gott, der in Christus zu uns gekommen ist und unser guter Hirte sein will, die Ehre zu geben. Nicht nur am Konfirmationstag.

 

Mächtig und weise

Samstag – 19.09.2020

Hiob 9,4: Gott ist weise und mächtig; wer stellte sich ihm entgegen und blieb unversehrt?

Römer 12,16: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug.

Auf den ersten Eindruck kommt es an. Jedenfalls bei Bewerbungen, Begegnungen, Flirts. Auf den ersten Eindruck kommt es an? Unsere Verse für heute vermitteln mir auf den ersten Eindruck ein Kleinmachen und die Feststellung: Auf die eigene Klugheit kann ich nicht setzen. Ist das so? Ist das so gewollt in den Texten?

Schauen wir genauer hin. Hiob hat alles verloren, sitzt da. Ein Häuflein Elend. Seine Freunde kommen noch zu ihm. Wollen mit ihm schauen, was er denn falsch gemacht hat, dass es ihm so schlecht geht. Ein intensives Reden über Leid und Gottes Rolle dabei setzt ein. Hiob ist sich keiner Schuld bewusst und wünscht sich eigentlich nur noch, dass Gott ihn in Ruhe lässt. Dennoch stellt er fest: „Gott ist mächtig und weise.“ Damit gibt er allem eine Überschrift, die in aller Unübersichtlichkeit denn doch einen Rahmen setzt. Weisheit, Macht, Liebe Gottes lassen ihn zu den Menschen kommen. Sich klein machen. In Christus den Weg frei machen zum Miteinander mit Gott und untereinander.

Paulus setzt im schreibt im Römerbrief, im 12.Kapitel,wie die Antwort darauf aussehen kann:

9 Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. 10 Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. 11 Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. 12 Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. 13 Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. 14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und verflucht sie nicht. 15 Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. 16 Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug. 17 Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. 18 Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« 20 Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25,21-22). 21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Der erste Eindruck führt also auch mal in die Irre. Es geht um das Leben aus der Liebe Gottes und darum, Böses mit Gutem zu überwinden, weil Gott selbst sich in seiner Weisheit klein gemacht hat, in die Welt hinein geboren wurde und am Kreuz alles Böse getragen hat, den Tod erlitten hat. In der Auferstehung wird die Macht deutlich. Ja Gott ist weise und mächtig und Gott beugt sich herunter zu mir und zu dir. Dass ist mehr als meine Klugheit begreifen kann aber es ist genau die Botschaft, die mich leben lässt.

 

 

Gott hasst Unrecht

Freitag – 18.09.2020

Jesaja 61,8: Ich bin der HERR, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst.

1. Thessalonicher: 4,6: Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel. Denn der Herr straft dies alles.

Bei Geld, oder im Handel hört bekanntlich die Freundschaft auf. Der gerechte und barmherzige Gott hasst das Unrecht. So hören wir es von Jesaja. Der Zusammenhang überrascht:

„1 Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; 2 zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN und einen Tag der Rache unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden, 3 zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden »Bäume der Gerechtigkeit«, »Pflanzung des HERRN«, ihm zum Preise…“ Es wird dann weiter erzählt, wie es sein wird, wenn der Messias Gottes da ist, wenn Gottes Heil Wirklichkeit ist. Und dann fügt Jesaja gleichsam als Begründung an: „Denn ich bin der HERR, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst.“ Aus dem Freispruch, aus der Begnadigung, aus der Erlösung soll und wird Recht wachsen.

Im 1.Thessalonicherbrief wird dies aufgenommen. In der Beschreibung der Heiligung – dem also, was christliches Leben ausmacht – da wird neben Gemeinschaft, Liebe eben besonders auf die Ehrlichkeit und Gerechtigkeit verwiesen.. Leben und handeln, wie es Gott gefällt. Bemerkenswert, dass hier ausdrücklich darauf verwiesen wird, nicht einander beim Handel übers Ohr zu hauen. Gottes Gerechtigkeit und Gnade will alle Lebensbereiche erfassen und überall spürbar sein.

 

Gehalten

Donnerstag – 17.09.2020

Jesaja 41,13: Ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!

Matthäus 14,30-31: Als Petrus den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn.

Ganz handfest beschreibt unsere Losung, wie Gott für seine Menschen da ist. Die Hand fasst er. Und der spricht. Er vertreibt die Angst. In der Geschichte vom sinkenden Petrus wird das ganz deutlich sichtbar. Petrus schaut weg von Jesus, schaut in das Toben von Wind und Wellen und versinkt in Angst. Immerhin kann er noch schreien: „Herr, rette mich!“ Und Jesus greift ihn und zieht ihn aus den Wellen.

Wind, Wogen, Schrecken, Viren… Ich möchte es mir bewahren in aller Not schreien zu können: „Herr, hilft mir!“ und vertrauen auf Gottes helfende Hand. Und ich will zusehen, nicht zu oft mehr auf die Wogen des Lebens als auf den Geber und Bewahrer des Lebens zu schauen.

Jede/r von uns erlebt andere Wogen und Wellen als besonders bedrohlich. Die Schrecken sind vielfältig. Aber es ist einer der sagt: „Fürchte dich nicht, ich helfe dir!“ Ihm, Jesus Christus, will ich mich anvertrauen.

 

 

Offenherzig – reich

Mittwoch – 16.09.2020

Sprüche 3,9: Ehre den HERRN mit deinem Gut.

Lukas 6,35: Leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein.

Ein Sprichwort sagt: „Wessen das Herz voll, dessen fließt der Mund über.“ Sinngemäß lässt sich das auch auf den Umgang mit allen Gaben Gottes anwenden. Freude und Dankbarkeit loben den Geber, loben Gott. Muss sich jemand etwas von mir leihen, so Jesus in der Feldrede im Lukasevangelium, so ist kein rechnen angesagt, sondern einfach Hilfe und Offenheit. Mich überrascht, dass Jesus dann dennoch vom großen Lohn spricht. Dieser Lohn ist nicht weniger als alles, nämlich Gottes Kinder zu sein, leben mit Gott. Jesus spricht hier übrigens nicht vom Lohn im Himmel. Schon hier und jetzt wird das Leben reich.

Der Zusammenhang, aus dem unsere Losung für heute stammt, macht das sehr gut deutlich. Sprüche 3, 1-10:

„Mein Sohn, vergiss meine Weisung nicht, und dein Herz behalte meine Gebote, denn sie werden dir langes Leben bringen und gute Jahre und Frieden; Gnade und Treue sollen dich nicht verlassen. Hänge meine Gebote an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, so wirst du Freundlichkeit und Klugheit erlangen, die Gott und den Menschen gefallen. Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen. Das wird deinem Leibe heilsam sein und deine Gebeine erquicken. Ehre den HERRN mit deinem Gut und mit den Erstlingen all deines Einkommens, so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter von Wein überlaufen.“

 

 

Vater Abraham

Dienstag – 15.09.2020

1. Mose 12,4: Abram zog aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte.

Galater 3,7: Die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder.

Die Losung stellt uns Abraham vor Augen. Vater im Glauben. Voller Vertrauen geht er los. Verlässt sich auf Gott. Verlässt sich auf die Zusage Gottes: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. Es wird ein wechselvoller Weg, den Abraham geht. Auf dem Weg wird deutlich: Gott geht mit mit seinem Segen. Grund genug für Paulus, an Abraham zu zeigen, worauf es ankommt: Gottes Zusage, Angebot und Auftrag anzunehmen und damit zu leben. In Johannes 8 stellt Jesus sich gegen die Pharisäer, die Abraham und die Abrahamskindschaft für sich beanspruchen und stellt heraus, dass er es ist, auf dem Gottes Segen ruht.

Paulus knüpft an den Anspruch an, der in der Formulierung „Abrahams Kinder“ steckt. Auch er überlässt Abraham nicht den Verfechtern des Gesetzes. „Die aus dem Glauben sind...“ formuliert er und macht damit deutlich: Das ganze Sein kommt aus dem Glauben, dem Festmachen an Gott. Da geht es um mehr als für wahr halten. Da geht es um die ganze Existenz, die sich darauf gründet, an Gott festgemacht zu sein, mit Christus verbunden zu sein, seine Versöhnung am Kreuz als Neuanfang und Aufbruch für das eigene Leben in Anspruch zu nehmen. Ich wünsche mir, dass unsere Konfirmanden am Sonntag etwas davon spüren und merken: Es geht ums Ganze.

Abrahams Kind sein, das bedeutet für mich, von Gott gesegnet zu sein. Das bedeutet mit Gott unterwegs zu sein. Und es bedeutet auf ihn zu vertrauen und nach seinen Weisungen zu fragen.

Der Segen, der Lohn wird schon im Alten Testament mit Geborgenheit und Ewigkeit verbunden. Selig, wer in Abrahams Schoß sein darf. Jesus greift das in der Geschichte vom armen Lazarus auf.

Der Weg des Vertrauens auf Gott, der Weg unter seinem Segen führt in Abrahams Schoß, ins Leben mit und bei Gott. Damals wie heute. Schon unterwegs, hier und jetzt ist Gott da mit seinem Segen.

 

 

Lieder vom Leben

Montag – 14.09.2020

Jesaja 41,16: Du wirst fröhlich sein über den HERRN und wirst dich rühmen des Heiligen Israels.

Römer 5,11: Wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.

Freude bei den Empfängern, Ruhm und Ehre für den Geber der Gaben, so wird es hier auf den Punkt gebracht. In Jesaja 41 ebenso wie in Römer 5 geht es um den Frieden und das Leben, wie Gott es schenken und geben will. Zusammengefasst im Wort Versöhnung. Das Substantiv Versöhnung geht zurück auf versühnen. Ein Streit, ein Zerwürfnis wird überwunden, friedlich überwunden, weil Sühne, Genugtuung für das Unrecht erfolgt ist. Der Bruch des Bundes mit Gott durch den Menschen lastet auf dem Leben. Gott sühnt diesen Bruch durch das Sterben am Kreuz. Durch Jesus Christus können nun alle Versöhnung empfangen. Wer sie annimmt hat Frieden mit Gott und kann wieder fröhlich sein. Ruhm und Ehre dafür gehören allein Gott in Christus.

Die praktische Folgerung daraus sind die Lieder vom Leben, vom Lob Gottes, die wir singen zur Ehre Christi und als Ausdruck unserer Freude.

 

 

Erfahren und anwenden

14. Sonntag nach Trinitatis – 13.09.2020

Jeremia 32,17: Ach HERR, siehe, du hast Himmel und Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und es ist kein Ding vor dir unmöglich.

Matthäus 28,18-20: Jesus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Schon die Losung von Montag führte uns hinein ins Gebetsleben des Propheten Jeremia. Gefangen gesetzt vom König Zedekia stellt sich Jeremia hinein in das Handeln Gottes, dem er alles zutraut, dem er alles verdankt, dem alles das Leben verdankt und der Israel erwählt, bewahrt, begleitet, auch straft und erzieht. Ihm allein bleibt Jeremia treu uns sagt nur, was ihm Gott aufträgt, nicht was die Mächtigen hören wollen. Gott allein ist der Allmächtige.

Wir bekennen unseren Gott als Dreieinigen Gott. Deshalb sind unsere Sonntage zur Zeit benannt nach Trinitatis. Wir erleben Gott als Vater und darin als Grund und Ursprung alles Seins, wir erleben ihn als Sohn, Jesus Christus kommt uns ganz nah und lässt uns erfahren, dass Gott Liebe ist und deshalb gnädig und gerecht und wir erleben ihn als Heiligen Geist, als Kraft die durch und in uns wirken will mitten in dieser Welt.

Deshalb knüpft der Missions- und Taufbefehl Jesu so nahtlos an an Jeremias Besinnen auf und Festhalten an Gottes Taten und Möglichkeiten. Die Liebe, Macht und Kraft, die in Jesus so spürbar wurde, ist die Voraussetzung hinauszugehen und überall von Gott zu erzählen, zu lehren und die Menschen zu taufen, also hineinzustellen in ihre gottgewollte Gotteskindschaft und dann weiter zu lehren, nach Gottes Willen zu leben, zu leben, wie Jesus es gelehrt und vorgelebt hat.

Ich erkenne daran einen Dreischritt: 1. Gottes Taten, Macht, Liebe und Gnade erfahren. 2. Gottes geliebtes Kind sein. 3. Als Gottes Kind leben, lernen und Jesus weitersagen.

Für mich geht dabei das erste „lehren“ im Taufbefehl auf das Erzählen von Jesus, das zweite auf das Erklären und Anwenden des Erfahrenen.

Der Wochenspruch für die vierzehnte Trinitatiswoche benennt für mich dabei die Grundlage meines Lebens mit Gott, indem er mich erinnert an all das Gute, das er mir getan hat:

Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

 

 

Weise

Samstag – 12.09.2020

Psalm 24,1: Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.

Epheser 5,15: So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise.

Leben als Weise, nicht als Unweise. Das fordert uns zunächst einmal heraus, all unsere Erfahrungen, genauso wie all unser Wissen und Denken anzuwenden in unserem, Leben und Handeln. Klar! Ist doch vernünftig! Doch es geht um mehr als Vernunft. In der Bibel wird es immer wieder herausgestellt: Weisheit beginnt mit der Anerkennung Gottes, mit der Anerkennung Christi als Herrn. Es geht also los, mit dem was die Losung sagt: Die Erde ist des Herrn…

Hören wir auf den Zusammenhang im 24.Psalm:

„1 Ein Psalm Davids. Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. 2 Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet. 3 Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? 4 Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lüge und nicht schwört zum Trug: 5 der wird den Segen vom HERRN empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles. 6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs. Sela. 7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! 8 Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit. 9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! 10 Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR Zebaoth; er ist der König der Ehre.“

In meiner Lutherbibel trägt er die Überschrift „Einzug in das Heiligtum“. Da darf nur rein, wer unschuldige Hände hat und ein reines Herz. Mit Recht wendet das Adventslied „Macht hoch die Tür“ diesen Psalm auf Jesus Christus an. Er allein erfüllt diese Kriterien und er allein macht damit den Weg für uns zu Gott wieder frei. Weisheit beginnt mit dem Festmachen, dem Bekennen und dem Nachfolgen Jesu. Unsere Vernunft sollen wir dabei nicht beiseite lassen, sondern nutzen, in der Nachfolge zu wachsen und Frucht zu bringen. Dann wird übrigens auch aus der Zusammenordnung von Losung und Lehrtext ein passendes Paar Schuhe. Gottes Erde ist Gottes Erde. Wie unpassend ist es da, die Ressourcen auf dieser Erde schon nach einem guten halben Jahr verbraucht zu haben und ab da auf Kosten der nächsten Generationen zu leben. Gott ins Herz zu lassen, in mein Herz, das hat Konsequenzen. Achte darauf, wie du lebst. So wird es mir klar gesagt.

Meinen Zugang zu Gott finde ich allein in Christus. Habe ich diesen Zugang gewählt, gilt es auch danach zu leben. Das betrifft das Miteinander ebenso, wie die Verantwortung für den Umgang mit der anvertrauten Schöpfung. Es ist dabei wie beim Wandern oder Pilgern, den richtigen Weg finde ich, wenn ich dem ersten Wegweiser in die richtige Richtung folge. Weise leben, beginnt mit der Verbindung mit Christus. Auf dem Weg wachsen Erfahrungen und Orientierungen und schon auf dem Weg erfahre ich: Gott geht mit.

 

Ermutigung: Schreie, rufe, bete!

Freitag - 11.09.2020

Psalm 39,13: Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen.

Matthäus 15,25: Die kanaanäische Frau fiel vor Jesus nieder und sprach: Herr, hilf mir!

Zwei Menschen schreien zu Gott. Der eine, David in unserem Psalm, angesichts der erfahrung seiner Grenzen, seiner Schuld, seiner Vergänglichkeit, seiner Ohnmacht, die andere aus Angst um das Leben ihrer Tochter.

Beiden ist gemeinsam, dass sie zu Gott kommen mit ihrem Schreien und dass sie Hilfe erwarten. Sie sind sich sicher: Wir sind an der richtigen Adresse. Beide bitten um Gottes Eingreifen in diesem Leben hier auf Erden, das sie so begrenzt und bedroht erleben. In diesem vor oder hinter Gott sein mit dem Schreien, dem Beten, dem Bitten können sie Vorbilder und Identifikationsfiguren sein. Mitten in der Erfahrung von Begrenztheit, Leid, Not, Schuld, Vergänglichkeit, Bedrohung kann ich vor Gott weinen wie David und bitten: Gott schweige nicht zu meinen Tränen. Schon hier in diesem Leben erwarten David und die kanaanäische Frau Gottes Antwort.

Mich ermutigen beide zum Gebet.

 

Gottes Verbündete

Donnerstag – 10.09.2020

1. Mose 9,13: Gott sprach: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

Hebräer 6,18: So sollten wir einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung.

Gott verbündet sich mit der Erde und mit den Menschen. Der Regenbogen, Gottes Bogen ist Zeichen dieser Verbindung. Immer wieder kann er mich daran erinnern, dass nichts zwischen Gott und mir stehen muss. Der Hebräerbrief entfaltet auf der Folie der alttestamentlichen Vorstellungen vom Hohenpriester, dass Jesus als der eigentliche Hohepriester Garant und Erfüllung des Bundes Gottes mit den Menschen ist. Die angebotene Hoffnung ist, dass Jesus und ein für alle Mal ins Leben mit Gott führt. Die Spannung, dass Gott einerseits der ist, der diese Hoffnung in Christus wirkt und ist auf der einen Seite und die Herausforderung im Leben angemessen darauf zu antworten durchzieht den Brief und auch den späteren Umgang und die Auslegungen. Es bleibt eine Gratwanderung zwischen Gottes Gnade und menschlichen Werken. Für mich ist das tröstliche des Briefes, dass ich immer wieder und jederzeit Zuflucht suchen kann bei Christus. Auch mir gilt: Durch Christus will Gott mich hineinnehmen in seinen Bund, in die Gemeinschaft it ihm, in die Hoffnung auf das Leben mit ihm. In aller erlebten Schwachheit und Verstrickung darf ich daran festhalten: Christus ist auch mein Mittler ins Leben. Wenn das kein starker Trost ist und kein Ansporn als Verbündeter Gottes zu leben? Schön, dass Gottes Bogen immer wieder erinnert, dass Gott sich mit mir verbünden will.

 

 

Fest durch Gnade

Mittwoch – 09.09.2020

Jesaja 47,13-14: Es sollen hertreten und dir helfen die Sterngucker, die an jedem Neumond kundtun, was über dich kommen werde! Siehe, sie sind wie Stoppeln, die das Feuer verbrennt.

Hebräer 13,9: Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.

Eine klare Absage an alle Kaffeesatzleserei, an Horoskope, Esoterik und Lehren, die nicht Christus bzw. den Dreieinigen Gott als Herrn verkünden. In der alttestamentlichen Losung wird das festgemacht am Gericht über die Babylonier. Untergehen werden sie. Ihre Sterngucker nützen ihnen nichts, Wie Stoppeln werden sie verbrennen. Und tatsächlich: Das Babylonische Reich, so mächtig es schien, ging unter, wie Gott es ankündigen ließ.

Das zugeordnete Wort aus dem Hebräerbrief entwickelt dies weiter. „Lasst euch nicht von allerlei fremden Lehren umtreiben…“ Es gibt einen klaren Maßstab, welche Lehren gut tun. Für mich ist klar: Fremd sind die Lehren, die nicht auf Gott und seine Gnade in Christus aufbauen.

Im Leben ist es auch ein wenig wie mit Essen. Es gibt Dinge die tun gut und Dinge, die bekommen uns nicht. Gut, wenn das, was uns bekommt auch noch „köstlich“ ist, so wie das feste Herz.

Ein „festes“ Herz wächst aus Gnade, aus Glauben. Es darf nicht wachsweich sein; denn dann hat es keinerlei Widerstandskraft. Es darf aber auch nicht verhärten, dann wird es spröde und zerbricht leicht an Schicksalsschlägen oder durch die Schreckensmeldungen, die uns täglich erreichen. Ein festes Herz, mit dem wir in jeder Lage ruhig und voller Gottvertrauen durchs Leben gehen können; getragen von der Zuversicht, dass Gott es gut mit uns meint, im Vertrauen auf Christus, der beständig bleibt. Ein solches festes Herz kann ich mir nicht kaufen, ein bisschen mag mein Lernen helfen, letztlich aber ist es wirklich Gnade: gratis - ein großes, unverdientes Geschenk! Es tut gut, immer wieder sich zu besinnen auf das älteste Bekenntnis der Christen: „Jesus Christus, Gottes Sohn, unser Retter“. Das Vertrauen daraus, das Leben daraus macht das Herz fest und das tut gut odre mit den Worten des Hebräerbriefes: „ist ein köstlich Ding“.

 

 

Ehre des Namens Gottes= Gnade

Dienstag – 08.09.2020

Hesekiel 20,44: Ihr werdet erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich so an euch handle zur Ehre meines Namens und nicht nach euren bösen Wegen und verderblichen Taten.

Lukas 6,35: Er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

Die Ehre des Namens Gottes ist Gnade. So die einfache Gleichung von Hessekiel 20. Ein ganzes Kapitel lang schildert Hesekiel die Undankbarkeit und den Ungehorsam Israels. Hält dem Volk den Spiegel vor. Im Spiegel ist ein düsteres Bild zu sehen. Und dann am Ende dieser Vers, diese Zusage Gottes. Er handelt nicht nach unseren Taten, er handelt zu seiner Ehre und er handelt voller Gnade.

Das macht der zugeordnete neutestamentliche Text deutlich aus der Feldrede Jesu, von Lukas erzählt. Dort stellt Jesus die Früchte des Glaubens heraus. Das Leben im Glauben. Liebe, ja Feindesliebe steht dabei ganz oben. Zusammen mit Barmherzigkeit, mit dem freundlichen Blick auf den Menschen, ohne zu urteilen. Es heißt dort im Zusammenhang (Lutherübersetzung)

„27 Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde… 32 Und wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben, die ihnen Liebe erweisen. 33 Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Das tun die Sünder auch. 34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das Gleiche zurückbekommen. 35 Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. 37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. 38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen.“

Diese Gedanken waren damals eine Herausforderung und sind es auch heute noch. Aber ohne Gottes Gnade in Jesus Christus kann keiner zu Gott kommen. Auch das war damals so und ist es bis heute. Jesus mutet uns zu, in rechter Weise in den Spiegel zu schauen. Dabei sehen wir uns und unsere Fehler ebenso wie uns als Gotteskinder, als Geliebte und Beschenkte Gottes und als die, denen er zumutet auf diese Geschenke zu antworten mit einem neuen Maßstab: Statt Rache Liebe, Leben gönnen. Statt Ver- oder Beurteilen Barmherzigkeit zur Ehre des Namens Gottes.

Betend will ich Gott danken für seine Gnade und Gaben und bitten, um die Kraft, meine Mitmenschen zu sehen mit den barmherzigen Augen Gottes.

 

Gott sieht hin

Montag – 07.09.2020

Jeremia 32,19: Deine Augen stehen offen über allen Wegen der Menschenkinder.

1. Timotheus 4,10: Wir haben unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen.

Jeremia ist vom König Zedekia gefangen genommen worden. Seine Ankündigung des Gerichtes und der Niederlage gegen Chaldäer und Babylonier hatte den König verärgert. Jeremia aber blieb allein bei dem, was ihm Gott auftrug zu sagen. Er blieb bei der Ankündigung der Niederlage und er blieb dabei: Erst nach der Niederlage wird es einen Neuanfang geben. Keine Fortsetzung des ständigen Abwendens des Volkes von Gott sondern einen neuen Bund. Ein neues Miteinander von Gott und seinem Volk. Betend blickt der gefangene Jeremia zurück auf die Geschichte Gottes mit der Welt und seinem Volk. Gott ist der Schöpfer. Gott ist der Befreier aus Ägypten. Gott hat Israel zu Macht und Land verholfen. Das Volk Israel aber hielt sich nicht an die Weisungen Gottes, vergaß ihn immer wieder. Das Unheil das nun erlebt wird, deutet Jeremia als Folge dieses Vergessens und Ungehorsams. Dabei ist Gott doch einer, der seine Menschen nicht aus den Augen lässt und nicht fallen lässt oder mit den Worten unserer Losung: dessen Augen offen stehen über allen Wegen der Menschen.

Das Wort aus dem 1.Timotheusbrief passt sehr gut dazu. Hoffnung und Vertrauen allein für den lebendigen Gott! Er sorgt für alle Menschen. Und er sorgt besonders für die, sie an ihn glauben. Der junge Timotheus wird ermutigt, das Evangelium zu lehren und verkündigen. Der Zusammenhang beschreibt, wie dieses Zeugnis mit konsequentem Leben, Tun, Einüben zusammen gehört. Die Grundlage ist und bleibt aber, alle Hoffnung, alles Vertrauen auf Gott zu setzen. Der ist es, der alles gibt. Der ist der Heiland.

 

Segen

13. Sonntag nach Trinitatis – 6.September 2020

Psalm 121,7: Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

1. Thessalonicher 5,23: Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus.

Zwei Segenszusprüche aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Der erste aus einem Wallfahrtslied, gesungen, gebetet auf dem Weg zum Tempel Gottes. Der andere aus dem Schlussgruß des 1.Thessalonicherbriefes. Nach reichlich Ermahnungen folgt der Zuspruch: Gott wird Gelingen schenken. Es tut gut beide Zusammenhänge anzuschauen und zu durchdenken. Ich möchte dabei mit den Gedanken des 1.Thessalonicherbriefes beginnen. Es heißt dort am Briefschluß (1.Thess. 5, 12-28 Übersetzung Hoffnung für alle):

„12 Liebe Brüder und Schwestern! Wir bitten euch darum, all die anzuerkennen, die sich für euch einsetzen. Der Herr hat ihnen die Leitung eurer Gemeinde anvertraut, und sie bewahren euch vor falschen Wegen. 13 Für ihre Mühe sollt ihr sie lieben und sie besonders achten. Wichtig ist, dass ihr alle miteinander in Frieden lebt. 14 Außerdem, ihr Lieben, weist die zurecht, die ihr Leben nicht ordnen. Baut die Mutlosen auf, helft den Schwachen und bringt für jeden Menschen Geduld und Nachsicht auf. 15 Keiner von euch soll Böses mit Bösem vergelten; bemüht euch vielmehr darum, einander wie auch allen anderen Menschen Gutes zu tun. 16 Freut euch zu jeder Zeit! 17 Hört niemals auf zu beten. 18 Dankt Gott, ganz gleich wie eure Lebensumstände auch sein mögen. All das erwartet Gott von euch, und weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid, wird es euch auch möglich sein. 19 Lasst den Geist Gottes ungehindert wirken! 20 Wenn jemand unter euch in Gottes Auftrag prophetisch redet, dann geht damit nicht geringschätzig um. 21 Prüft jedoch alles und behaltet das Gute! 22 Das Böse aber – ganz gleich in welcher Form – sollt ihr meiden.

23 Möge Gott, von dem aller Friede kommt, euch helfen, ein Leben zu führen, das ihm in jeder Hinsicht gefällt. Er bewahre euch ganz und gar, damit ihr fehlerlos seid an Geist, Seele und Leib, wenn unser Herr Jesus Christus kommt. 24 Gott hat euch ja dazu auserwählt; er ist treu, und was er in euch begonnen hat, das bringt er auch ans Ziel. 25 Wir beten für euch. Betet auch ihr für uns, liebe Brüder und Schwestern, 26 und grüßt alle in der Gemeinde mit dem Friedenskuss. 27 Im Namen unseres Herrn bitte ich euch dringend, diesen Brief allen in der Gemeinde vorzulesen. 28 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch.“

Eine Fülle von Anregungen für ein lebendiges Miteinander in der Gemeinde (ähnlich wie im heutigen Predigttext in Apostelgeschichte 6). Eingebettet darin, dass Gott selbst es ist, der das Vollbringen wirkt. Ganz zentral dabei: Füreinander beten und einander segnen. Daraus wächst die Freude, zu der in Vers 16 aufgefordert wird. Diese Freude am Segen Gottes besingt der 121.Psalm. Es lohnt ihn ganz zu beten, singen und durchdenken. Er ist in der Lutherübersetzung überschrieben: „Der treue Menschenhüter“. Es tut gut, die Bilder, in denen dort über Gottes Tun und Wesen gesungen wird, wirken zu lassen:

„1 Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? 2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. 3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. 4 Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. 5 Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, 6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. 7 Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. 8 Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!“

 

 

 

 

Reich, denn Gott sieht hin

Samstag – 05.09.2020

Jesaja 25,4: HERR, du bist der Armen Schutz gewesen in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten.

Offenbarung 2,8-9: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut.

Im Sendschreiben an die Gemeinde in Smyrna (heute Izmir) wendet sich Jesus direkt an die verfolgten Christen in Smyrna. Im Sendschreiben kein Tadel an der Gemeinde – stattdessen Verheißung des Lebens. Auch das bekannte Wort: „Sei getreu bis in den Tod, so wirst du die Krone des Lebens empfangen.“ stammt aus diesem Sendschreiben aus dem 2.Kapitel der Offenbarung. Die Gemeinde an die er gerichtet ist, leidet unter den vielen Götzenkulten, den Versuchen durchzusetzen, dass der römische Kaiser angebetet wird und auch unter jüdischen Beamten, von denen die Christen als Abtrünnige abgelehnt und verfolgt werden. Jesus – niemand anders ist mit der Erste und der Letzte gemeint – Gott in Jesus also kennt die Not, die Bedrängnis der Christen dort. Er weiß darum, dass die Verfolgung sie auch materiell arm macht. Du bist reich. So wird es der Gemeinde zugesagt. Ihr seid reich – nicht ihr werdet reich. Ihr habt euren Glauben. Ihr werdet alles überwinden.

Dies passt sehr gut zur Beschreibung der Zusagen Gottes und des Handelns Gottes in Jesaja 25. Im Zusammenhang heißt es dort:

„HERR, du bist mein Gott! Ich lobe dich und preise deinen Namen, denn du vollbringst wunderbare Taten. Was du vor langer Zeit beschlossen hast, das hast du in großer Treue ausgeführt. Die mächtige Stadt – in einen Schutthaufen hast du sie verwandelt! Ihre unbezwingbaren Mauern hast du in Trümmer gelegt und die Paläste der fremden Herrscher zerstört. Die Stadt ist dem Erdboden gleichgemacht, und sie wird nie wieder aufgebaut. Darum ehren dich nun mächtige Völker; in den Städten der Welteroberer wirst du gefürchtet. Die Armen und Schwachen finden Zuflucht bei dir; dort sind sie sicher in Zeiten der Not. Du gibst ihnen Schutz wie ein Dach im Wolkenbruch, wie kühler Schatten in der Mittagshitze. Das Wüten der Gewalttäter gleicht dem Gewitterregen, der an die Mauern prasselt, es ist so unbarmherzig wie die Sonne, die in der Wüste vom Himmel brennt. Doch du bringst ihren Lärm zum Schweigen. Du dämpfst ihr Siegesgeschrei wie eine Wolke die Sonnenhitze.“ (Übersetzung: Hoffnung für alle)

Gott ist größer als alle Mächtigen dieser Welt. Und er ist parteiisch und treu. Er steht auf der Seite der Armen und Bedrängten. Er segnet und schützt, die zu ihm gehören.

Das gilt auch dir und mir. Und es rückt die Maßstäbe zurecht. Mächtige sind Mächtige auf Zeit aber Jesus, Gott ist derselbe durch alle Zeiten. Zugewandt und helfend. Auch jetzt will ich darauf vertrauen.

 

 

Fülle

Freitag – 04.09.2020

4. Mose 6,24: Der HERR segne dich und behüte dich.

Johannes 1,16: Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.

Die Worte der Losung klingen vertraut. Es sind die Anfangsworte unseres Segens am Ende des Gottesdienstes: „Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.“

Segen, Gnade, Frieden werden da zugesprochen. Wenn man es recht bedenkt, die Fülle all dessen, was wir brauchen zum Leben.

Der neutestamentliche Vers aus dem Beginn des Johannesevangeliums beantwortet, woher diese Fülle kommt. „Von seiner Fülle…“ heißt es dort. Und gemeint ist Jesus. Gott selbst. Das Fleisch gewordene Wort Gottes. Schon bei der Erschaffung der Welt eins mit Gott und in diese Welt gekommen, damit wir Gnade haben können.Das griechische charis, das hier für Gnade steht kann verschieden übersetzt werden ins Deutsche: Gefälligkeit, Gnade, Geschenk und Gabe, aber auch mit Wohlwollen oder Gunst, die dem Menschen – gratis – entgegengebracht wird.

Von seiner Fülle teilt er aus und dürfen wir nehmen: Die Gaben und Begabungen ebenso wie die Vergebung. Gott will uns nicht klein machen oder zerbrechen. Gott will uns aufbauen, beschenken, begnadigen und begaben, dass wir aus seiner Fülle leben. Das ist Segen. Und Christus ist die Fülle aus der solcher Segen fließt.

 

 

Freundlichkeit – Lebensfreude

Donnerstag – 03.09.2020

Sprüche 12,25: Sorge im Herzen bedrückt den Menschen; aber ein freundliches Wort erfreut ihn.

Epheser 4,32: Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Erste Eindrücke und Einfälle:

Kein Platz für Misanthropen (einer, der Menschen ablehnt bzw. hasst)!

Der Spruch schaut auf den einzelnen Menschen, das Wort aus dem Epheserbrief auf das christliche Miteinander.

Ich denke spontan an das Motto des kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

Ich schaue genauer auf den Spruch. Ja Sorge macht klein. Sorge bedrückt. Ja Sorge führt auch manchmal zum Einigeln. Dagegen steht das freundliche Wort. Aber wessen Wort? Will der Spruch uns ermutigen auch in aller Sorge freundlich zu bleiben zu den Mitmenschen, damit freundliche Worte erfreuen können? Im Text (auch in der direkten Umgebung) bleibt diese Frage offen. Also versuche ich die Perspektive des Menschen einzunehmen, von dem dort die Rede ist. Ersetze ich Sorge durch Trauer, dann erinnere ich sehr genau, wie mich Trauer eingeschnürt hat, bedrückt hat, klein gemacht, handlungsunfähig, klein, abgeschottet, kurz bedrückt. Nur wenige Worte drangen durch zu mir. Geholfen durch die Trauer hindurch hat mit die freundliche Einladung der Freunde zum Essen. Das ganz alltägliche freundlich gegrüßt werden, das mir zeigte, gesehen zu werden. In der Trauer wie in Sorgen helfen weder Sprüche noch Ratschläge, sondern das freundliche: „Ich sehe dich (gern).“ Unsere Losung erinnert an die Offenheit für solche Freundlichkeit und daran, dass Freude, ja Lebensfreude zum Leben gehört.

Im Epheserbrief wird dies unter der Überschrift „Weisungen für das neue Leben“ betrachtet. Die genannten Weisungen laufen zu auf unseren Vers von der Freundlichkeit untereinander. Es heißt dort (Epheser 4, 25-32 – Lutherübersetzung):

„Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen und gebt nicht Raum dem Teufel. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören. Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“

Da ist es wieder in der Herzlichkeit: das Sehen mit dem Herzen. Es geht um das getröstete Herz, das Herz, das Gottes Vergebung angenommen und erlebt hat. Es geht um das Herz, in dem Christus und seine Vergebung, seine Liebe, seine Zuwendung Platz haben. Wo die Bitte des Kindergebetes „soll niemand drin wohnen alles Jesus allein“ in unserem Herzen wahr wird, da wachsen diese Früchte der Freundlichkeit, Herzlichkeit, Wahrhaftigkeit, Liebe und Lebensfreude.

 

 

Lobet Gott!

Mittwoch – 02.09.2020

Psalm 148,3.5: Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne! Denn er gebot, da wurden sie geschaffen.

Offenbarung 4,11: Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.

Der Tenor unserer Verse ist klar: Gott steht als Schöpfer, Erhalter und ordnende Hand hinter allem Leben, ja hinter allem, was gemacht ist. Soweit klar. Denken wir weiter, was das eigentlich bedeutet für die eigene Sicht der Dinge. Schicksal, Glück ja sogar Freude sind nicht anonym, sondern stehen in direktem Zusammenhang mit Gott. Der Dank, das Loben, also lieb oder gut sagen (wie der Duden loben erklärt) gelten Gott. Der unserer Losung zugeordnete neutestamentliche Vers stellt besonders heraus, dass Gott die Ehre, das Lob, der Ruhm zustehen. Sein Wille, sein Ordnen, sein Tun steckt hinter aller Schöpfung.

Im Zusammenhang des Psalms wird das in den Versen 4-6 deutlich: „Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel und ihr Wasser über dem Himmel! Die sollen loben den Namen des HERRN; denn er gebot, da wurden sie geschaffen. Er lässt sie bestehen für immer und ewig; er gab eine Ordnung, die dürfen sie nicht überschreiten.“ In der Ordnung unserer Welt, in der Ordnung des Kosmos wird Gott gelobt. Er hat alles geordnet und geschaffen. Das Naturgesetz der Massenanziehung sorgt dafür, dass Planeten und die Erde auf ihren Bahnen bleiben. Naturgesetze sorgen für den Fortbestand des Lebens. Nicht hinter allem erschließt sich uns der Sinn. Dass mich im Sommer Mücken nerven, verstehe ich nicht als etwas, woran ich mich freuen kann und wofür ich lobe. Ebenso wenig, dass durch Covid19 derzeit das ganze Leben verändert wird. Dennoch gilt: Das Loben Gottes in und durch die Schöpfung geschieht, wo geschieht, was der Ordnung entspricht. Also wo das Geschaffene seinen Zweck erfüllt. Ein Licht, das nicht leuchtet, ist wenig sinnvoll. Ebenso sinnlos ist ein Geschöpf, das den Schöpfer nicht lobt.

Nimm dir jeden Tag ein wenig Zeit über dein Loben Gottes nachzudenken.

 

 

 

Jesus Christus - Zeichen Gottes in der Welt

Dienstag – 01.09.2020

Jesaja 11,10: Es wird geschehen zu der Zeit, dass die Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker.

Markus 1,10-11: Als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.

Jesus ist das Zeichen Gottes in dieser Welt. Das Zeichen für alle Völker. Jesaja kündigt an, dass es so geschehen wird. Er sagt voraus, dass aus dem kleinen, immer wieder auch ungehorsamen aber dennoch von Gott erwähltem Volk Israel das Zeichen seiner Gnade und Liebe allen sichtbar werden wird. Unser Glaube gründet auf dem Wissen: Jesus ist dieses Zeichen Gottes.

Markus beschreibt nun Jesus, sein Wirken, sein Leben, seine Botschaft in ganz eigener prägnanter Weise. Etwas verkürzt gesagt: Markus erzählt eine Leidensgeschichte Jesu mit Vorwort. Der Inhalt des Evangeliums wird sehr klar umrissen: Jesus trägt die menschliche Schuld ans Kreuz. Jesus lebt und verkündet die Gnade Gottes. Jesus ist unser Retter, stirbt und wird auferweckt. Der Weg zum Leben ist wieder offen. Schuld und Tod sind besiegt.

Unser neutestamentliches Wort gehört nun in den Anfang dessen, was Markus beschreibt. Da tritt Johannes der Täufer auf und dann wird Jesus getauft. Gerade mal 9 Verse braucht Markus, um zu unserem heutigen Vers zu kommen. Die Worte, die Gott da spricht, sind die Worte der jüdischen Adoptionsformel. „Du bist mein Sohn…“ Ohne Wenn und Aber. Aus unser Sicht heute geschieht da ja etwas an dem alle drei der Dreieinigkeit beteiligt sind: Der Vater spricht durch den Heiligen Geist zum Sohn. Die Menschen damals haben wohl eher staunend die Taube und die Worte wahrgenommen. Wir heute dürfen wissen: Gott, der Vater, hat „Ja“ gesagt zu Jesus. Wir dürfen das Markusevangelium lesen als Bericht, Beschreibung, Geschichte das Zeichens Gottes für die Völker. Wir dürfen erfahren und glauben, was Paulus im Monatsspruch so zusammenfasst: „Ja, Gott war es, der in Christus, die Welt mit sich selbst versöhnt hat.“ (2.Korinther 5,19)

 

 

Allein Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist

Montag – 31.08.2020

Psalm 100,3: Erkennet, dass der HERR Gott ist!

Apostelgeschichte 17,27-28: Er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Erschreckend wie begeistert und verbissen Menschen, Reichsflaggen bis an die Tür des Bundestages getragen haben. Was für ein reich, was für einen Herrn wünschen sich diese Menschen? Erfrischend anders klingt da der Psalm 100:

„Ein Psalm zum Dankopfer. Jauchzet dem HERRN, alle Welt! Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! Erkennet, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, / zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen! Denn der HERR ist freundlich, / und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.“

Paulus greift das auf in Athen, als sie ihn angreifen, weil er von Gott redet. Er knüpft an an das Bildnis des unbekannten Gottes und bekennt den Dreieinigen Gott als diesen unbekannten Gott und Schöpfer und Herrn der Welt. Allein in Gott haben wir unser leben. Er ist Ursprung und Ziel. Gelingendes Leben ist Leben mit ihm.

Mehr noch: Diese Gott ist kein ferner Beobachter. Kein teilnahmsloser Zuschauer. Dieser Gott ist nah. Kommt ganz nah in Jesus Christus. Jesus ist auferstanden. Durch ihn werden auch wir auferstehen. Das war unglaublich für die Athener. Kein endgültiger Tod, keine dauerhafte Unterwelt. Einige wenige nahmen an, was Paulus predigte und kamen zum Glauben. Sie dürften wissen, wie wir heute: „In Christus leben, weben und sind wir.“

 

 

 

Frieden und Freude

12. Sonntag nach Trinitatis – 30.08.2020

Jesaja 32,17: Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Frucht des Rechtes Sicherheit auf ewig.

Römer 14,17: Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.

Frieden ist biblisch ebenso schillernd wie Gerechtigkeit. Alt- wie neutestamentlich sprechen beide Begriffe Innerstes wie Äußeres an. Werk oder Wirkung der Gerechtigkeit, die getan und gelebt wird, sind innerer und äußerer Frieden. Dabei schenkt Gottes Gerechtigkeit, die Gnade und Zuwendung in Jesus also, zunächst einmal, dass wir Frieden haben in uns selbst. Nichts kann mehr anklagen. Jesus hat alles weggetragen ans bzw. am Kreuz. Ich kann neu leben und aus dem Geist Gottes heraus gerecht leben. Also: Ich kann so leben, wie es mir und meinen Mitmenschen entspricht, so, dass alle Beziehungen in Ordnung sind, auch die zu Gott. Reich Gottes und Gerechtigkeit schon hier rund jetzt werden nicht erlebt und gelebt im Schlaraffenland, denn auf solche Vorstellung zielt Essen und Trinken ab, sondern ist die Freude, mit uns selbst, mit den Mitmenschen und mit Gott im Reinen zu sein. Wir können dann ruhen in Gott und uns selbst, Freude erleben und für andere da sein. So erleben wir Frieden als Schalom im umfassenden Sinn von Segen, Wohlergehen und Sicherheit. Eine Freude aus der Leben in Gerechtigkeit und Frieden wächst. Unsere Losung aus Jesaja beinhaltet dabei den Aspekt, dass diese Freude und dieser Friede jetzt beginnen und ewig sein werden also bis ins Leben im Neuen Himmel und der neuen Erde hinein wirken. „Gott selbst wird bei uns wohnen...und es wird kein Leid mehr sein…“ (Offenbarung 21)