Gedanken und Anregungen zu Losung und Lehrtext von Pfarrer Norbert Preibusch

 

Gott dienen statt sich Gottes bedienen zu wollen

 

Losung und Lehrtext – Samstag – 06.06.2020

 

Daniel 3,33: Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für.

 

Hebräer 12,28: Weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen.

 

 

 

Fangen wir mit dem Nachdenken ein mal hinten an. Beim Ziel und dabei, was angesichts dieses Zieles zu tun ist. Gott will uns ewiges Leben in seiner Nähe schenken. Das ist das unerschütterliche Reich. Die Antwort auf dieses Geschenk, ist dankbar sein und Gott dienen. Der Hebräerbrief handelt von dieser Spannung zwischen dem Ewigen, das noch nicht da ist aber schon angebrochen hat und dem Hier und Jetzt, wo Glaube auch Anfechtung, Kampf, Gehorsam, Erziehung bedeutet.Luther mochte den Hebräerbrief nicht besonders, weil er so sehr die Gefahr beinhaltet, wir könnten oder müssten uns Gottes Liebe verdienen. Doch Gott bleibt immer der Gebende. Er ist und bleibt der Herr. Aber in Jesus Christus hat er seine Gnade in die Welt gegeben und eingeladen aus dieser Gnade heraus zu leben. Dankbar und gehorsam. Eben das führt der Hebräerbrief aus. Er spart auch nicht mit Warnungen, dass wir in Ungehorsam, Undank, Lieblosigkeit, Ungerechtigkeit das Leben verspielen werden, dass Gott uns schenken will.

 

Halten wir also fest: Gott gibt uns Anteil an seinem Reich und wir sind dankbar und dienen ihm.

 

Soweit so gut. Nun ist dem unsere Losung vorangestellt aus dem Buch Daniel. Nebudkanezer herrscht als König. Er lässt ein großes Bild (wohl von sich machen) und jeder soll es anbeten. Nun weigern sich drei jüdische Männer und sagen: Wir beten allein unseren Gott an und niemanden sonst. Der König bestraft sie hart. Lässt sie in einen Feuerofen werfen, wo sie verbrennen sollen. Aber sie verbrennen nicht. Obwohl er seinen überheblichen Wahn nicht verliert, erkennt Nebudkanezer die Macht Gottes. Überdeutlich sind Gottes Zeichen. Er spricht es aus. Er will sich der Macht dieses Gottes bedienen und ordnet an, dass künftig dieser Gott angebetet werden soll. Nebudkanezer wird die Erfahrung machen, dass man sich nicht Gottes bedienen kann, sondern dass es Gott ist, dem zu dienen ist. Mir kommt dabei das Bild eines Präsidenten in den Sinn, das in den letzten Tagen durch die Nachrichten ging. Er hält die Bibel in der Hand und posiert damit vor einer Kirche. Hinein ging er nicht. Aufgeschlagen hat er die Bibel auch nicht. Wohl weil er dann erfahren hätte, dass seine Aufgabe ist, für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten statt Demonstranten für einen Fototermin auseinandertreiben zu lassen. Offensichtlich zeitlos diese Versuche, sich bei Gott zu bedienen, statt ihm zu dienen.

 

Es gibt in der Tat eine unerschütterliche Ordnung, die sich in der Dreieinigkeit Gottes widerspiegelt: Gott, der Vater ist Schöpfer und Herr, Christus, der Sohn ist unser Retter, der Heilige Geist leitet uns zu Dankbarkeit, Lob, und Dienst.

 

In der Anerkennung dieser Ordnung kann das Leben gelingen.

 

 

 

 

 

Gott ist nah – auch und gerade in Schwachheit

 

Losung und Lehrtext – Freitag – 5.Juni 2020

 

Psalm 42,4: Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?

 

2. Korinther 12,9: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.

 

 

 

Die Bibel leugnet nicht die dunklen Seiten des Lebens. Schwachheit, Erfahrung der Gottferne, ja Trauer eben über diese Ferne und Verborgenheit Gottes gehören zum Leben des Menschen, der glaubt. Im Epheserbrief wird es zusammengefasst in der Zusage Jesu: Meine Gnade reicht. Sie bringt es gut zuende, auch wenn du nichts als Schwachheit spürst. Die Schwachheit muss nicht erst überwunden werden, damit Gott wirken kann. Im Gegenteil. Wo ich meine Schwachheit akzeptiere, ist Spielraum für Gottes Handeln und Segnen. Am Sonntag thematisiert der Predigttext das Segenshandeln Gottes mit dem aaronitischen Segen, den wie allsonntäglich aus den Gottesdiensten mitnehmen: „Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.“

 

Ich kann also Leben in der Gewissheit, die Christus uns zuspricht: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“

 

Gott ist meine Stärke

Losung und Lehrtext – Donnerstag – 04.06.2020

 

1. Samuel 17,45: David sprach zu Goliat: Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth.

 

Epheser 6,14-15; So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens.

 

 

 

Da begegnen sich zwei, die ihrer Sache sicher sind: auf der eine Seite Goliath, der groß gewachsene Ritter, bewaffnet und gerüstet, auf der anderen Seite David, im Hirtengewand, mit Hirtentasche, Stein und Schleuder, voller Gottvertrauen und daraus resultierender Siegessicherheit.

 

Diese beiden begegnen sich und David sagt dem Starken, Mächtigen, wohl gerüsteten Goliat: Du hast keine Chance, aller Waffengewalt zum Trotz. Mein Gott ist stärker. Und tatsächlich: Goliat fällt. Die Philister werden zurückgetrieben von den Israeliten. Gott ist der Sieger. David ist sein erwähltes Werkzeug, die bewaffnete Übermacht zu besiegen.

 

Auch im Neuen Testament stehen Menschen Gottes einer Übermacht gegenüber. Im Zusammenhang heißt es im Epheserbrief im 6.Kapitel:

 

10 Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. 11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. 12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. 13 Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt. 14 So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit 15 und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens. 16 Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, 17 und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 18 Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen 19 und für mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu verkündigen, 20 dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss.

 

Der Gegner: Die Herren der Welt, das Böse, der Teufel, Mächte und Gewalten, eine Übermacht der Gegner Gottes.

 

Die Kraft: Gott selbst. Stärke im Herrn. Eine wahre Waffenrüstung. Sie setzt sich zusammen aus Wahrheit und Gerechtigkeit, aus Geistesgegenwart und Gebet, aus Glauben und Beharrlichkeit, aus Segen und Wort Gottes, aus Wachsamkeit und Gebet.

 

Das Ziel: Leben, Christus weitersagen, Gemeinschaft der Christen, in Gottes Reich ankommen, durch alle Anfeindung hindurch, Frieden.

 

Gott baut uns keinen Bunker, in dem wir uns verkriechen können. Aber Gott stattet uns aus, dass wir bestehen können in der Welt. Dazu helfen Glaube, Gebet, Gerechtigkeit, Wahrheit, und nicht zuletzt geistesgegenwärtiges Denken und Tun. Da entsteht ein Bild, das ganz anders ist, als das Leben in einer Hängematte. Das Leben im Glauben will offensichtlich gelebt sein, aktiv, zuversichtlich, mutig, freudig, betend auf der einen Seite und ebenso angefochten wie bewahrt auf der anderen Seite. Getragen von der Gewissheit: Gott ist meine Stärke.

 

Freude

 

Losung und Lehrtext - Dienstag – 02.06.2020

 

1. Samuel 2,1 Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN.

 

1. Petrus 1,8: Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude.

 

 

 

Unsere alttestamentliche Losung stammt aus dem Loblied der Hanna, Mutter des Samuel, der als Gottes Beauftragter Saul zum König salben wird. Dem Loblied im Tempel geht ein schwieriger Weg voraus. Hanna bleibt lange kinderlos. Sie erlebt sich nutzlos und niedergemacht. Sie klagt Gott ihr Leid. Sie bittet und ringt mit Gott. Verspricht, dass ein Kind Gott gehören wird. Und tatsächlich nimmt Gott sie beim Wort. Sie wird schwanger. Als das Kind nicht mehr gestillt wird bringt sie es zum Tempel, übergibt es dem Priester Eli zur Ausbildung und lobt Gott. Sie hat ihre Würde, ihren Himmel auf Erden gefunden und lobt Gott für seine Nähe und sein Tun. Und dies, obwohl sie sich nun ja von dem so lang ersehnten Kind wieder trennen muss.

 

Auch im neutestamentlichen Vers geht es um Freude in schwieriger Situation. Der 1.Petrusbrief richtet sich an eine Gemeinde in der Verfolgung und Bedrängnis, innerlich wie äußerlich. Äußerlich durch Verfolgung und Anfeindung, innerlich, weil die Wiederkunft Jesu auf sich warten lässt. Die Angeschriebenen sind nach Jesu Tod zum Glauben gekommen, haben ihn nicht von Angesicht zu Angesicht erleben können, haben den Glauben an ihn angenommen und damit auch die Erwartung übernommen, dass Jesus noch zu Lebzeiten wieder kommen wird und endgültig das Reich Gottes anbricht. Unser Vers ordnet ein wenig die Zeiten in dieser Situation:

 

Da ist der Blick auf die Vergangenheit mit der Feststellung, dass sie Jesus nicht gesehen haben aber doch zum Glauben gekommen sind und – damit wird zur Gegenwart übergeleitet - Jesus lieben, obwohl sie ihn nicht sehen können, dies bewirkt nicht erst in der Zukunft unaussprechliche Freude, trotz allem was auf sie einstürmt.

 

Und für uns heute? Auch wir müssen uns zurechtfinden in den Zeiten. Im Schon - Jetzt und Noch – Nicht der Nähe Gottes. Auch wir leben wie die Adressaten des 1.Petrusbriefes zwischen Himmelfahrt Jesu und Wiederkunft Jesu. D.h. Der neue Himmel, die neue Erde, in der wir in unmittelbarer Nähe Gottes leben, ist noch nicht und dennoch ist Gott in seinem Geist, in seinem Handeln nah. Das Reich Gottes bricht dort schon an, wo wir Gottes Nähe spüren und annehmen und in unserem Tun antworten mit Lob, mit liebevollem Handeln, mit Eintreten für Gerechtigkeit. Die unaussprechliche Freude bricht an, wo solches Handeln und Loben beginnt.

 

So kann ich einstimmen in den Lobgesang der Hanna: Mein herz ist fröhlich in dem Herrn.

 

 

 

Christusbekenner

Losung und Lehrtext – Pfingstmontag - 01.06.2020

 

Jesaja 44,8: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich’s dich nicht schon lange hören lassen und es dir verkündigt? Ihr seid doch meine Zeugen!

 

Matthäus 10,27: Was euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern.

 

 

 

Gott allein ist Gott. Und der sagt: Ich bin euer Gott, ihr seid mir wichtig. Verspielt das nicht durch Götzen, die ihr euch macht. Im Zusammenhang heißt es in Jesaja 44:

 

6 So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR Zebaoth: Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott. 7 Und wer ist mir gleich? Er rufe und verkünde es und tue es mir dar! Wer hat vorzeiten kundgetan das Künftige? Sie sollen uns verkündigen, was kommen wird! 8 Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich's dich nicht schon lange hören lassen und es dir verkündigt? Ihr seid doch meine Zeugen! Ist auch ein Gott außer mir? Es ist kein Fels, ich weiß ja keinen. 9 Die Götzenmacher sind alle nichtig; woran ihr Herz hängt, das ist nichts nütze. Und ihre Zeugen sehen nichts, merken auch nichts, damit sie zuschanden werden. 10 Wer sind sie, die einen Gott machen und einen Götzen gießen, der nichts nütze ist? 11 Siehe, alle ihre Genossen werden zuschanden; die Meister sind auch nur Menschen. Wenn sie auch alle zusammentreten, sollen sie dennoch erschrecken und zuschanden werden.

 

Zeugen Gottes sollen wir sein. Christusbekenner. So macht es der neutestamentliche Zusammenhang in Matthäus 10 deutlich:

 

27 Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern. 28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet viel mehr den, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. 29 Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. 30 Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. 31 Darum fürchtet euch nicht; ihr seid kostbarer als viele Sperlinge. 32 Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel. 33 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel.

 

 

 

 

Vor Gottes Geist sind alle gleich

Losung und Lehrtext – Pfingstsonntag – 31.05.2020

 

Jesaja 5,8: Wehe denen, die ein Haus zum andern bringen und einen Acker an den andern rücken, bis kein Raum mehr da ist und ihr allein das Land besitzt!

 

1. Korinther 12,13: Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.

 

 

 

Gottes Geist macht keine Unterschiede. Jede bzw. jeder ist wichtig, gleich wichtig. Das wird im Zusammenhang des 1.Korintherbriefes überdeutlich. Alle gehören zusammen, egal aus welchem Volk, aus welchem Milieu. Egal wie arm oder reich oder welcher Schulbildung. Die Beziehung zu Gott, in der Taufe gegründet, fügt alle Christen zusammen zu einem Leib und in allen wirkt Gottes Geist.

 

Das bewahrt vor eben der Überheblichkeit, vor der Jesaja warnt. U.a. in unserem Losungsvers. Er eröffnet in Jesaja 5 eine Aneinanderreihung von Weherufen. Scharf warnt der Profet vor Selbstüberschätzung, Selbstherrlichkeit, Großmannssucht, Habgier, Unmäßigkeit und manchem mehr. Der erste Weheruf macht deutlich: Es kommt darauf an, Gott und den Mitmenschen noch Platz zu lassen. Nicht alles zuzubauen, mit dem, was einer sich selbst erdenkt und in seiner Gier anhäuft. Damit kann man zwar das Land allein besitzen, aber das ist eben kein Leben. Leben ist mehr. Leben braucht die Beziehung. Das ist seit je her in der Bibel klar. Da ist das Entscheidende am Tod die Beziehungslosigkeit, die Unmöglichkeit von Beziehung. Leben hört dort auf, wo die Bezogenheit auf Gott und Mitmenschen aufhört.

 

Der Geist Gottes will uns Kraft und Anleitung geben, gerade diese Beziehungen zu leben und gestalten.

 

 

 unbestechlich

Losung und Lehrtext – Samstag – 30.05.2020

 

4. Mose 22,18: Bileam sprach: Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch nicht übertreten das Wort des HERRN.

 

2. Korinther 2,17: Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen; sondern wie man aus Lauterkeit und aus Gott redet, so reden wir vor Gott in Christus.

 

 

 

Auf den ersten Blick klar und eindeutig: Das Wort Gottes, das Reden von Gott ist nicht käuflich.

 

So klar, so wahr, so richtig. Aber längst nicht alles hinter diesen beiden Bibelversen. Die Zusammenhänge machen deutlich, um wie viel mehr es geht. Um Segen oder Fluch. Um Leben oder Tod. Um Wohlgeruch oder Verwesungsgeruch.

 

Bileam ist eine recht schillernde Profetengestalt, deren Eselin mehr sieht und versteht als er. Angeworben von den Moabitern soll er die Israeliten verfluchen. Er lehnt zunächst ab. Selbst unvorstellbare Reichtümer könnten ihn nicht umstimmen. Er könne nur tun und sagen, was Gott in Auftrag gibt. Im Laufe des Geschehens zieht er dann doch mit den Moabitern los. Ein Bote Gottes stellt sich in den Weg, zunächst unsichtbar für Bileam aber doch erkennbar für seine Eselin. Es lohnt, die ganze Geschichte in 4.Mose 22 nachzulesen. Schließlich spricht Bileam tatsächlich über Israel Segensworte, statt des angeforderten Fluches aus.

 

Deutlich wird: Segen und Leben sind allein in Gottes Hand und tatsächlich nicht käuflich.

 

Zugeordnet ist ein Wort des Paulus an die Gemeinde in Korinth. Er hat Streit mit der Gemeinde. Seine Autorität wird angezweifelt, ja seine Wahrhaftigkeit. Er schreibt den 2.Korintherbrief. Zunächst dankt er Gott für Trost und Begleitung, sowohl für sich, als auch für die Gemeinde. Er schildert Bedrängnisse und Ärgernisse und führt aus, dass er vorerst nicht nach Korinth kommen wird, um die Auseinandersetzungen nicht noch anzuheizen. Es geht unter anderem um den Vorwurf der Korinther er sei nicht wahrhaftig. Ein Gemeindeglied in Korinth scheint sich besonders hervor getan zu haben in den Auseinandersetzungen und wurde wohl von den anderen angefeindet. Paulus sagt: Ich vergebe ihm, was ich zu vergeben habe. Wichtig bleibt der Siegeszug des Evangeliums, also das Weitersagen Christi. Er schließt diesen Blick auf die Auseinandersetzung ab mit unserem heutigen neutestamentlichen Vers:

 

Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen; sondern wie man aus Lauterkeit und aus Gott redet, so reden wir vor Gott in Christus.

 

Paulus stellt damit heraus, dass allein um das Reden und Weitersagen des Wortes Gottes und um Jesus Christus als Retter geht.

 

Spannend wie er zwei Verse zuvor die christliche Gemeinde als Wohlgeruch bezeichnet, die, die verloren gehen, weil sie Christus nicht als Retter annehmen aber als Verwesungsgeruch bezeichnet.

 

Das gab ein heftiges Gespräch bei uns über gerade diesen Gedanken des Geruches. Viele Menschen sprechen vom Verwesungsgeruch um Kirchen herum, weil dort der Friedhof ist, die Leichen irgendwie gegenwärtig, das Leben fern. So mancher meidet deshalb Kirchen und Kirchplätze, ja sogar Gottesdienste. Klar ist: Wir können ohne über das Leben nicht wirklich reden ohne das Reden über den Tod und Jesu Sieg darüber. Gerade darin liegt das unbestechliche Reden von Gott und Christus. Bei ihm sind Segen, Leben und Wohlgeruch. Fern oder ohne ihn Fluch, Tod und Verwesungsgeruch.

 

In der vermeintlich unbedeutenden Auseinandersetzung um persönliche Befindlichkeiten geht es also um das Ganze, nämlich um leben und Tod. Erst mit dem Reden über Jesu Sieg über den Tod bekommt das Reden vom Leben mit Gott Sinn und Gewicht.

 

Unser Leben als einzelne und als Gemeinde soll Segen, Leben und Wohlgeruch verbreiten. Dazu passt es nicht, zuerst auf den eigenen Vorteil zus chauen. Ich muss zuerst auf Christus und Gott schauen, so gilt dann tatsächlich, was Bileam so vollmundig ausspricht:

 

„so könnte ich doch nicht übertreten das Wort des HERRN.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Preisen unsere Worte Gott?

Losung und Lehrtext – Freitag - 29.05.2020

 

Psalm 35,28: Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.

 

Lukas 24,52-53: Die Jünger kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

 

Wohin? Dies war gestern die Frage. Wohin im Elend und wohin geht das Leben. Ganz ähnlich die Situation für die Jünger in unserem neutestamentlichen Text. Jesus ist in den Himmel aufgefahren. Die Jünger bleiben zurück mit ihrem Auftrag Jesus weiter zu sagen und der Verheißung, den Geist Gottes zu empfangen. Pfingsten steht noch bevor. Wohin also? Und woher die Freude?

 

Sie wissen Jesus lebt. Jesus ist bei Gott und Jesus ist für sie da. Sie wissen: Jesus nimmt uns wichtig und wir haben einen Auftrag. Von ihm. Wir sollen Gottes Zeugen sein.

 

In der Freude darüber gehen sie zu Gott, in den Tempel konkret, beten und loben Gott.

 

Genauso geschieht, was in der Losung gefordert wird. Sie stammt übrigens aus einem Psalm, in dem es darum geht, dass einer von bösen Feinden bedroht und verfolgt wird und er sich an Gott wendet um Hilfe. Die Bitten schließen mit eben diesem Vers:

 

Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.

 

Wie viele Worte machen wir an jedem Tag? Wie viele preisen Gott?

 

 

Gehe hin! - Hin?

Losung und Lehrtext – Donnerstag – 28.05.2020

 

Psalm 25,16: Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend.

 

Johannes 5,7-8: Der Kranke antwortete Jesus: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!

 

Zwei klagen ihr Leid. In der alttestamentlichen Losung ruft David in seiner Not zu Gott. Er weiß nicht weiter. Ist bedrängt und von fast allen verlassen. Einsam fühlt er sich. Am Boden. Er weiß auch um eigene Fehler und sieht die einzige Rettung bei Gott und dessen Gnade. Liest man den gesamten Psalm wird deutlich, wie sehr David die Lösung seiner Probleme in der Hinwendung zu Gott sieht, in der Gottesfurcht. Nicht als Angst vor Gott gedacht, sondern als Respekt, der alles von Gott erwartet. So kann David zum Vorbild als Beter werden.

 

Im neutestamentlichen Vers hat Jesus einen Menschen, der schon 38 Jahre krank ist und am Teich Bethesda liegt, gefragt, warum er dort noch immer liegt. Er klagt seine Not. Immer kommt ihm jemand zuvor. Jesus sagt ihm: „Steh auf nimm dein Bett und geh hin.“ Er traut und mutet dem Mann zu los zu gehen. Wohin eigentlich?

 

Gerade bei vertrauten Geschichten, wie dieser Heilung überliest man gern einzelne Worte. Gehe hin. Was heißt hier hin? Ganz oft kommen diese Worte „gehe hin“ vor in der Bibel. Und immer geht es darum aufzubrechen, los zu gehen. Fast immer bliebe der Sinnzusammenhang erhalten, wenn wir statt „gehe hin“ lesen würden: „trau dich mit Gott zu leben“.

 

Jesus und der Geheilte werden sich im Tempel, im Haus Gottes wieder begegnen. Möglicherweise brauchte der Geheilte das Gespräch mit Gott, so wie David im Psalm. Vielleicht musste er sich erst einmal zurechtfinden in der neuen Situation. Vieles war bis zu dieser zweiten Begegnung mit Jesus geschehen. Er konnte gehen. Er war angefeindet worden, weil er am Sabbat seine Matte getragen hat. Die Mächtigen Juden hatten noch mehr Zorn auf Jesus und trachteten danach ihn umzubringen. Jesus selbst betet und lehrt im Tempel. Sein zweites Gespräch mit dem früher Gelähmten lässt sich als Warnung oder Erinnerung lesen, an Gott, an der Gottesfurcht fest zu halten, um neues, möglicherweise größeres Leid zu vermeiden.

 

Und ich? Wo bin ich in diesen Geschichten? Einsam, elend, bedrängt wie David? Dennoch aber auf Gott bezogen und voller Erwartung an ihn? Oder eher der Gelähmte, der Jesu Aufforderung braucht: Steh auf! Brauche ich es, wie er, aufgefordert zu werden zu leben? Für beide liegt die Quelle des Lebens bei Gott, im Gespräch mit ihm, darin von Gott gerufen und aufgefordert zu sein und vor allem darin Gott zu suchen, seinen Willen erfahren und ihm folgen zu wollen. Mit einem alten religiösen Wort kurz „Gottesfurcht“. Davids wechselvolle Geschichte mit Gott können wir in der Bibel nachlesen, vom geheilten Gelähmten erfahren wir nicht, wie sein neues Leben aussah. Wir erfahren nur den Anfang: Die Aufforderung Jesu: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!“ - Oder eben: Brich auf ins Leben, das Gott für dich bereit hat.

 

 

 

 

 

 

 

Vollendung

 

Losung und Lehrtext – Mittwoch - 27.05.2020

 

Psalm 138,8: Der HERR wird’s vollenden um meinetwillen.

 

Philipper 1,6: Paulus schreibt: Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.

 

 

 

Was ist Vollendung? Beide Verse sprechen von Vollendung. Ich verbinden damit zu ende bringen, vervollständigen, ein Ziel erreichen. Vollendung im Zusammenhang mit Gott erinnert mich zum einen an die Schöpfung, wie sie uns in der Bibel beschrieben wird: Gott vollendet dort sein Tun und ruht dann. Mir fallen im eigenen Leben eher Situationen ein, wo Dinge nicht abgeschlossen, nicht fertig, nicht am Ziel sind. Viele kennen aus dem eigenen Haushalt das Gefühl: Da werde ich nie fertig. Beide Bibelverse gehen davon aus, dass Gott die Dinge fertig bringt.

 

In Psalm 138 lobt David Gott für sein Tun und schließt mit dem Vertrauen: „der Herr wird meine Sache hinausführen.“ So übersetzt Luther unseren Losungsvers. Da wo Davids Kräfte und Zeit nicht reichen, da wo er scheitert, wird Gott alles vollenden. „Um meinetwillen“ in der Übersetzung des Losungsverses ist ein wenig missverständlich. Es geht nicht darum, dass David auf irgendetwas stolz wäre, sondern das Gott ihm zum Gute, ihm zum Nutzen handelt. Gott wirkt, was David tuen und erreichen kann und Gott führt es auch weiter und zu ende. An anderen Stelle hatten wir dies mit dem Gedanken, dass Gott wollen und vollbringen bewirkt.

 

Ganz ähnlich Paulus: Er lobt am Briefbeginn an die Philipper Gottes Wirken in der gemeinde in Philippi und verbindet dies mit der Zuversicht, dass Gott die begonnene Gemeinschaft, das wachsende Leben mit Christus bewahren und fortführen wird bis zum endgültigen Ziel, dem Leben mit und bei Gott „am Tag Christi Jesu“, also wenn Jesus wiederkommt und wir in uneingeschränkter Nähe zu Gott leben, für immer.

 

 Klug

 

Losung und Lehrtext – Dienstag - 26.05.2020

 

Psalm 14,2: Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.

 

Römer 12,2: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

 

Auf den Maßstab kommt es an! Ist einer 2,14 m groß hängt der Basketballkorb nicht sehr hoch, ist er nur 1,60 m groß hängt er (zu) hoch. Will ich irgendwo besonders schnell hin, werde ich ein anderes Verkehrsmittel wählen, als wenn es eine besonders schöner Weg werden soll.

 

Klugheit hat damit zu tun, den richtigen Maßstab anzulegen. In Psalm 14 wird klar gestellt: Gottes Maßstab, ob einer klug ist, orientiert sich dran, ob er nach Gott fragt und Gottes Willen. Wie so oft in den Texten der letzten Wochen geht es um die richtige Adresse und die richtige Orientierung.

 

Paulus präzisiert das im neutestamentlichen Text: Beim Fragen nach Gottes Willen finde ich das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene. Dazu braucht es einen neuen Sinn, unabhängig vom Mainstream dieser Welt, allein orientiert auf Gott.

 

 

 

 

 

 

Gespräch mit Gott

Losung und Lehrtext – Montag – 25.05.2020

 

Psalm 5,4: HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken.

 

Epheser 6,18: Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen.

 

Aus den Texten der letzten Wochen und Sonntage ist uns manches über das Gebet bekannt. Der Adressat ist klar. Gott! Zu ihm reden wir und erwarten von ihm Antwort. Es ist gut, den Tag mit dem Gespräch mit Gott zu beginnen, so wird es aus der Losung deutlich. Darüber hinaus kommt es auf Beharrlichkeit und Ehrlichkeit an. Das macht der neutestamentliche Vers deutlich. Ebenso, dass es nicht allein um mich, sondern um die Gemeinschaft geht. Der Psalm 5 ist eine Orientierung über das Beten. Es tut gut Psalm 5 im Zusammenhang zu bedenken:

 

Ein Psalm Davids, vorzusingen, zum Flötenspiel. HERR, höre meine Worte, merke auf mein Seufzen! Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will zu dir beten. HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken.

 

Denn du bist nicht ein Gott, dem Frevel gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen Übeltätern. Du vernichtest die Lügner; dem HERRN sind ein Gräuel die Blutgierigen und Falschen.

 

Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht. HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg!

 

Denn in ihrem Munde ist nichts Verlässliches; ihr Inneres ist Bosheit. Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen heucheln sie. Sprich sie schuldig, Gott, dass sie zu Fall kommen durch ihr Vorhaben. Stoße sie aus um ihrer vielen Übertretungen willen; denn sie sind widerspenstig gegen dich.

 

Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie. Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! Denn du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

 

 

 

 

Segen oder Fluch

Losung und Lehrtext – Samstag - 23.05.2020

 

5. Mose 11,26-28: Mose sprach: Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete; den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des HERRN, eures Gottes.

 

Kolosser 3,24-25: Dient dem Herrn Christus! Denn wer unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person.

 

 

 

„Ändert ja doch nichts, was ich tue.“ „Alles egal!“ „Alles easy!“ Solche Gedanken und Sprüche sind uns vertraut. Dennoch liegen sie völlig daneben. Es ist alles andere als egal, was ich tue oder wie ich lebe. Segen oder Fluch hängen daran. Mit den neuen tafeln der 10 Gebote gibt Gott dem Mose ganz klar mit: Der Bund zwischen Gott und Menschen ist nicht nur Gottes Selbstverpflichtung für euch da zu sein wie ein guter Vater, sondern beinhaltet auch eure Verpflichtung zum gehorsamen Tun. Wir reden viel in der Kirche von Gottes Vergebung, seiner Liebe und Fürsorge. Wir reden seltener davon, dass auf unserer menschlichen Seite auch entsprechendes Tun dazu gehört. Gott bietet uns seinen Segen, seine Nähe, seine Vergebung an, aber er wirft sie nicht hinterher. Es geht um gegenseitige Verbindlichkeit.

 

Nun ist auch vom Fluch die Rede in der Losung. Falsches Tun hat Folgen. Folgen die lange Nachwirkungen haben können. Es geht dann eben lange in die falsche Richtung.

 

Die richtige Richtung ist die, mit Gott zu leben. Von ihm allen Urteil und Segen über das eigene Tun zu erwarten. Es gibt vieles am gelingen oder Scheitern, was wir nicht erklären können. Mancher sucht deshalb bei Wunder wirkenden Steinen oder Essenzen oder in esoterischen Ratgebern. Falsche Adresse! Gott will uns führen. Manchmal verstehen wir nicht, was er gerade will oder tut. Verstehen nicht warum wir gerade durch Schwierigkeiten müssen oder das Gefühl haben, die Lasten werden immer mehr. Die Hinwendung zu Gott, das Gebet um seine Hilfe und seinen Segen können helfen. Die Losung stellt uns vor Augen: Du kannst wählen zwischen Segen und Fluch.

 

Familie und Gemeinschaft ist zuweilen alles andere als leicht.

 

 

 

Losung und Lehrtext – Freitag - 22.05.2020

 

Jeremia 31,20: Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der HERR.

 

Lukas 15,20: Als der Sohn noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

 

 

 

Die Losung entstammt demselben Kapitel des Propheten Jeremia, wie der Predigttext für den kommenden Sonntag. Gott verheißt seinen neuen Bund und seinen Geist. Zuvor wird die Geschichte, die er mit seinem Volk durchlebt und durchleidet geschildert. Der Rückgriff im Losungsvers auf Ephraim weist weit zurück auf den Enkel Jakobs, Josefs jüngeren Sohn Ephraim. Dieser wird seinem großen Bruder vorgezogen, aus ihm wird ein einflussreicher Stamm, aus dem unter anderem Josua hervorgehen wird, der das Volk ins gelobte Land führt.

 

Wie das oft mit Söhnen ist: Sie machen nicht immer, was Väter sich wünschen. So auch Ephraim und auch der Stamm Ephraim. Immer wieder gibt es Handlungen gegen Gottes Willen. Immer wieder erbarmt sich Gott. Schließlich wird in der Katastrophe der babylonischen Gefangenschaft der Stamm Ephraim aufgerieben. Aber Gott steht zu seinen Menschen und seiner Zusage und will für sein Volk und dessen Stämme da sein.Schweren Herzens muss Gott für die Seinen sorgen, so bezeugt es die Losung.

 

Dazu ist ein Vers aus Jesu Gleichnis vom verlorenen Sohn gesetzt. Der aufmüpfige jüngere Sohn kehrt gescheitert zurück. Der Vater erkennt ihn von fern und läuft ihm freudig entgegen. Wieder erbarmt sich Gott, der Vater über den Ungehorsamen. Ein echtes Ärgernis für den daheim beim Vater gebliebenen treuen Sohn. Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit verlangen dem gesetzlich und gehorsam zurück gebliebenen viel ab. Er soll sich mitfreuen.

 

Klar soll unsere erste Identifikation mit dem begnadigten Sohn sein, dennoch mischen sich immer wieder auch Gedanken an die älteren, vermeintlich zu kurz gekommen Söhne hinein.

 

Ist aber nicht so, dass wir alle die Gnade und Barmherzigkeit Gottes brauchen?

 

 

 

 

Liebe - wahrhaftig - im Himmel und auf Erden

Losung und Lehrtext - Donnerstag – 21.05.2020 - Christi Himmelfahrt

 

Psalm 97,10: Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge!

 

Epheser 4,15: Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.

 

 

 

Klare Ansagen! Gott lieben, das hat Folgen. Das Arge oder Böse hat keinen Platz. Ja es wird sogar gehasst.

 

Heute ist Himmelfahrt. Jesus ist nicht mehr greifbar auf Erden. Die Gemeinde muss erwachsen werden. Dazu gehört Glaubwürdigkeit. Der Auftrag ist ja klar. Jesus weitersagen, bis er wieder kommt. Seine Liebe bezeugen.

 

 

 

Sehr schön ist das im Gesangbuchlied (251) „Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh“ zusammengefasst. Nikolaus Ludwig von Zinzendorf dichtet:

 

Liebe, hast du es geboten, dass man Liebe üben soll,

 

o, so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll.

 

Zünde an die Liebesflamme, dass ein jeder sehen kann:

 

Wir, als die von einem Stamme; stehen auch für einen Mann.

 

 

 

Singt, malt, denkt weiter...

 

 

 

Der Gerechte erkennt die Sache der Armen

Losung und Lehrtext - Mittwoch - 20.05.2020

 

Sprüche 29,7: Der Gerechte erkennt die Sache der Armen.

 

Hebräer 6,10: Gott ist nicht ungerecht, dass er vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient.

 

 

 

Im Hebräerbrief wird deutlich: Gott sieht, wie wir füreinander und insbesondere für Arme und Schwache sorgen. Ja es ist geradezu Kennzeichen der Gerechtigkeit, wie mit ihnen umgegangen wird. Nicht Geld oder Besitz, nicht Ansehen oder Bildung zählen, sondern die Fürsorge.

 

„Der Gerechte erkennt die Sache der Armen“ heißt es in der Losung. Und so lässt sich der Satz gut so fortsetzen: „und er nimmt sich seiner an“. Wir werden erinnert daran, was Jesus über das Weltgericht sagt: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan.“

 

Die Maßstäbe der Gerechtigkeit Gottes also sind andere als die des Rechtes des Stärkeren.

 

 

 

 

 

Losung und Lehrtext – Dienstag - 19.05.2020

 

Hesekiel 33,11: So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben?

 

Lukas 19,8: Zachäus aber trat herzu und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.

 

 

 

Kurz gesagt: Umkehr ist Hinwendung zum leben und hat Konsequenzen. Wer umkehrt lebt anders, lebt neu. Schauen wir auf den Zusammenhang beim Propheten Hesekiel (in der Übersetzung Hoffnung für alle, Hesekiel 33, 10-20):

 

10 »Du Mensch, sprich zu den Israeliten: Ihr klagt: ›Unsere Schuld lastet schwer auf uns, wegen unserer Sünden siechen wir dahin. Wie sollen wir jetzt noch weiterleben?‹ 11 Doch ich, Gott, der HERR, schwöre, so wahr ich lebe: Mir macht es keine Freude, wenn ein Gottloser sterben muss. Nein, ich freue mich, wenn er von seinen falschen Wegen umkehrt und am Leben bleibt. Kehrt um, verlasst die alten Wege! Warum wollt ihr sterben, ihr Israeliten? 12 Weiter sollst du, Mensch, den Leuten aus deinem Volk sagen: Wenn jemand stets getan hat, was in meinen Augen gut und richtig ist, sich aber dann von mir abwendet, so nützt ihm seine frühere Rechtschaffenheit nichts – sie wird ihm nicht das Leben retten. Und wenn ein Mensch, der von mir nie etwas wissen wollte, von seinen falschen Wegen umkehrt, so wird er nicht durch sie zu Fall kommen. 13 Wenn jemand mir gehorcht und ich ihm Leben verheiße, dann soll er sich also nicht in falscher Sicherheit wiegen und meinen, dass er nun ungestraft Böses tun kann. Wenn er sich dem Unrecht zuwendet, dann soll alles Gute, was er bisher getan hat, vor mir nichts mehr gelten. Weil er Schuld auf sich geladen hat, wird er sterben. 14 Anders ist es jedoch, wenn ich einem Menschen, der mich verachtet, den Tod androhe, und er sich von seinen Sünden abwendet. Wenn er von da an das Rechte tut, 15 seinem Schuldner das Pfand zurückgibt, erstattet, was er gestohlen hat, und kein Unrecht mehr begeht, sondern die Gebote befolgt, die zum Leben führen – dann muss er nicht sterben. 16 Die Schuld, die er früher auf sich geladen hat, rechne ich ihm nicht mehr an. Weil er nun für Recht und Gerechtigkeit eintritt, wird er am Leben bleiben. 17 Ihr Israeliten aber sagt: ›Was der Herr tut, ist nicht gerecht!‹ Dabei seid ihr es, die Unrecht begehen! 18 Wenn ein rechtschaffener Mensch nichts mehr von mir wissen will und Unrecht tut, dann muss er wegen seiner Schuld sterben. 19 Wenn aber ein Mensch, der mich verachtet hat, sich von seinem gottlosen Leben abwendet und von nun an für Recht und Gerechtigkeit eintritt, dann rettet er sein Leben. 20 Und da behauptet ihr Israeliten: ›Der Herr handelt nicht gerecht!‹ Verlasst euch darauf: Wenn ich mit euch ins Gericht gehe, ihr vom Volk Israel, dann spreche ich jedem Einzelnen das Urteil, das er verdient hat.«

 

Zachäus, von dem wir im neutestamentlichen Vers hören, setzt genau das um. Er kehrt um, teilt, wendet sich neu Gott und den Menschen zu und findet so Leben.

 

Gottes Gerechtigkeit ist geprägt von Verlässlichkeit und Barmherzigkeit, von Liebe und Gnade, aber nicht zuletzt auch von Klarheit. Keine billige Gnade, sie kostet Jesus Christus das Leben. Keine billige Gnade, sie erwartet unsere Antwort und neues anderes Leben.

 

Zachäus hat es vorgemacht, was das in seinem Leben bedeutete. Umkehr hat Folgen.

 

Welche Konsequenzen hat das Leben mit Gott bei mir?

 

 

 

 

 

 

Gottes guter Geist und Lehrmeister

Losung und Lehrtext - Montag - 18.05.2020

 

Nehemia 9,20: HERR, du gabst unsern Vätern deinen guten Geist, sie zu unterweisen.

 

Johannes 14,26: Jesus spricht: Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

 

 

 

Die alttestamentliche Losung aus dem Buch Nehemia führt uns direkt zu einem feiernden, nachdenklichen Volk. Menschen sind zurück aus der babylonischen Gefangenschaft. Endlich kann wieder das Laubhüttenfest gefeiert werden. Eine Woche wurde gefeiert. Dann kam eine Fasten- und Bußzeit. Es wird erinnert und benannt, wie das Volk von Gott bewahrt wurde, obwohl es immer wieder gegen seinen Willen verstieß. Im Zusammenhang heißt es dort:

 

16 Aber unsere Väter wurden stolz und halsstarrig, sodass sie deinen Geboten nicht gehorchten, 17 und weigerten sich zu hören und gedachten auch nicht an deine Wunder, die du an ihnen tatest, sondern sie wurden halsstarrig und setzten sich in den Kopf, zu ihrer Knechtschaft in Ägypten zurückzukehren. Aber du bist ein Gott, der vergibt, gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und verließest sie nicht. 18 Und obwohl sie ein gegossenes Kalb machten und sprachen: »Das ist dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat«, und große Lästerungen taten, 19 verließest du sie nicht in der Wüste nach deiner großen Barmherzigkeit, und die Wolkensäule wich nicht von ihnen am Tage, um sie auf dem Wege zu führen, noch die Feuersäule des Nachts, um ihnen zu leuchten auf dem Wege, den sie zogen. 20 Und du gabst ihnen deinen guten Geist, sie zu unterweisen, und dein Manna versagtest du nicht ihrem Munde und gabst ihnen Wasser, als sie dürstete. 21 Vierzig Jahre versorgtest du sie in der Wüste, sodass ihnen nichts mangelte.

 

Immer wieder muss Gott seine Menschen wieder neu zu sich ziehen.

 

Ein Werkzeug dazu wird hier genannt: Der Geist Gottes. Immer wieder gibt er ihn in Menschen hinein als Lebenswillen, Orientierung, Mut und Kraft zur Liebe. Der Geist Gottes ist – so klingt es deutlich durch die Worte aus Nehemia 9 hindurch – ein guter Lehrmeister.

 

Jesus verspricht seinen Jüngern beim Abschied, dass sie diesen Lehrmeister und Tröster bekommen. Gott selbst will im Heiligen Geist wirksam sein in seinen Menschen. Trösten wird dieser lehrmeister und erinnern an Jesus und seine Worte. So können wir getrost den Weg mit Gott gehen – nicht allein sondern mit seinem Geist.

 

 

 

 Dankbar von Gott geleitet

Losung und Lehrtext – 17.05.2020 - 5. Sonntag nach Ostern – Rogate (Betet!)

 

1. Könige 8,58: Der HERR, unser Gott, neige unser Herz zu ihm, dass wir wandeln in allen seinen Wegen.

 

Kolosser 2,6-7 : Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.

 

 

 

Gut, genau zu lesen.

 

Nicht wir neigen unser Herz zu Gott, sondern Gott neigt unser Herz zu sich, lenkt also unser Wollen und Tun. So können wir auf seinen Wegen gehen.

 

Im Kolosserbrief wird dies zugespitzt auf das Leben als Christus. Haben wir Jesus angenommen, sollen wir auch entsprechend leben. Die Bindung an Jesus ist der feste Grund dabei. Fest im Glauben fragen wir naxch Gott und seinen Willen und werden so gelehrt und können leben voller Dankbarkeit

 

 

Losung und Lehrtext für Samstag - 16.05.2020

 

Jesaja 51,6: Der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich.

 

Lukas 21,33: Jesus spricht: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

 

 

 

Was hat Bestand? Was trägt? Was kommt?

 

So wie unser Leben ist auch die Zeit der Erde und des Himmels endlich. Aber es ist uns ewiglich Gottes Heil verheißen. Nach dieser Erde, nach diesem Himmel, nach dem Leben ist nicht Nichts! Da ist Gottes Heil. Gottes Reich oder wie wir es auch nennen „Ewiges Leben“.

 

Die Worte von diesem leben und wie wir hinein kommen können, werden nicht vergehen. Jesus selbst steht dafür ein. Wir haben in den Tagesversen der letzten Wochen viel erfahren über die Kraft des Gebetes und Vertrauens, über die Bedeutung der festen Bindung an Gott und sein Wort und über die Orientierung und Hilfe, die Gott damit geben will.

 

Gut, dass auch in unsicheren Zeiten Gottes Zusagen und Weisungen tragen können. Wir können darauf vertrauen: Seine Worte vergehen nicht.

 

 

 

 

 

Schreien

Losung und Lehrtext von Freitag - 15.05.2020

 

5. Mose 26,7: Der HERR erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not.

 

Lukas 18,7: Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten?

 

Unsere alttestamentliche Losung stammt aus der Beschreibung des Bundes Gottes mit den Menschen. Die zusagen Gottes, die Erfahrungen seines Volkes mit ihm und die Regeln für sein Volk werden zusammenfassend dargestellt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Lob für Gottes Tun, ob Hilfe oder Bewahrung, ob Bestrafung oder Orientierung. Gott öffnet Wege zum Leben auch in Elend, Angst und Not. Gott lässt also kräftiges Schreien nicht unbeantwortet.

 

Jesus nimmt das auf in seinem Gespräch mit den Schriftgelehrten über das Reich Gottes und das Leben darin. Am Gleichnis von der Witwe und dem Richter macht er deutlich:

 

Ebenso, wie wir selbst schreien, sollten wir auch ermutigt sein, andere schreiend zu Wort kommen zu lassen. Sie ermutigen, für ihre Rechte zu kämpfen und dafür eine Stimme zu haben. Nicht die Stimmen unterdrücken, die laut werden. Laute Stimmen haben wohl immer etwas mit Schmerz zu tun. Im Neuen Testament sind wir dazu aufgefordert, andere zu Wort kommen zu lassen.

 

Gerade, wenn sie etwas gegen uns haben. Zum Beispiel wie diese Witwe, die mit dem Richter im Clinch lag. Der Richter schnitt ihr nicht einfach das Wort ab, sondern gab nach.

 

Es geht ums Argumentieren und um Stimme zu finden. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Christ nicht selbstbezogen oder wohlgefällig mit sich selbst ist, sondern sich ( im Rückblick auf das Volk Israel in seinem Bund mit Gott ) als Häuflein empfindet, was Gott aufgelesen und wiederhergestellt hat.

 

In dieser Demutshaltung sind wir befreit die Stimme selbst zu erheben zu Gott und mit all unsern Klagen unserem Leid zu ihm zu kommen. Und wir sind befreit, anderen eine Stimme zu geben und ihnen das zu gewähren, was sie gegen uns vorzubringen haben. Schlimmeres würde passieren, wenn wir ihnen Einhalt gebieten und ihre Stimme in Verteidigungshaltung ertränken würden, noch bevor sie ebenfalls alles aus sich herausschreien dürfen.

 

So wie sich Gott alles anhört, was wir zu sagen und zu klagen haben, dürfen wir befreit sein, dies bei unseren Mitmenschen zu tun. Dazu gehört die befreiende Demut, die wir von Gott als Krone unserer Geisteshaltung verliehen bekommen haben.

 

 

 

 

 

Losung und Lehrtext für Mittwoch - 13.05.2020

 

1. Könige 8,39: Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.

 

2. Thessalonicher 2,16-17: Unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.

 

 

 

Am Sonntag hatten wir im Predigttext von der Einweihung des Tempels in Jerusalem gehört. Salomo hatte ihn gebaut und nun zog sozusagen Gott ein. Salomo selbst betet und predigt dabei. Unser Losungsvers ist aus dieser Predigt Salomos. Gestern in der Losung hatten wir seine Bitte um Gerechtigkeit und Verstand, heute nun haben wir einen Vers daraus, was er seinem Volk sagt über Gottes Willen, Gottes Güte, Gottes Tun. Ganz deutlich sagt er: Es ist nicht egal, wie ihr zu Gott steht. Es ist nicht egal, ob ihr ihn achtet, von ihm etwas erwartet, ihm gehorcht. Aber Gott ist da und sieht dein Herz. Der Zusammenhang im 1.Könige 8:

 

37 Wenn eine Hungersnot oder Pest oder Dürre oder Getreidebrand oder Heuschrecken oder Raupen im Lande sein werden oder sein Feind im Lande seine Städte belagert oder irgendeine Plage oder Krankheit da ist – 38 wer dann bittet und fleht, es sei jeder Mensch oder dein ganzes Volk Israel, die da ihre Plage spüren, jeder in seinem Herzen, und breiten ihre Hände aus zu diesem Hause, 39 so wollest du hören im Himmel, an dem Ort, wo du wohnst, und gnädig sein und schaffen, dass du jedem gibst, wie er gewandelt ist, wie du sein Herz erkennst – denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder –, 40 auf dass sie dich fürchten allezeit, solange sie in dem Lande leben, das du unsern Vätern gegeben hast.

 

Im zweiten Thessalonicherbrief wird dieser Gedanke aufgenommen, wie sehr es darauf ankommt, wie wir im herzen zu Gott stehen. Gott selbst ist es, der uns Mut und Kraft gibt, Hoffnung und Antrieb, damit das Tun und Reden gelingt und im Sinne Gottes gut ist.

 

Losung und Lehrtext für Dienstag - 12.05.2020

 

1. Könige 3,5.9: Der HERR sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist.

 

Philipper 1,9-10 Paulus schreibt: Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei.

 

Salomo hat einen Wunsch frei als junger König. Es überrascht, was er sich wünscht: Ein gehorsames Herz, um richtig urteilen und entscheiden zu können. Das Erkennen von gut und böse erinnert dabei an den Baum der Erkenntnis. Doch anders als damals ist es nicht Neugier und Ungehorsam, sondern der Wunsch gut für sein Volk sorgen zu können, der Salomo nach dem Erkennen von gut und böse fragen lässt. Salomo erkennt die Voraussetzung des Gehorsams gegen Gott an. Daraus kann Gutes wachsen.

 

So auch in Philippi. Dorthin schreibt Paulus. Das Prüfen, was das Berste sei, ist abhängig von der Liebe. Diese Liebe ist zuerst Gottes Liebe, in der er sich uns zuwendet und auf die wir beantworten und die Gott immer reicher machen möchte durch Erfahrungen und Erkenntnis. Bitten wir Gott um solches Wachsen und loben ihn für seine Gaben.

 

 

 

 

Ganz Ohr

 

Losung und Lehrtext für Montag,11.05.2020

 

Psalm 44,2: Gott, wir haben mit unsern Ohren gehört, unsre Väter haben’s uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten, vor alters.

 

Lukas 10,39: Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.

 

 

 

Was wir hören, prägt oft unser Handeln. Auch und gerade jetzt in Pandemie. Was ist zuverlässig? Was führt weiter? Verschwörungstheorien haben Konjunktur. Unsere beiden Verse für heute rücken da einiges zurecht. Das Psalmwort knüpft an an die Generationen vorher. Die Väter heben es weitergegeben und schon deren Väter usw. Der Grund der Verlässlichkeit ist die Geschichte mit Gott durch viele Generationen hindurch. Immer wieder weitergesagt und gehört. Von alters her eben.

 

Bei Maria geht es ebenfalls ums Zuhören. Sie setzt sich zu Jesu Füßen, nimmt auf, was er vom leben mit Gott erzählt. Losgelöst für sich: Recht so! Ja es kommt darauf an Jesus zuzuhören. Im Zusammenhang ist ihre Schwester Martha nicht so glücklich mit der Situation. Sie hat die Sorge, das Tun mit den Gästen, mit dem Essen, allem eben, was mit dem Bewirten zu tun hat. Jesus erkennt Marthas Sorge an, doch gibt es offensichtlich Wichtigeres. Maria hat das bessere Teil erwählt, so stellt Jesus fest. Das Zuhören, das bei Jesus sein ist wichtiger. Insofern stammt unser neutestamentlicher Vers aus einer für uns unbequemen Geschichte. Die unbequeme Frage: Was ist dran? Bleibt mir nicht erspart. Sehr eindeutig kommt für Jesus das Hören vor dem Tun.

 

Ans Sorgen müssen wir nicht erinnert werden, ans Hören schon eher.

 

 

 

 

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Tue mit Einsicht was dran ist

 

10.05.2020 - 4. Sonntag nach Ostern – Kantate (Singet dem HERRN ein neues Lied! Psalm 98,1)

 

1. Samuel 10,7: Tu, was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir.

 

2. Timotheus 2,7: Der Herr aber wird dir in allen Dingen Einsicht geben.

 

 

 

Wir sind froh, dass wir heute wieder Gottesdienst feiern konnten. Doch nach wie vor gilt, dass wir Geduld brauchen.

 

Das war übrigens auch schon in der Zeit so, aus der unsere Losung stammt. Das Volk Israel will endlich wie die Völker drum herum einen König. Gott gibt nach und beauftragt Samuel damit, Saul zum König zu salben und zu segnen. Deutlich sagt er dem Saul: Du wirst spüren, dass Gottes Segen und Geist in dir wirken wollen. Erst dann sollst du aktiv werden. Aber dann sollst du auch tun, was dran ist. „Tu, was dir vor die Hand kommt, denn Gott ist mit dir.“

 

Ähnlich verhalten und um Geduld bemüht schreibt Paulus im neutestamentlichen Lehrtext. Die Einsicht kommt von Gott. Sie kommt zur rechten Zeit. Du wirst wissen, was zu tun ist. So trägt er dem Gemeindeleiter Timotheus auf. Vieles aus den Losungen der letzten Tage und Wochen klingt hier an. Gott geht mit. Gott gibt Orientierung, Gott segnet.

 

Halten wir Augen und Herzen offen für ihn und für seine Weisungen: Der Herr wird dir Einsicht geben Ringen wir darum im Gebet, im Tun und im Loben Gottes.

 

 

 

 

 

 

 

Unterwegs als Haushalter der geheimnisse Gottes

 

Losung und Lehrtext für Samstag – 9.Mai 2020

 

5. Mose 2,7: Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände. 1. Korinther 4,2: Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden.

 

Zur alttestamentlichen Losung schreibt mir Joachim: Da fragt man sich: Wessen Leistung gab den Ausschlag? Der Mensch der seine Hände geregt hat? Oder Gott, der die Hände aufgelegt hat? Beides trifft zu. Es gehört zusammen. Das betont die Bibel oft in Parallelsätzen. Die klingen total widersprüchlich. Etwa: „Schaffet dass ihr selig werdet mit Furcht und Zittern.“ Klingt als hinge alles von uns ab. Aber dann kommt die Fortsetzung: „Denn Gott ists, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen.“ (Philipper 2,12+13) Nicht aberGott ists, sondern denn Gott ists.

 

An Mose wird das schön sichtbar. Da kommt er mit den Tafeln vom Berg. Aber nicht er hat sie formuliert heißt es, sondern Gott selbst. Mose war nicht mal der Schreibende. Nur der Empfänger. Deshalb hat Jesus gesagt: Ohne mich könnt ihr nichts tun. Das dürfen wir beherzigen. Und möglichst nichts anpacken ohne Gottes Rat und Mitwirken. Wie es in dem Lied heißt: (EG368)In allen meinen Taten lass ich den Höchsten raten, der alles kann und hat. Er muss zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mir selber geben Rat und Tat.“

 

Mose arbeitete daran, sein Volk ans Ziel zu bringen. Das 5.Buch Mose ist gleichsam seine Abschiedszeremonie. Noch einmal wird vergegenwärtigt, dass es um die Gottesbeziehung geht, darum auch auf menschlicher Seite treu zu sein und zu tun, was dem Bund mit Gott entspricht. Konkret: Keine anderen Götter, kein Morden, Ehrlichkeit untereinander in Beziehungen genauso wie in Geschäften und Besitzfragen, den Wechsel von Arbeit und Ruhe mit Besinnung auf Gott ernst nehmen ... Auf dem verantwortlichen Tun liegt Gottes Segen. Die Menschen allerdings versagen dabei immer wieder. So wird das ganze Geschehen immer wieder eine gnädige Rückholaktion Gottes. Den Mose holt Gott dann am Ende des 5.Buches Mose schon zu sich, ehe das Volk ins gelobte Land kommt. Erst sein Nachfolger Josua wird es dorthin führen. Auch unter ihm und nach ihm wird die Geschichte von Gott Mensch weiter geprägt sein von Gottes Treue, menschlichem Versagen und Widerstand, Strafe und Gnade Gottes. Immer wieder nur sehr begrenzt mit unserem Verstand nachvollziehbar. Immer wieder behaftet mit dem Geheimnis, dass Gottes unverbrüchliche Liebe nun einmal ist.

 

Paulus nimmt das auf im 1.Korintherbrief. Der Zusammenhang unseres Verses lautet in der Lutherbibel so: „Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Gericht; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen wird. Dann wird auch einem jeden von Gott Lob zuteilwerden.“

 

Was wissen und verwalten wir von Gottes Geheimnissen? Die ersten Christen haben es im Bekenntnis des Fisches zusammengefasst: Jesus Christus, Gottes Sohn, unser Retter! Das gilt es durch zu buchstabieren. In der klaren Erkenntnis: Wir wissen längst nicht alles, aber wir kennen Taten Gottes, Weisungen Gottes und die Liebe Gottes, die uns Christus begegnet. Die Treue dazu bewahrt uns davor Verschwörungstheorien oder verantwortungslosen Despoten auf den Leim zu gehen, denn wir wissen, dass es Gott ist, der alles weiß und in den Händen hält und der letzter Richter über alles Tun und Lassen, über alles Leben ist. Er ist es, der alles wirkt, das Wollen und das Vollbringen. An seinem Segen ist alles gelegen.

 

 

 

Leben aus Gott

 

Losung und Lehrtext -Freitag – 8.Mai 2020

 

Psalm 119,77: HERR, lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe.

 

Markus 1,30-31: Die Schwiegermutter Simons aber lag darnieder und hatte das Fieber; und alsbald sagten sie Jesus von ihr. Und er trat zu ihr, ergriff sie bei der Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie.

 

 

 

Zur Heilung der Schwiegermutter des Petrs schreibt mein freund Joachim; „.. klar, Schwiegermütter können auch grantig sein. Die von Petrus war es ganz bestimmt, nachdem ihr Schwiegersohn Petrus das Netz an den Nagel gehängt hat, um Menschenfischer zu werden an Jesu Seite. Da hing der Haussegen schief.

 

Ein Unglück kommt selten allein. Jetzt kriegt sie auch noch Fieber. Ausgerechnet da kommt Jesus ins Haus. Wahrscheinlich mit einem Haufen anderer Jünger um zu fragen, ob was zu essen übrig ist.

 

Aber nein, er kommt zum Krankenbesuch. Er tritt ans Bett, reicht der Frau die Hand. Richtet sie auf. Weg ist das Fieber.

 

Das wünschen wir uns in Corona-Zeiten. Dafür beten wir. In den Medien wird viel geredet von dem Wunderserum, an dem geforscht wird. Remdesivir, Choroquin usw. Das Gebet um Heilung wird schnell als Hokuspokus verdächtigt. Gewiss: Krankengebet lässt sich nicht verschreiben und hat auch keine garantierte Wirkung.

 

Trotzdem können Kranke aus aller Welt, ob sie normales Fieber hatten oder von den Ärzten schon aufgegeben waren, von wunderbarer Heilung berichten.

 

Dabei ist jedes Schicksal verschieden. Gott hat mit jedem Menschen etwas anderes vor. Die Schwiegermutter damals verlor mit der Berufung von Petrus ein Stück sichere Versorgung,. Aber sie bekam die Gesundheit geschenkt. Lasst uns vertrauen, dass uns Gott zur rechten Zeit gibt, was wir brauchen.“

 

Wir haben heute den 8.Mai. Kriegsende. Deutschland war ein schwerer Patient in den 30er und 40er Jahren. Es brauchte noch einige Zeit der Genesung und viel Barmherzigkeit und nicht zuletzt einen Neuanfang. Dankbar können wir auf 75 Jahre Frieden zurückschauen

 

Gut, dass – wie es auch die Losung bezeugt – Gottes Barmherzigkeit Neuanfänge schafft und Menschen leben lässt, aufleben, neu leben, leben mit Christus, mit ihm, ganz neu an Gottes Willen orientiert.

 

Mehr als fünf Seiten füllt der 119.Psalm in meiner Bibel. Es lohnt, ihn in Ruhe zu lesen und zu beten. Eine wunderbare Beschreibung der Herrlichkeit Gottes, durchzogen vom Bekenntnis unserer menschlichen Unzulänglichkeiten, die uns in diesen Corana-Zeiten so deutlich vor Augen tritt. Wie wenig wissen wir gesichert?! Wie sehr müssen wir tastend die besten Wege suchen. Gut zu wissen, dass da einer ist, größer als ich, der weiß, was dem Leben nutzt. Ihn will ich loben, auf ihn will ich hören. In Jesus ist er ganz nah gekommen und hat gezeigt, was Liebe ist und wie Leben gelingen kann. Ihm will ich folgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Treu

 

Losung und Lehrtext für Donnerstag – 7.Mai 2020

 

Nehemia 9,17: Du bist ein Gott der Vergebung, gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte.

 

2. Timotheus 2,13: Sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

 

 

 

Heute geht es also um Gottes Treue, um seine Gnade und Güte. Ein Automatismus? Brauche ich nichts tun. Die Zusammenhänge der beiden Verse machen es ganz gut deutlich, dass es um mehr geht. Zu nehemia notiert mein Freund Joachim:

 

„ Nehemia. Interessanter Mann. Interessante Karriere. Er war Kellner an der Tafel des Königs von Assyrien. Nehemia hatte Manieren. Äußerlich wie innerlich. Der König schickt ihn auf einen mehrjährigen Auslandseinsatz. Er soll die Verhältnisse in Jerusalem ordnen.

 

Da lag einiges danieder. Man sah es schon von weitem. Die Stadtmauern lagen in Trümmern. Die hat Nehemia als erstes wieder aufgebaut.

 

Zur äußeren Erneuerung musste eine innere kommen. Die Leute waren verwahrlost. Als Nehemia sein Werk begann, herrschte Durcheinander. Sowohl in den Haushaltsbüchern wie in den Familien.

 

Das Aufbauwerk gipfelt in einem Buß und Bettag. Inzwischen sind die Gläubigen so selbständig, der Nehemia muss weder beten noch predigen. Das machen Leute aus dem Kirchenvorstand. Die Gebete füllen ein ganzes Kapitel. Ich vermute, es war eine Gebets-Gemeinschaft. Die heutige Tageslosung ist eine Bitte daraus. Eine Bitte um Vergebung.

 

Klingt ganz normal. Darum bitten wir auch oft im Vaterunser. Aber hier beten sie, Gott möge die Sünden vom Volk Israel in der Wüste vergeben. Als sie gegen Mose gemeutert haben und zurück wollten nach Ägypten.

 

Hallo? Das war schon damals 800 Jahre her! Und immer noch wird an diese Schuld erinnert? Bei uns wird schon gejammert, wenn 75 Jahre nach Kriegsende an die Todesmärsche und andere deutsche Verbrechen erinnert wird. Hier tun sie es noch Jahrhunderte später!

 

Machen die Leute um Nehemia sich damit nicht unnötig klein? Beschmutzen ihr Nest? Ihr Vaterland? Im Gegenteil! Sie dürfen stolz sein, dass sie die dunkle Vergangenheit hinter sich lassen. Und mit Gottes Hilfe einen neuen Anfang wagen.

 

So wünsche ich auch jedem von uns, dass wir Belastendes aus der Vergangenheit, das immer noch drückt, loswerden. Mit Jesu Hilfe. Er bereinigt, vergibt, erneuert, und bringt die Freude zurück.“

 

 

 

Da sind wir dann schon hinüber gewechselt ins Neue Testament. Im 2.Timotheusbrief geht es darum, was die christliche Gemeinde trägt, nämlich Christus selbst, in seiner Treue. Manche Warnung, manche Beschreibung vom Verfall der Frömmigkeit muten bedrückend aktuell an, liest man das 3.Kapitel des 2.Timotheusbriefes. Zur Rettung durch Christus gehört die Beziehung zu ihm, die auch gelebt sein will und bekannt. Der Zusammenhang nach der Übersetzung „Hoffnung für alle“: „11 Das steht unumstößlich fest: Sind wir mit Christus gestorben, werden wir auch mit ihm leben. 12 Leiden wir hier mit ihm, werden wir auch mit ihm herrschen. Wenn wir nicht zu ihm stehen, wird auch er nicht zu uns stehen. 13 Sind wir untreu, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht untreu werden.“

 

Lassen wir uns einladen zum Leben mit ihm.

 

 

Neu – anders ….

 

Losung und Lehrtext für Mittwoch – 6. Mai 2020

 

Jesaja 42,16: Ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerige zur Ebene.

 

Lukas 1,78-79: Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

 

 

 

Krise geht auf das griechische Verb krinein zurück, das trennen/unterscheiden bedeutet. Das daraus abgeleitete Substantiv Krise bedeutet also einen entscheidenden Wendepunkt, eine Trennmarke, einen Zeitpunkt, zu dem sich Dinge entscheiden. Ursprünglich blieb übrigens offen, ob sich Dinge zum Schlechten oder zum Guten wenden. Erst mit der Zeit wurde der Begriff geprägt durch Medizin, Militär oder Wirtschaft negativ besetzt. Unsere beiden Bibelworte für heute beschreiben Wendepunkte, entscheidende Zeitpunkte. Allerdings geht es um die Wendung zum Guten.

 

Die Ankündigung des Jesaja kündigt Gottes neuerliche Zuwendung zu seinem Menschen an, die sich abgewendet hatten und denen er strafend entgegen trat. Wer sich zurückwendet zu ihm wird neue Wege finden. Selbst Blinde werden auf neuen Bahnen gehen können. Das Dunkle wird hell, das Steile eben. Auf den Zorn folgt Gnade für die, die ablassen von den falschen Göttern.

 

Der neutestamentliche Text aus dem Lobgesang des Zacharias bringt das noch konzentrierter auf den Punkt. Gott selbst sucht uns auf in Christus. Johannes, der Täufer, wird auf ihn hinweisen. Gott selbst, sein Licht, wird in der Welt erscheinen und zu denen kommen, die in der Dunkelheit gefangen sind, in Angst und Schuld. Ihre Wege wird Gott neu lenken zum Frieden im umfassenden Sinn: Segen, Unversehrtheit, Achtung, Liebe, Segen.

 

Ein wahrhaft entscheidender Wendepunkt ist das Kommen Christi. Das Leben mit ihm öffnet den Weg zum Leben. Und dieses Leben wird deutlich qualifiziert als Leben im Licht. Wenn das nicht eine erhellende, froh machende Botschaft ist!

 

 

 

 Zeit für Gott?

Losung und Lehrtext Montag – 4.Mai 2020

 

Psalm 107,3.8: Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.

 

Lukas 14,22-23: Der Knecht im Gleichnis sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.

 

 

 

„Chor der Davongekommenen“ nennt mein Freund Joachim die Sänger/Beter des Psalms 107 und notiert dazu: „Sie können ein Lied davon singen, wie Gott sie heraus geholt hat aus allergrößter Not. Aus Lebensgefahr. Corona-like. Die einen waren in der Wüste am verdursten. Die anderen in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen. Die dritten waren totkrank. Die vierten waren in Seenot. Sie alle sind gerade noch davon gekommen. Davon singen sie. Was singt man da? Die Welt singt: „Hurra, wir leben noch.“ Menschen, die sich in ihrer Not gebetet haben, singen: „Nun danket alle Gott!“ Erstaunlich, gerade wo dieses Danklied noch im Alten Testament steht: Der Chor ist international! „So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn, die er aus den Ländern zusammen gebracht hat aus Ost und West, aus Nord und Süd.“ Das ist ein himmlischer Vorgeschmack. Auf den Tag, wo Menschen aus allen Nationen sich in den Arm fallen, Jesus ehren, Gott loben, in den höchsten Tönen.“

 

Darauf weist auch Jesu Gleichnis hin, aus dem der neutestamentliche Text stammt..Viele sind eingeladen, etliche haben besseres zu tun, Äcker anschauen, Ochsen abholen, Zweisamkeit pflegen. Also werden mehr eingeladen und es ist immer noch Platz und so ergeht der Auftrag an den Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.

 

Wo bin ich, wo bist du, wo die Gemeinde in Psalm und Gleichnis? Bei den Davongekommenen, bei denen an den Zäunen und auf den Straßen, bei denen, die „Besseres“/anderes zu tun haben, als mit Gott zu feiern oder der Knecht, der erst die Einladung überbringt und schließlich drängeln soll: Komm doch – es lohnt!

 

Je nach Situation werde ich mich unterschiedlich wiederfinden, aber die Fragen bündeln sich denn doch in der unbequemen Frage: Habe ich Zeit für Gott oder verpasse ich damit die Zeit mit Gott?

 

 

 

 

Zum Frieden berufen

 

Losung und Lehrtext - Sonntag, 3.Mai 2020

 

2. Samuel 2,26: Abner rief Joab zu: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?

 

1. Korinther 7,15: Zum Frieden hat euch Gott berufen.

 

 

 

Das Signal Abners in der Losung ist klar. Mitten im Kampf zwischen den Anhängern Sauls und Davids spricht er aus, was jedem Betrachter von außen klar ist: Sich gegenseitig bekriegen bringt nur Verlierer und Jammer. Also, lass uns aufhören damit.

 

Aber wie? Thema allerr Friedensverhandlungen durch alle Jahrhunderte.

 

„Zum Frieden hat euch Gott berufen.“ So wird aus dem 1.Korintherbrief hinzugesetzt. (Im 1.Korintherbrief ist übrigens die Ehe und Familie der Hintergrund auf dem zum Frieden gerufen wird.)

 

Wir sollten also genauer schauen, was Frieden meint. Klar: Wo Krieg ist, ist kein Frieden. Wo Streit ist auch nicht.

 

Das Alte Testament nutzt das selbe hebräische Wort für Frieden, Heil, Wohlbefinden und manchmal sogar für Segen. Frieden ist also mehr als das Gegenteil oder die Abwesenheit von Krieg. Gerechtigkeit, Respekt, Leben gönnen und Liebe gehören ebenso dazu, wie die Auseinandersetzung darüber, was der Gemeinschaft gut tut.

 

Gott hat uns zum Frieden berufen, das heißt auch, berufen, mit Gott, mit den Mitmenschen, mit uns selbst eins zu sein, zu leben, uns einzubringen, wo Gott uns hingestellt hat. Nicht, um zu allem Ja zu sagen, wie es läuft, sondern um nach Wahrheit und Liebe zu fragen ( so wie Abner z.B. innehält zu kämpfen und ausspricht, dass das Schwert Jammer bringt ) und so zum Frieden beizutragen.

 

 

 

 

 

Losung und Lehrtext - Samstag, 2.Mai 2020

 

Psalm 51,13: Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

 

Kolosser 1,3.13: Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.

 

 

 

Spontan: Da hat einer Angst, verstoßen zu werden, tief zu fallen, nachdem ein guter Geist ihm voran gebracht hatte. Erretten kann daraus allein Gott, der uns ins Reich Christi bringt.

 

 

 

Schauen wir genauer auf den Zusammenhang. Zunächst bei der alttestamentlichen Losung: David ist vom Propheten Nathan zur Rede gestellt worden über sein falsches Tun. Seinem Nachbarn hat er Frau und Leben genommen und erwartet mit ihr ein Kind. Nathan kündigt Gottes Strafe an (alles in 2.Samuel 12 nachzulesen), David fastet, betet, liegt vor Gott auf dem Boden und bittet um Gnade.

 

Er weiß, dass Gott ihn stark gemacht hat. Er weiß, dass es Gottes Geist war, der ihm Mut und Orientierung gab. Und er ringt im Gebet darum, dass dieser Segen bleibt.

 

Auch in den neutestamentlichen Worten geht es um solchen Segen. Die Gemeinde in Kolossä spiegelt diesen Segen wieder, so wird am Anfang des Kolosserbriefes festgestellt (Kolosser1, 3-14 – Übersetzung Hoffnung für alle):

 

3 Jedes Mal wenn wir für euch beten, danken wir Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus. Wir haben von eurem Glauben an Jesus Christus gehört und davon, wie ihr allen Christen in Liebe verbunden seid. 5 Beides ist so reich bei euch vorhanden, weil ihr wisst, dass sich eure Hoffnung im Himmel erfüllen wird. Von dieser Hoffnung habt ihr gehört, als man euch das Wort der Wahrheit, die rettende Botschaft von Jesus Christus, verkündete. 6 Diese Botschaft wird nicht nur bei euch, sondern auch in der ganzen Welt verbreitet. Immer mehr Menschen hören sie, nehmen sie an, und so trägt sie reiche Frucht. Auch bei euch ist es vom ersten Tag an so gewesen, als ihr erfahren habt, wie gnädig Gott ist. 7 Euch brachte unser lieber Mitarbeiter Epaphras diese rettende Botschaft. Wir wissen, dass er Christus dient und dass er euch ein treuer und guter Lehrer war. 8 Er hat uns auch davon berichtet, welche Liebe der Geist Gottes in euch geweckt hat. 9 Deshalb haben wir seitdem nicht aufgehört, für euch zu beten. Wir bitten Gott, dass sein Geist euch mit Weisheit und Einsicht erfüllt und ihr auf diese Weise seinen Willen immer besser erkennt. 10 Dann nämlich könnt ihr so leben, dass der Herr dadurch geehrt wird und er sich in jeder Hinsicht über euch freut. Euer Leben wird für Gott Frucht bringen, indem ihr in vielerlei Weise Gutes tut. Ihr werdet ihn immer besser kennen lernen 11-12 und das ganze Ausmaß seiner herrlichen Kraft und Stärke erfahren, damit ihr geduldig und ausdauernd euren Weg gehen könnt. Ihr habt wirklich allen Grund, Gott, dem Vater, voll Freude dafür zu danken. Denn er hat euch zu seinen rechtmäßigen Erben gemacht. Zusammen mit allen, die zu ihm gehören, dürft ihr einmal bei ihm sein, in seinem Reich des Lichts. 13 Er hat uns aus der Gewalt der Finsternis befreit, und nun leben wir unter der Herrschaft seines geliebten Sohnes Jesus Christus. 14 Durch ihn sind wir erlöst, unsere Sünden sind vergeben.

 

Grundlage allen Segens also ist, dass die Beziehung zu Gott in Ordnung kommt, in Ordnung ist. Geschehen kann dies nur, indem wir für uns annehmen, was Gott für uns tut.Der bittere Tod Jesu am Kreuz eröffnet den Weg der Vergebung, den Weg eines neuen Lebens mit Gott. Das unterscheidet sich nun aber von dem Leben vorher wie Licht und Finsternis verschieden sind. Gottes Vergebung annehmen und weiter wie vorher leben und machen, geht nicht. Mit Christus sind wir raus aus der Finsternis und das Leben wird Frucht bringen für Gott. Im Reden und Tun Jesus nachfolgen, darum geht es. Im Reden und Tun mit Gott leben, von seinem Geist getrieben, das ist ein leben, das gelingt. Das Gute, das zu tun ist, erkennen wir im Beten, im Hören auf Gottes Wort und im Geist, den Gott uns schenkt, abzuwägen, was dran ist.

 

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Gott sorgt für dich!

 

Losung und Lehrtext für Freitag, 1.Mai 2020

 

4. Mose 11,23: Ist denn die Hand des HERRN zu kurz?

 

Matthäus 6,28-29.31: Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?

 

 

 

Wie ist das nun? Mit den Blumen und den Sorgen, meine ich? Mit dem Virus und der Gefahr? Dem gelingen und Scheitern? Wie naiv ist Jesus? Oder wie unverständig sind wir? Was meint Jesus mit dem Satz: "sorget nicht“? Weiß er denn nicht wie groß die Sorgen sein können? Kennt er keine schlaflosen Nächte aus lauter Angst vor der Mathe-Arbeit? Hat es ihn nie bedrückt, wieder und wieder nachzurechnen und zu merken das Geld wird nicht bis zum Monatsende reichen? Und fällt ihm dann nichts Besseres ein als zu sagen „sorge dich nicht, schau auf die Blumen, die leben doch auch?“ Wie banal ist das denn?

 

Gott sei Dank ist Jesus nicht so banal – so sehe ich es jedenfalls. Jesus ist nicht der, der singt „trink, trink Brüderlein trink, lass doch die Sorgen zu Hause“. Jesus bezweifelt überhaupt nicht, dass wir Sorgen haben. Und er ist zu den Menschen gegangen, ja regelrecht hinterher gegangen und hat sie gefragt: Was brauchst du? Was soll ich für dich tun? Warum weinst du? Jesus sieht genau hin, ganz genau, wie es uns geht, wie wir dran sind und redet das nicht klein oder lächerlich. Und er kritisiert nicht zuerst oder bombardiert uns mit klugen Ratschlägen und Anweisungen zur Selbstverbesserung, etwa nach dem Motto: In hundert Tagen alle Sorgen los! Oder: Fit und gesund ohne Sorgen! Jesus lenkt unseren Blick auf den größeren Zusammenhang, vorsichtig und behutsam. Er zeigt es uns an etwas dass wir alle kennen: Groß und klein, klug oder dumm, alt oder jung. Jesus zeigt uns die Blumen und die Vögel und erinnert uns daran, dass diese Mitgeschöpfe leben, weil Gott es will und sie versorgt.

 

Gott sorgt für sie – ganz einfach aber nicht banal.Schlicht und einfach, klar und deutlich, für jeden verständlich. Gott sorgt sich. Und wenn er für Blumen und Vögel sorgt, wieso sollte er dann nicht erst recht für uns sorgen? Das meint Jesus. Weil Gott für uns sorgt, müssen uns die Sorgen nicht kaputt machen. Immer wieder begegnen wir Menschen die allen Grund haben, sich zu sorgen. Im Moment setzt das Corona-Virus geradezu eine Sorgenkette aus: Gesundheit, Wirtschaft, sozialer Zusammenhalt, eigene Versorgung, Arbeit...

 

Ist das alles zu stemmen? Jedenfalls ist das wirklich kein Grund, nicht da anzufangen, wo wir etwas tun können. Und dann sind wir ganz nah bei Jesus, dann stehen wir neben ihm und dann beherzigen wir was er sagt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes. Packt das an, was euch vor die Hände und vor die Füße fällt. Lasst euer Herz berühren. Und dann wir euch der Rest zufallen. Wer kennt Turtur, den Scheinriesen aus der Geschichte von Jim Knopf? Je näher Jim ihm kommt, desto kleiner wird er und in Wirklichkeit ist er nicht größer als Freund Lukas, der Lokomotivführer. Also, wo das Herz offen ist, Jesus dort wohnt, wir uns berühren lassen, da werden sich die eigenen Sorgen sich nicht zu Scheinriesen ausbauen, sondern sie werden auf das richtige Maß eingedampft. Es gibt nämlich nicht nur mich. Es gibt auch die rechts und links von mir und die brauchen jetzt vielleicht gerade mich. Und ihre Sorgen werden kleiner durch mich. Und mir hilft ein anderer. Ein Nachbar, ein Engel, der liebe Gott oder die bunten Blumen, die mir augenzwinkernd zuflüstern: Gott sorgt für dich – hab keine Angst.

 

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Ich bin klein, mein Herz ist rein...

 

 

 

Losung und Lehrtext - Donnerstag, 30. April 2020

 

Psalm 73,1: Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.

 

1. Johannes 3,21-22: Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott, und was wir bitten, empfangen wir von ihm; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist.

 

 

 

Intensiv ging der Austausch über diese Worte per Mail und am Tisch zuhause. Das reine Herz, die Fragen nach dem Gewissen und noch mehr nach dem ins Gewissen reden lösten viele Gedanken aus. Aus ganz verschiedenen Perspektiven lässt sich da herangehen. Eine erste Perspektive möchte ich Hiob-Perspektive nennen. Mein Freund Joachim schildert sie in einem Anfachtsentwurf so:

 

Ps 73,1 „Herz-Untersuchung“

 

Hier redet jemand, bei dem unverschuldet (!) alles schief läuft. So wie in der Coronakrise selbst Unternehmer, die gerade am Start sind. Oder die fest am Markt etabliert sind. Sie geraten auf einmal in Schieflage. Plötzlich stehen Firmenchefs am Abgrund, die eigentlich  alles richtig gemacht haben. Die sich nichts vorzuwerfen haben.

 

Von ihnen unterscheidet sich der Beter von Psalm 73 darin, dass er die Schuld bei sich sucht. Das ist ein Kennzeichen, das ist ein Markenzeichen von gläubigen Menschen. Sie suchen die Schuld nicht zuerst bei anderen, sondern bei sich.

 

Warum läuft alles auf einmal schief? Liegt es an mir. Straft mich Gott für eine Sünde. Der Beter durchleuchtet, was er getan hat. Er durchleuchtet sogar seine Motive, sein Herz. Wie unter einem Röntgengerät, wie bei einer CT-Untersuchung. Aber er findet nichts.

 

Er leidet also zu Unrecht. Das Leben ist nicht fair. Jetzt könnt er sagen: Was hab ich davon, dass ich immer an Gott festgehalten habe. Die Versuchung meldet sich: Machs wie die anderen. Denk nur an dich.

 

Aber da wehrt er ab: Gott, ich halte zu dir. Ich vertraue dir. Auch wenn ich dich nicht verstehe. Dieser Entschluss mündet in die herrlichen Worte am Schluss des Psalms. Sie haben ihn berühmt gemacht. Und mancher Jubelkonfirmand, der den Spruch vor Jahrzehnten bekam, kann ihn bestätigen aus Lebenserfahrung:

 

Dennoch bleibe ich stets an dir. Denn du hältst mich bei meine rechten Hand. Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn mir auch Leibe und Seele veschmachtet, so bist du doch Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.“

 

Die zweite Perspektive: Gewissensnöte können von außen verstärkt werden, Ratschläge auch Schläge sein. Antje schildert das so:

 

Zunächst sieht es so aus, als würde es dem Gottlosen (und jenem, der kein Gewissen seinem nächsten gegenüber hat – oder uns kaltherzig vorkommt) gutgehen.

 

Solche „frechen“ Leute sind mir auch bekannt, sie maßen sich an zu urteilen und zu richten und heben sich selbst als unfehlbar hervor. Wenn sie Fehler zugeben, dann sind das meistens Kavaliersdelikte, die ihre Heldenhaftigkeit noch mehr bestätigen. Sie sind selbstgefällig und in der Tat wohlgenährt. Körperlich, geistig und seelisch scheinen sie gut beieinander zu sein. Solche Leute trachten schon danach, andere mal schnell eben in die „Tüte“ zu stecken.

 

Natürlich fühlt man sich als scheinbar Unterlegener solchen Leuten gegenüber mies. Wenn man sich in den Sog hineinbegibt, werden diese Leute übergriffig und reden in fremde Leben hinein, als hätten sie dazu eine Berechtigung.

 

Erst der Blick auf den Glauben setzt dem ein Ende. In der Regel sind solche Leute gottlos, oder haben eine skurrile Art des Glaubens entwickelt, bei der sie selbst im Mittelpunkt stehen. Ein geläuterter Gläubiger aber, wird an seinen Früchten erkennbar sein und maßregelnder oder gar herabwürdigender Umgang mit anderen gehört nicht zu den Früchten des Glaubens.

 

 

 

Wir dürfen uns also verlassen, dass wir andere Glaubensgeschwister durch ihre Früchte auch erkennen werden.

 

Das ist der Anfang um Ungutes hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen. Das anklagende Gewissen wird oft von oben beschriebenen Menschen geschürt. Ebenfalls keine Frucht des Geistes. Obwohl es oft auf den Punkt gebracht wird (der Teufel schläft nicht), was das Gewissen mehr oder weniger stark belasten kann.

 

Diese „fetten und wohlgenährten“ Leute haben in einer Form etwas mit uns zu tun. Davor wird hier gewarnt. Es sind Leute, die uns ins Gewissen reden und zwar so, dass wir Schuldgefühle haben. Sie sind die Ankläger, aber nicht diejenigen, die uns zur Seite stehen und bei wirklicher Schuld etwa aufhelfen. Oh, nein!

 

Die heutigen Bibelworte aus Altem und Neuem Testament ist sehr wichtig. Das anklagende Gewissen brauchen wir nicht mehr zu fürchten. Auch fehlerbehaftet dürfen wir den Weg mit Jesus und mit unseren Glaubensgeschwistern zum Ziele weitergehen.

 

Denn eins steht fest, unseren Verleumdern wird das Maul ordentlich gestopft werden. Eine Ermutigung sich nicht von Leuten beeindrucken zu lassen, die alles besser wissen und uns die Würde und eigene Gestaltung streitig machen wollen.

 

Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.“

 

Ich möchte noch eine dritte Perspektive hinzufügen. Sie bündelt im vertrauten Kindergebet: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein.“ Auch hier wird aufs Herz geschaut. Platz soll darin sein für Jesus, für den Glauben. Die Perspektive des geliebten und liebenden Kindes wird eingenommen, das zum Vater aufschaut und gerade darin Freiheit und Mut findet. Gut, dass wir als Eltern mit solchen Gebeten unser Gottvertrauen weitergeben können, erste Orientierung geben können und Mut machen den Weg zu gehen, der damit beginnt, dass Gott zu jeder und jedem von uns sagt: Du bist mein geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe. Sichtbar zugesprochen in der Taufe. Wo das Herz frei ist durch Gottes Liebe, da können wir als seine Kinder mit allem zu ihm kommen, um alles bitten und frei und verantwortlich vor ihm leben als geliebete liebende Kinder, die tun, was Gott dem Vater wohlgefällig ist.

 

 

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Tu es!

 

Losung und Lehrtext für Mittwoch, 29. April 2020

 

Prediger 9,10: Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.

 

Römer 12,11: Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn.

 

Ich bin klein, mein Herz ist rein...

 

Losung und Lehrtext - Donnerstag, 30. April 2020

Psalm 73,1: Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.

1. Johannes 3,21-22: Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott, und was wir bitten, empfangen wir von ihm; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist.

 

Intensiv ging der Austausch über diese Worte per Mail und am Tisch zuhause. Das reine Herz, die Fragen nach dem Gewissen und noch mehr nach dem ins Gewissen reden lösten viele Gedanken aus. Aus ganz verschiedenen Perspektiven lässt sich da herangehen. Eine erste Perspektive möchte ich Hiob-Perspektive nennen. Mein Freund Joachim schildert sie in einem Anfachtsentwurf so:

Ps 73,1 „Herz-Untersuchung“

Hier redet jemand, bei dem unverschuldet (!) alles schief läuft. So wie in der Coronakrise selbst Unternehmer, die gerade am Start sind. Oder die fest am Markt etabliert sind. Sie geraten auf einmal in Schieflage. Plötzlich stehen Firmenchefs am Abgrund, die eigentlich  alles richtig gemacht haben. Die sich nichts vorzuwerfen haben.

Von ihnen unterscheidet sich der Beter von Psalm 73 darin, dass er die Schuld bei sich sucht. Das ist ein Kennzeichen, das ist ein Markenzeichen von gläubigen Menschen. Sie suchen die Schuld nicht zuerst bei anderen, sondern bei sich.

Warum läuft alles auf einmal schief? Liegt es an mir. Straft mich Gott für eine Sünde. Der Beter durchleuchtet, was er getan hat. Er durchleuchtet sogar seine Motive, sein Herz. Wie unter einem Röntgengerät, wie bei einer CT-Untersuchung. Aber er findet nichts.

Er leidet also zu Unrecht. Das Leben ist nicht fair. Jetzt könnt er sagen: Was hab ich davon, dass ich immer an Gott festgehalten habe. Die Versuchung meldet sich: Machs wie die anderen. Denk nur an dich.

Aber da wehrt er ab: Gott, ich halte zu dir. Ich vertraue dir. Auch wenn ich dich nicht verstehe. Dieser Entschluss mündet in die herrlichen Worte am Schluss des Psalms. Sie haben ihn berühmt gemacht. Und mancher Jubelkonfirmand, der den Spruch vor Jahrzehnten bekam, kann ihn bestätigen aus Lebenserfahrung:

Dennoch bleibe ich stets an dir. Denn du hältst mich bei meine rechten Hand. Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn mir auch Leibe und Seele veschmachtet, so bist du doch Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.“

Die zweite Perspektive: Gewissensnöte können von außen verstärkt werden, Ratschläge auch Schläge sein. Antje schildert das so:

Zunächst sieht es so aus, als würde es dem Gottlosen (und jenem, der kein Gewissen seinem nächsten gegenüber hat – oder uns kaltherzig vorkommt) gutgehen.

Solche „frechen“ Leute sind mir auch bekannt, sie maßen sich an zu urteilen und zu richten und heben sich selbst als unfehlbar hervor. Wenn sie Fehler zugeben, dann sind das meistens Kavaliersdelikte, die ihre Heldenhaftigkeit noch mehr bestätigen. Sie sind selbstgefällig und in der Tat wohlgenährt. Körperlich, geistig und seelisch scheinen sie gut beieinander zu sein. Solche Leute trachten schon danach, andere mal schnell eben in die „Tüte“ zu stecken.

Natürlich fühlt man sich als scheinbar Unterlegener solchen Leuten gegenüber mies. Wenn man sich in den Sog hineinbegibt, werden diese Leute übergriffig und reden in fremde Leben hinein, als hätten sie dazu eine Berechtigung.

Erst der Blick auf den Glauben setzt dem ein Ende. In der Regel sind solche Leute gottlos, oder haben eine skurrile Art des Glaubens entwickelt, bei der sie selbst im Mittelpunkt stehen. Ein geläuterter Gläubiger aber, wird an seinen Früchten erkennbar sein und maßregelnder oder gar herabwürdigender Umgang mit anderen gehört nicht zu den Früchten des Glaubens.

 

Wir dürfen uns also verlassen, dass wir andere Glaubensgeschwister durch ihre Früchte auch erkennen werden.

Das ist der Anfang um Ungutes hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen. Das anklagende Gewissen wird oft von oben beschriebenen Menschen geschürt. Ebenfalls keine Frucht des Geistes. Obwohl es oft auf den Punkt gebracht wird (der Teufel schläft nicht), was das Gewissen mehr oder weniger stark belasten kann.

Diese „fetten und wohlgenährten“ Leute haben in einer Form etwas mit uns zu tun. Davor wird hier gewarnt. Es sind Leute, die uns ins Gewissen reden und zwar so, dass wir Schuldgefühle haben. Sie sind die Ankläger, aber nicht diejenigen, die uns zur Seite stehen und bei wirklicher Schuld etwa aufhelfen. Oh, nein!

Die heutigen Bibelworte aus Altem und Neuem Testament ist sehr wichtig. Das anklagende Gewissen brauchen wir nicht mehr zu fürchten. Auch fehlerbehaftet dürfen wir den Weg mit Jesus und mit unseren Glaubensgeschwistern zum Ziele weitergehen.

Denn eins steht fest, unseren Verleumdern wird das Maul ordentlich gestopft werden. Eine Ermutigung sich nicht von Leuten beeindrucken zu lassen, die alles besser wissen und uns die Würde und eigene Gestaltung streitig machen wollen.

Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.“

Ich möchte noch eine dritte Perspektive hinzufügen. Sie bündelt im vertrauten Kindergebet: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein.“ Auch hier wird aufs Herz geschaut. Platz soll darin sein für Jesus, für den Glauben. Die Perspektive des geliebten und liebenden Kindes wird eingenommen, das zum Vater aufschaut und gerade darin Freiheit und Mut findet. Gut, dass wir als Eltern mit solchen Gebeten unser Gottvertrauen weitergeben können, erste Orientierung geben können und Mut machen den Weg zu gehen, der damit beginnt, dass Gott zu jeder und jedem von uns sagt: Du bist mein geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe. Sichtbar zugesprochen in der Taufe. Wo das Herz frei ist durch Gottes Liebe, da können wir als seine Kinder mit allem zu ihm kommen, um alles bitten und frei und verantwortlich vor ihm leben als geliebete liebende Kinder, die tun, was Gott dem Vater wohlgefällig ist.

 

 

Etwas salopp gesagt geht es in beiden Versen um das Anpacken, das Handeln, das Tun. Die alttestamentliche Losung folgert aus der Erfahrung heraus, dass alles vergänglich ist, zu ende geht: Tue was du kannst, solange du (noch) die Kraft dazu hast.

 

Paulus setzt anders an im Römerbrief. Er stellt heraus, das Gott sehr unterschiedliche Begabungen gibt und macht das am Leib mit vielen Gliedern deutlich. Daran schließt er an, sich das Leben in der Gemeinschaft der Christen und mit Christus auf das Handeln auswirkt. Im Zusammenhang heißt es dort (Römer 12, 9-21 - Luther2017):

 

„Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und verflucht sie nicht. Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25,21-22). Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

 

Der Kreis schließt sich zu den gestrigen Gedanken. Begeistert durch den Glauben gehören beten, hoffen und handeln zusammen. Die Früchte des Glaubens sind wie das Gesicht des Glaubens. Sie zeigen, wes Geistes Kind ich bin.

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 28. April 2020

 

1. Chronik 22,19: So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den HERRN, euren Gott, zu suchen.

 

1. Korinther 9,24: Lauft so, dass ihr den Siegespreis erlangt.

 

 

 

Zur alttestamentlichen Losung notiert mein Freund Joachim: „Der Zusammenhang der Losung ist ein Bauprojekt. Auf König Davids To Do Liste der unerledigten Bauvorhaben steht ganz oben ein Tempel für Jerusalem.

 

Er selber will das altersbedingt nicht mehr in Angriff nehmen. Bauherr soll sein Sohn Salomo sein. Solange er noch am Leben ist, lässt David seine Beziehungen spielen und macht schon mal gut Wetter bei höhergestellten Persönlichkeiten. Schon damals wird es vorgekommen sein, dass sich große Bauvorhaben ohne Druck von oben in die Länge ziehen.

 

Man sollte erwarten, die Fürsprache Davids erstreckt sich auf Baumaterial und Kredite. Die Überraschung! „Richtet euer Herz und euren Sinn darauf, den Herrn euren Gott zu suchen!“

 

David weiß: Man muss arbeiten, als ob alles Beten nichts hilft. Und beten, als wenn alles Arbeiten nichts nutzt. Bete und arbeite. Ora et labora. Wo wir diese Reihenfolge beherzigen, werden wir staunen, wie so manches Projekt in unserem Leben viel leichter vonstatten geht als erwartet.“

 

Die Vorsorge Davids richtet sich zwar auch auf das Herbeischaffen von Material, er denkt also durchaus an die Resourcen, zugleich aber stellte er heraus, wie wichtig es ist, Gott tatsächlich die Ehre zu geben, die ihm zukommt, im Beten und Handeln.

 

Nicht anders Paulus im neutestamentlichen Lehrtext: Paulus weiß, dass Leben im Glauben, Leben zur Ehre Gottes, Leben in der Heiligung auch Kampf und Anstrengung bedeutet, immer wieder Einübung und Training, immer wieder Rückbesinnung auf den Geist Gottes und auf das Ziel, Menschen einzuladen auch den Siegespreis zu bekommen, nämlich das Leben im Reich Gottes – ewiglich. Es geht um Nichts weniger als um die Ewigkeit, also um alles. Da lohnt sich jede Anstrengung im Beten und Arbeiten. Ora et labora eben.

 

 

 

 

 

Losung und Lehrtext für Montag, 27.April 2020

 

1. Mose 3,8: Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN.

 

Römer 8,15: Ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!

 

Kaum haben sie vom Baum der Erkenntnis gegessen, beginnt auch schon das schlechte Gewissen. Es war nicht richtig, also erst einmal verstecken, unsichtbar machen. Es entwickelt sich das, was Paulus „Leben unter dem Gesetz“ oder eben im Lehrtext von heute „Geist der Knechtschaft“ nennt.Ich tue etwas oder tue es nicht aus Angst vor Strafe oder Erwartung von Belohnung.

 

Paulus setzt dem den „Geist der Kindschaft“ entgegen, in dem wir rufen „Abba, lieber Vater“.

 

Durch Jeus, durch den Glauben an ihn und sichtbar in der Taufe werden wir Kinder Gottes. Die Beziehung ist in Ordnung und von Liebe geprägt und vom Respekt dem Vater gegenüber.

 

Ich lebe und handle nicht aus Angst oder Berechnung sondern wie es der Verbindung mit Gott entspricht, lasse mich leiten vom Geist Gottes. Das Leben als Christ, was wir auch Heiligung nennen, wächst aus der Verbindung mit Gott, aus der Vergebung, aus der Liebe, aus dem Angenommensein. Ich kann aus dem Versteck kommen, weil Gott für mich der Vater oder die Mutter ist, wo ich alles aussprechen kann, wo ich nach Fehlern auch neu anfangen darf und wo ich zur Ehre des Vaters und der Familie leben darf. Der „Geist der Kindschaft“ also ist kein Freibrief zur Beliebigkeit, sondern die Begabung und Befreiung zum Leben mit Gott und in der Liebe.

 

Und unter Corona konkret? Ich kann auf Gott vertrauen, dass er mich nicht fallen lässt. Ich kann mein Verhalten orientieren am Wohl der Mitmenschen (Geschwister). Ich kann fragen: Welcher Geist treibt da Entscheider und Entscheidungen? Der „Geist der Kindschaft“ ist ein Geist des Miteinanders und Füreinanders.

 

 

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Losung und Lehrtext – Sonntag von der Barmherzigkeit (Güte) Gottes – 26.April 2020

 

 

 

Jona 2,3: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir.

 

Markus 5,22-24: Da kam einer von den Vorstehern der Synagoge, mit Namen Jaïrus. Und als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und bat ihn sehr und sprach: Meine Tochter liegt in den letzten Zügen; komm und lege ihr die Hände auf, dass sie gesund werde und lebe. Und er ging hin mit ihm.

 

 

 

Noch deutlicher wird es, wenn wir den ganzen Vers unserer Losung für heute lesen: Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst, und er antwortete mir, ich schrie aus dem Rachen des Todes und du hörtest meine Stimme. Todesangst! Alles aus! Ende! Basta! Nichts geht mehr. Diese Gefühle verbinden wohl den Jona unserer heutigen Losung mit dem Jairus des neutestamentlichen Lehrtextes. Die Tochter liegt im Sterben. Alles aus! Wozu leben, wenn sie stirbt? Mitten im Rachen des Todes, der Angst die Hinwendung zum Helfer. Für Jairus ist es Jesus, für Jona Jahwe. Für beide ist die richtige Adresse Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde oder eben Jahwe, der Herr der Welt. In Christus hat er sein Ja zum Leben dokumentiert in dieser Welt.

 

Was aber macht uns die Geschichte von Jona so vertraut und lieb? Ich denke es sind die vielfältigen Möglichkeiten, mich selbst und Situationen wieder zu finden, angedeutet zu finden.

 

Jona bekommt einen Auftrag von Gott. Einen unbequemen auch noch. Er soll Ninives Untergang ansagen. Nicht sein Ding. Er läuft weg. Bucht sich ein, auf einem Schiff, das in die Gegenrichtung will. Sturm, Wellen, Naturgewalten halten es auf, drohen alle umzubringen. Jona verschläft den Anfang des Sturmes, wird geweckt, soll auch zu seinem Gott beten, wir die Matrosen jeweils zu ihren. Sie fragen das Los, wer denn schuld am Zorn Gottes ist. Es trifft Jona und er gibt zu, vor Gott und dessen Auftrag auf der Flucht zu sein. Alle Kraft der Ruderer und alle Seefahrerkunst helfen nicht gegen die entfesselten Gewalten. Es bleibt nur noch Jonas Vorschlag, ihn über Bord zu werden, um so wenigstens Schiff und die unschuldige Mannschaft zu retten. Es gelingt und sie loben und glauben fortan an Jonas Gott. Der ist aber erst einmal im Rachen des Todes. Tief gefallen in die Finsternis. Allen Gewalten ausgeliefert und doch von Gott gerettet durch den Fisch, in dem er drei Tage und Nächte verbringen muss. Sein Gebet (Jona 2, 3-10):

 

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme. Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben. Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich, dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen. Wasser umgaben mich bis an die Kehle, die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt. Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott! Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade. Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. Meine Gelübde will ich erfüllen. Hilfe ist bei dem HERRN.

 

Es ist wohl dieses Gebet und das Wissen, dass Jona gerettet wird, weshalb uns das kleine Prophetenbuch Jona so lieb ist. Der Mensch denkt an Gott in der Not und Gott erbarmt sich. Der Mensch geht unter, ich gehe unter und Gott schickt Hilfe. Bei Jona den Fisch. Den Schutz und die Isolation in Coronazeiten? Wäre es in heutigen Zeiten ein U-Boot oder Raumschiff statt des Fisches? Die vielen Möglichkeiten, mich zu finden in der Geschichte, machen die Nähe und das Treffende aus. Zu Beginn der Jona, der ein wenig an Frank Sinatras vollmundige „I did it my way“ erinnert, der dann kleinlaut aber ehrlich zugeben muss, auf der Flucht vor Gott zu sein. Der rettende Fisch in der Geschichte: War nicht der Fisch das Erkennungszeichen der ersten Christus: Jesus Christus, Gottes Sohn, unser Retter. Die Anfangsbuchstaben dieses Bekenntnisses auf Griechisch bilden das griechische Wort für Fisch. Jona wird gerettet und auf den ihm bestimmten Weg geschickt und wird doch wieder uneins mit Gott. Der zeigt ihm aber, dass der mächtige Gott auch der barmherzige Gott ist, vor dem es gilt Achtung zu haben aber nicht Angst, denn er ist ein Gott, der das Leben will. Ja das Leben will davon geprägt sein: Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst und er antwortete mir.

Losung und Lehrtext für Samstag, 25.April 2020

 

5. Mose 30,9: Der HERR wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat.

 

Johannes 15,10-11: Jesus spricht: Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe, so wie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und bleibe in seiner Liebe. Das habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde.

 

Die beherrschenden Worte in den beiden Versen sind freuen/Freude, Väter/Vater, Gebote, Liebe. Da sollte doch spontan Freude spürbar sein. Es ist wohl kaum die aktuelle Krise oder das Virus verantwortlich dafür, dass die Freude so wenig zutage tritt. Mehr scheint es die Klammer zu sein zwischen wieder und vollkommen. Die Freude kommt wohl erst noch wieder, so wie früher einmal über die Väter. In der Losung wird angespielt auf die Väter Israels, Abraham, Isaak, Jakob, Josef, als nwäre damals zwischen Gott und den Menschen alles in Ordnung gewesen. Ja, Abraham macht sich wirklich an Gott fest, geht los, vertraut Gott und lebt die Gottesbeziehung, durchzogen von Zweifeln und kämpfen, Jakob betrügt den Bruder, Josef wäre unter Kindern und Jugendlichen wohl Petze genannt worden. Von reiner Freude kann da wohl kaum die Rede sein und dennoch, die Freude des Vaters – Gottes also – ist das Vertrauen, dass die Väter Israels in ihn und seinen Segen setzten Und so will Gott sich wieder über seine Menschen freuen. Im Zusammenhang in 5.Mose 30 wird dabei ganz deutlich, wie sehr das verbunden ist, dass die Menschen sich Gott zuwenden. Dann freut sich Gott über die Menschen und diese Freude und wie Gott mit seinen Menschen umgeht tut gut.

 

Im Abschied von seinen Jüngern bündelt Jesus das neu und spitzt die Beschreibung der vollkommenen und unvergängliche Freude neu zu als Freude der Kinder Gottes. Die Verbindung zum Vater, die erfahrene und gelebte Liebe schenkt diese Freude. Und das geschieht nicht in Beliebigkeit sondern im Befolgen der Gebote Gottes. So wenig wir uns Gottes Liebe verdienen können so sehr ist eine Frucht der Liebe und Gottesbeziehung Gehorsam. Diese Gehorsam kommt aber nicht aus der Angst vor Strafe oder Erwartung von Belohnung, sondern aus der Beziehung, der lebendigen Gottesbeziehung oder mit andern Worten: Aus dem Bleiben in der Liebe. Und eben darin wird die Freude vollkommen.

 

 

 

Da kommt noch was – das Beste

 

Losung und Lehrtext für Donnerstag, 23. April 2020

 

Jesaja 44,21: Ich habe dich bereitet, dass du mein Knecht seist. Israel, ich vergesse dich nicht!Hebräer 10,35 Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

 

 

 

Mein Freund Joachim ist am Wort „Knecht“ hängen geblieben und notiert dazu: „Das Wort erinnert an Zwangsarbeiter. An glücklich überwundene Gutsherren-Abhängigkeiten von Häuslingen.

 

An Würdelosigkeit: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!“

 

Hier dagegen ist es geradezu ein Ehrentitel. Es ist eine Ehre, ein Vorrecht, Gott dienen zu dürfen. (Zitat eines Matrosen aus Moby Dick: „Ein Lob von Kapitän Ahab ist mir mehr wert als ein Orden von der Königin!“

 

Die Aussage hier: Gott kann uns gebrauchen. Er hat für jeden eine Aufgabe. Dafür hat er uns sogar erschaffen, erwählt. Es gibt aber Dürrezeiten, Abstellgleis-Phasen, wo wir uns nutzlos oder vergessen vorkommen. Das sieht aber nur so aus, es wartet Größeres. Vergleiche. jahrzehntelange Wartephasen von Mose oder Abraham.

 

Für einen Knecht Gottes gibt es Vorbilder: Israel. Jesus Christus selbst: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern diene…“

 

Nun lässt Gott weder Eisen wachen wie es Ernst-Moritz Arndt in seinem Vaterlandslied dichtet, noch vergisst er. Gerade diese Wichtigkeit in den Augen Gottes macht die Würde und nährt das Vertrauen auf Gott.

 

Schauen wir in den Zusammenhang beim Propheten Jesaja, entdecken wir vor unserem Losungsvers das Bekenntnis zum lebendigen Schöpfer-Gott im Gegensatz zu toten, selbst gemachten Götzen und im direkten Anschluss die Beschreibung der Erwählung durch diesen Gott. Beides verbunden mit der Feststellung, dass Gottes Menschen immer wieder schwach wurden und werden und Gott vergessen und sich andern Dingen als dem Glauben an Gott und anderen Göttern zuwenden.

 

Der zugeordnete neutestamentliche Text nimmt das auf. Er stammt aus dem Hebräerbrief. Sehr komprimiert (vielleicht zugegeben auch etwas verkürzt) richtet sich der Brief an Christen, die in ihrem Glauben ungeduldig werden, nachlassen, zweifeln, ihn gar zu verlieren drohen. Und so nimmt er vor allem drei sehr aktuelle Glaubensfragen auf.

 

1. Warum lässt Gottes neue Welt so lange auf ihr Kommen warten?

 

2. Warum fällt es eigentlich so schwer, das Richtige zu tun und Falsches zu vermeiden?

 

3. Wo kriege ich eigentlich Gewissheit her, das Richtige zu glauben?

 

„Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt“.

 

Dem Warten, der Ungeduld steht etwas gegenüber: Verheißung, Lohn, Hoffnung. Belohnung meint vor allem und zuerst das kommende Reich unseres Gottes. Aber auch das alles, was der Glaube im alltäglichen Leben schon jetzt für uns bringt.

 

– Ich kann beten, von Gott etwas erwarten, bitten, dass er mir hier und heute in meinem Leben hilft. Trost bei ihm finden, Kraft schöpfen.

 

– Ich kann schon heute, in der Bibel, bei Gott, im Gebet Antworten suchen, wenn ich Entscheidungen fällen muss, wenn ich neue Wege gehen will – wenn ich mir nicht sicher bin, was richtig und was falsch ist.

 

– Ich kann erfahren – in Gesprächen, im Gebet, hoffentlich auch bald wieder in gemeinsamen Gottesdiensten und Abendmahlsfeiern, dass ich in einer Gemeinschaft lebe mit andern Christen , mit Jesus, mit Gott und dass mir Gott meine Fehler verzeihen will.

 

Eine ausgeprägte Habenseite unseres Glaubens. Nur allzu oft vergessen wir das und gehen deshalb so schnell den Klagen und Zweifeln auf den Leim.

 

Wir sollten es uns öfters selber sagen, was uns unser heutiger Predigttext zuspricht: „Halte fest an Glauben und am rechten Handeln, auch wenn der dabei ungeduldig auf das Erhoffte wartest, und übersehe nicht, was du jetzt schon davon hast.“

 

Dann setzt sich der Brief auseinander damit, was denn wohl mit denen geschieht, die zurückweichen vom Glauben und verdammt werden. Ich tue mich schwer, mir einen verdammenden Gott vorzustellen. Mag sein, dass er dennoch zum segnenden Gott dazu gehört.

 

Doch kann es auch so sein: Menschen verdammen sich selber, wenn sie ihr Vertrauen auf Gott wegwerfen. Könnte Verdammnis nicht gerade sein, ohne das Vertrauen auf einen Gott Leben zu müssen? Als einer, der nach seinem Glück sucht, ohne zu wissen, wo er denn die Hoffnung darauf her bekommen soll? Wo doch das Glück so schnell zwischen den Fingern zerrinnen kann. Denke ich nur bis zum Tod und denke den Tod nur als Ende, wird alles im Leben vergänglich, vorläufig, unbedeutend. Die Jagd nach Glück kann nie aufhören.

 

Wie viel gelassener kann sein, wer weiß, dass Gottes neue Welt erst noch kommt, von ganz alleine, wenn wir nur darauf warten.

 

Vielleicht stimmt es ja doch: In der Ruhe und der Geduld liegt die Kraft!

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Hebräer 10. 35- 39

 

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. Denn »nur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben. Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben. Wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm« Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.

Barmherzigkeit, Wertschätzung, Liebe

 

Hesekiel 16,8: Ich schwor dir’s und schloss mit dir einen Bund, spricht Gott der HERR, und, du wurdest mein.

 

Galater 3,26: Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.

 

Notiz meines Freundes zum Zusammenhang: „Zur Losung zwei verschiedene Gedanken...

 

a) im Bild von Hesekiel 16 tritt Gott als Brautwerber auf. Er: zuverlässig, eine gute Partie, mit Charakter, fürsorglich. Der oft gesuchte aber seltene „mister right“

 

Sie: eine treulose Schlampe. Mit anderen Worten: Was haben wir für ein Glück, dass sich Gott für uns interessiert. Sich mit uns verbünden will trotz allem was wir falsch gemacht haben.Und wie er ja schon weiß, falsch machen werden.

 

b) Ein Zug unserer Zeit ist der Verlust des Beständigen. Langfristige Bindungen sind ein Auslaufmodell. Immer weniger Menschen sind bereit, sich langfristig zu verpflichten.

 

Ob es ein Lebenspartner ist, eine Bank, eine Automarke, ein Telefonanbieter.

 

Kirchengemeinden, Vereine bekommen Probleme, ihre Vorstandsposten zu besetzen. Der Wechselwille steigt. Zugleich vermissen wir den Halt von Verlässlichem.

 

In der Weltpolitik ist dieser Trend besonders gefährlich. Bündnispartner, die verlässlich schienen, steigen aus Verträgen aus. Ziehen ihre Zusagen zurück. Suchen bessere Deals. Nur auf den eigenen Vorteil bedacht.

 

Wie anders begegnet uns Gott: Er will sich nicht nur mit uns verbinden. Er will unser Vater sein, gibt uns Privilegien, Erbrecht, Kindschaft (Lehrtext Gal 3,26).“

 

Wie anders begegnet uns doch Gott, Da will ich anknüpfen. Gottes Bund. Gottes Zusage. Gottes Verlässlichkeit – zusammengefasst im Symbol des Regenbogens. Gottes Orientierung, Hilfe, Wegweisung in seinen Weisungen und Geboten. All das nicht genug, dass Menschen angemessen, treu, gottesfürchtig, frei, gläubig leben. Gott sattelt sozusagen noch auf, spielt einen letzten Trumpf: Sein Sohn Jesus Christus stirbt am Kreuz, damit wir als Gottes Kinder leben können. Bei Paulus klingt das im Zusammenhang so: (Galater 3, 26-30 - nach Hoffnung für alle): Nun seid ihr alle zu Kindern Gottes geworden, weil ihr durch den Glauben mit Jesus Christus verbunden seid. Ihr gehört zu Christus, denn ihr seid auf seinen Namen getauft. Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Jesus Christus seid ihr alle eins. Gehört ihr aber zu Christus, dann seid auch ihr Nachkommen von Abraham. Als seine Erben bekommt ihr alles, was Gott ihm zugesagt hat.“

 

Nicht Herkunft oder Vergangenheit zählen, sondern Zugehörigkeit zu Gott. Gott hat sich das viel kosten lassen. Jesus kostete es das Leben. Das Geschenk, das Gott in der Taufe macht, ist übergroß. Nicht Beliebigkeit sondern Verantwortung ist die angemessene Antwort. Es kann nicht folgenlos bleiben, wenn ich mich an Gott und seiner Liebe festmache, also Glauben lebe. Dank an Gott, Lob, das Fragen nach Gottes Willen und das Leben in seinem Sinne sollen unser Leben prägen als Christen. Dazu hilft es auch, immer mal wieder die Gebote Gottes durch zu buchstabieren ins eigene Leben hinein.

 

Ubi caritas et amor deus ibi ist. - Wo Caritas (Achtung, Wertschätzung, Zuwendung, Barmherzigkeit) und Liebe ist, ist Gott selbst.

 

 

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Vertrauen

 

Losung und Lehrtext – Dienstag – 21.April 2020

 

Daniel 6,24: Sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut.

 

1. Korinther 16,13: Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!

 

 

 

Spontan erinnern mich diese Worte an die legendären Worte Luthers vor dem Reichstag: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir.“

 

Im Glauben stehen. Fest und unbeirrt in der Bindung an Gott. Nicht eingeigelt, verkrochen, sondern aufrecht, sichtbar, erkennbar. Glaube ist ist zwar in sofern Privatsache, als niemandem vorgeschrieben werden kann und darf, was er oder sie zu glauben hat, ist allerdings in so weit nicht reine Privatsache, als Glaube an den Früchten erkennbar sein soll, wirken soll, sichtbar sein will.

 

In den Schlussworten seines Briefes ermahnt Paulus die Korinther zur Wachsamkeit und zu solchem Stehen im Glauben. Er verbindet das mit Wachsamkeit und Mut. Also Hinschauen, aufpassen, wer oder was uns den Glauben streitig machen will oder Gottes Platz einnehmen will. Mut, den Glauben zu leben, egal ob andere spotten oder schimpfen. Die Stärke - das wird in den legendären Lutherworten deutlich – die Stärke ist Gott selbst, der hilft.

 

Daniel, von dem in der Losung die Rede ist, erfährt das handfest. Seine Gegner zetteln eine Intrige gegen ihn an, die ihm schließlich das Urteil des Königs einbringt: In die Löwengrube mit ihm. Gott bewahrt ihn dort. Er wird nicht von den Löwen gefressen wie die nach ihm in die Grube geworfenen Intriganten. Daniels Gottvertrauen hat sich bewährt. Er wird unverletzt aus der Löwengrube gezogen. Gott hat ihm geholfen. Selbst der König erkennt nun Gottes Macht an.

 

Paulus hat wohl eher die inneren Auseinandersetzungen der Gemeinde in Korinth, die Verfolgung und Gefährdung durch den Kaiserkult und die Anfeindung durch Juden, die in Jesus nicht den Messias sehen können oder wollen vor Augen, als er seine Schlussermahnungen formuliert und Grüße schreibt. Er zählt allerhand Namen auf. Wir bekommen ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, lesen wir den Zusammenhang. Wachet, stehet im Glauben, seid mutig und seid stark! All eure Dinge lasst in Liebe geschehen! So streicht es Paulus heraus, betont Gemeinschaft, Verbundenheit und schickt Grüße und bindet es dann zu: Meine Liebe ist mit euch allein in Christus Jesus.

 

Im letzten Satz des Briefes bündelt er noch einmal alles, was er in Auseinandersetzungen und Missstände hinein geschrieben hat. Auf die Liebe Gottes in Christus kommt es an. Für diese Liebe wollen wir Gott loben und entsprechend leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Es geht ums Ganze

 

Losung und Lehrtext - Montag 20.4.2020:

 

1. Mose 18,19: Der HERR sprach: Dazu habe ich Abraham auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie des HERRN Wege halten und tun, was recht und gut ist.

 

Römer 6,22 Befreit von der Sünde und in den Dienst Gottes gestellt, habt ihr die Frucht, die Heiligung schafft, und als Ziel ewiges Leben.

 

Um nicht weniger geht es als um alles. Alles oder Nichts. Falsch oder recht und gut. Tod oder Leben. In der Losung aus der Abrahamsgeschichte zieht Gott Abraham ins Vertrauen, eröffnet ihm die Pläne über Sodom und gerät in ein Feilschen, wie viele Gerechte es braucht, um Sodom zu retten. In diesem Zusammenhang stellt Gott fest: Abraham soll und wird seine Nachkommen (die es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab) zeigen und sie lehren, was recht und gut ist. Grundlage ist das Vertrauen Abrahams, das in 1.Mose 15 zusammengefasst wird: Und Abraham machte sich fest (glaubte) an Gott und das rechnete Gott ihm zur Gerechtigkeit an.

 

Paulus argumentiert im Römerbrief mit diesem Glauben Abrahams. In Kapitel 4 des Römerbriefes führt er aus, dass wir aus Glauben, wie ihn Abraham hatte, gerecht werden. Dann führt er in Kapitel 5 aus, dass diese Gerechtigkeit vor Gott Frieden mit Gott bedeutet, trotz Bedrängnis, trotz Schuld, die durch Adam in die Welt kam und aufgrund der Versöhnung und Gerechtigkeit durch Christus. In dieses Geschehen, so argumentiert Paulus in Kapitel 6 weiter, sind wir mit dem Glauben und der Taufe hineingestellt in ein neues Leben, frei vom Gefängnis der Schuld und Gottferne, frei zum Leben in der Beziehung mit Gott (Heiligung). Das Ziel, das Ende ist ewiges Leben mit und bei Gott. Also tatsächlich alles oder nichts. Tod oder Leben. Gefängnis oder Freiheit.

 

So unbequem das ist: Ein bisschen Glauben, ein bisschen Gerechtigkeit, ein bisschen Leben mit Gott, ein bisschen Heiligung geht genauso wenig wie ein bisschen schwanger. Ganz oder gar nicht.

 

Gefangen ohne Gott oder frei mit Gott durch Christus.

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Augapfel im Adlerauge Gottes

 

Losung und Lehrtext für Sonntag, 19.April 2020

 

5. Mose 32,10: Er behütete sein Volk wie seinen Augapfel.

 

Lukas 12,32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.

 

 

 

Beide Worte haben ihren Ursprung im Nachdenken über Gottes Handeln und Fürsorge. Der neutestamentliche Lehrtext stammt aus einer Rede Jesu über falsches und rechtes Sorgen. Das liest sich im Zusammenhang so:

 

(Lukas 12, 22-32) 22 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt. 23 Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. 24 Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel! 25 Wer ist unter euch, der, wie sehr er sich auch darum sorgt, seiner Länge eine Elle zusetzen könnte? 26 Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt, warum sorgt ihr euch um das Übrige? 27 Seht die Lilien, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 28 Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen! 29 Darum auch ihr, fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und macht euch keine Unruhe. 30 Nach dem allen trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater weiß, dass ihr dessen bedürft. 31 Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch dies zufallen. 32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben. 33 Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht altern, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo sich kein Dieb naht, und den keine Motten fressen. 34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

 

Gott sorgt für seine Kinder. Gott sorgt für seine Menschen und Gott hat für sein Volk gesorgt. Damit sind wir beim Zusammenhang der Losung. In der Übersetzung „Hoffnung für alle“ klingt das so: „9 Denn dieses Volk, die Nachkommen von Jakob, sind Eigentum des HERRN. Er selbst hat sie dazu erwählt. 10 Er fand sie in der öden Wüste, wo nachts die wilden Tiere heulen. Er schloss sie fest in seine Arme, bewahrte sie wie seinen Augapfel. 11 Er ging mit ihnen um wie ein Adler, der seine Jungen fliegen lehrt: Der scheucht sie aus dem Nest, begleitet ihren Flug, und wenn sie fallen, ist er da, er breitet seine Schwingen unter ihnen aus und fängt sie auf. 12 So hat der Herr sein Volk geführt, der HERR allein, kein anderer Gott.“ Diese Worte sind Teil des sogenannten Mose-Liedes, das er kurz vor seinem Tod gleichsam als Gotteslob und als Vermächtnis seinem Volk vortrug. Das letzte Lied in den Erzählungen vom Auszug aus Ägypten. Taten Gottes stellt dieses Lied heraus: Erwählung und Treue Gottes. Aber immer wieder verlassen seine Menschen den Bund und die Beziehung mit Gott und dennoch bewahrt er sie und vernichtet die Feinde, denn Gott kann töten und lebendig machen, kann schlagen und kann heilen (5.Mose 32,39). Schon zuvor hat er das gezeigt als er Israel durchs Schilfmeer rettete. Mose und dann auch seine Schwester Mirjam singen daraufhin zum Lobe Gottes.

 

 

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Route einhalten!

 

Losung und Lehrtext – Samstag, 18.April 2020

 

 

 

Jeremia 8,7: Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.

 

Titus 2,14: Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken

 

 

 

Jeremia kann einem schon leid tun. Immer wieder muss er seinem Volk sagen: Ihr habt Gott vergessen. Ihr seid auf dem Holzweg. Ihr werdet leiden. Das geht schief, das führt ins Verderben.

 

Notiz meines Freundes zu den heutigen Versen: „zu Jer 8,7: Schon Jeremia fiel auf, dass seine Zeitgenossen die natürlichen, gottgebenen Zeiten und Wartezeiten missachten.

 

Wer will schon warten. „Ich will alles und zwar sofort!“ Die Industrialiesierung brachte Fortbewegung in Höchstgeschwindigkeit (Eisenbahn, Flugzeug).

 

Die Digitalisierung in Echtzeit. Die Globalisierung trickst die Erntepausen aus. Dieses Tempo ist ungesund. Die Corona-Zwangspause nötigt zum Innehalten.

 

Geht es danach wieder im 5G Tempo weiter?

 

Die Bibel zeigt, wie Gott seinem Volk durch zwangsverordnete Wartezeiten half: 40 Jahre Wüstenzeit.

 

70 Jahre Exil in Babylon.

 

Mit dem Kirchenjahr versucht die Christenheit, das Jahr zu strukturieren. Es soll nicht alles gleich sein. Die Großkirchen pflegen dieses wertvolle Erbe, die Freikirchen schütteln es ab. Vgl. Andacht in einer Sitzung der ev. Allianz in Bremen: Der Baptistenpastor spricht m September (!) von Weihnachten als nächstem kirchliche Fest.

 

Jesus spricht in seinen Endzeitreden von den „Zeichen der Zeit“, die es zu erkennen gilt um für die Wiederkunft des Herrn vorbereitet zu sein.

 

In den dazugehörigen Gleichnissen beklagt er, wie die Menschen das in den Wind schlagen und den Bereitschaftsmodus verlieren.

 

Die Lösung ist nicht zurück zur Natur, sondern zurück zum Schöpfer. D.h. aber nicht zurück zum ewigen Kreislauf. Mit der Auferstehung hat eine neue Zeitrechnung begonnen.

 

Nun darf ich täglich die Uhr stellen nach dem, was Jesus heute mit mir vor hat.“

 

Viel ließe sich ergänzen zum Zusammenhang des Jeremiawortes. Ende März hatten wir ja die Frage nach dem nicht aufstehen nach dem Fall als Thema. Im direkt auf die heutige Losung folgenden Vers heißt es: „Wie könnt ihr sagen:“Wir sind weise und haben das Gesetz des Herrn bei uns.“ Ist's doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen.

 

Ganz offensichtlich prägen nicht die Fragen das denken und Handeln: Was will Gott eigentlich? Was ist wahr? Was ist geboten? Also kein klarer Kurs mit Gott, sondern vermeintlich rechtskundiger Eigensinn prägen das Tun. Zeit, dass Wirklichkeit wird, was im Kirchenjahr Thema dieses Wochenendes ist: „Wie neu geboren.“

 

Damit haben wir die Brücke zum neutestamentlichen Lehrtext. Gott hat sich diese Möglichkeit des neuen lebens das Leben seines Sohnes kosten lassen. Zur Reinigung und zur Perspektive. Und diese Perspektive zeigt sich auch im Tun der neugeborenen. Kurzum: Es ist nicht egal, was wir tun! Eifer ist gefragt. Eifer, zu tun, was Gottes Weg entspricht in Wahrhaftigkeit, Treue, Gerechtigkeit und Liebe.

 

Ja, wir müssen wieder lernen, dass zur Gnade Gottes auch das gehört, was theologisch „Heiligung“ genannt wird. Das rechte Tun also als Frucht der Neugeburt. Auf dem rechten Kurs bleibe ich, wenn ich Gott frage, was das denn in meinem Leben heißt. Ich bin also angewiesen auf das Gespräch mit Gott und mit den Mitchristen über das rechte Tun. So kann ich den Weg der Gerechtigkeit gehen und zum Anbruch des Reiches Gottes beitragen.I

 

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Perspektivwechsel

Losung und Lehrtext - Freitag 17.April

Psalm 71,3: Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen.

 

2. Timotheus 4,18: Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich.

 

 

 

Paulus hat im 2.Timotheusbrief das Todesurteil seiner Gegner gegen ihn vor Augen. Der Beter des 71.Psalms Verfolger, Gegner, Spötter im Nacken. Beide fürchten um ihr Leben, haben Angst, kennen nicht die nächsten Schritte, die sie gehen können.

 

Beide aber wissen ihr Leben in Gottes Hand und können so die Perspektive wechseln: von der Angst hin auf Gott und das, was Gott gibt. Wir hatten diesen Gedanken schon in Blick auf Psalm 71,17 am 2.April: Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. Verbunden war damit der Blick auf Simeon, der im Lukasevangelium das Baby Jesus auf dem Arm hat und sagt. „Ich hab den Retter gesehen.“

 

Dieser Jesus hat dem Paulus einen heftigen Perspektivwechsel verschafft. Aus dem Verfolger wird der Verkündiger. Durch Jesus Christus erfährst du Gottes Liebe, bist angenommen, kannst neu leben, angefochten oft zwar aber mit Gott und dieses Leben mit Gott führt in Gottes himmlisches Reich. So die Verkündigung des Paulus aufs Kürzeste zusammen gefasst.

 

Nun hat dem Paulus diese Verkündigung den Hass der Mächtigen eingebracht. Ein mächtiger aber vergebender Gott stellt alle Macht und Geldquellen der Mächtigen in Frage. Der Verkündiger eines solchen Glaubens muss weg. Das Urteil vor Augen wechselt Paulus die Perspektive. Er schaut weg von den Gegnern hin zu Gott und seinen Gaben. Er ist sich sicher. Ich werde Jesus im Himmel begegnen. Hinein in das himmlische Reich wird Gott mich aus dem Übel erretten.

 

Das ist tiefste Glaubensgewissheit. Das ist es, was Luther mit den Worten ausdrückte: „Ein feste Burg ist unser Gott“. Ist es nicht auch das, wonach sich jede und jeder für sein Leben sehnt?

 

Die Gewissheit Gott, meine Beziehung zu ihm, mein Glaube ist stärker als alles und wird alles überdauern, sogar den Tod.

 

Passend zum Perspektivwechsel die Worte von Stefan Weller, die im Losungsheft unseren Bibelversen zugeordnet ist:

 

„Was ich erträume, hast du schon getan. Seh ich den Weg nicht, gehst du voran. Was ich auch denke bei Tag und bei Nacht, du, Gott, hast immer schon an mich gedacht. Forme mein Wesen und führ meinen Sinn; bring mich zurück, wenn ich nicht bei dir bin. Will meine Seele vor Sehnsucht vergehn, lass du ein Bild deiner Zukunft entstehn.“

 

 

Der Geist der Dankbarkeit

 

Losung und Lehrtext, Donnerstag, 16.April 2020

 

Jesaja 5,21: Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug!

 

1. Korinther 2,12: Wir haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist.

 

 

 

Gerade angesichts der herrschenden Situation stehen die Fragen ganz oben: Was ist klug? Wer ist klug? Wie handle ich klug? Unser Prophetenwort aus Jesaja 5 ist eine klare Absage an die arrogante Haltung: Ich habe die Weisheit...

 

Paulus setzt noch einen drauf und sagt deutlich: Gottes Geist zeigt uns, was Gott uns schenkt. Ich empfinde es als Geschenk, dass unsere verantwortlichen Politikerinnen und Politiker zur Zeit sowohl zuhören, als auch anpacken und so doch ein recht besonnenes und wie es scheint passendes Krisenmanagement geschieht. Doch der Gedanke des Paulus führt noch viel weiter.

 

Gottes Geist zeigt uns, dass Gott uns Leben, Nähe, Versöhnung schenkt und aus diesem Geist der Dankbarkeit Leben im Geiste, im Sinne Jesu wächst.

 

Nicht: Was bin ich doch klug, sondern: Gott hat mich wunderbar gemacht und beschenkt, durch Jesus Christus hat er mich angenommen als sein Kind und er hat mich begabt mit einem einmaligen Mix von Begabungen. Die kann, will und soll ich nutzen und dankbar auf den Geber verweisen.

 

Ein ganz anderes Lebens- und Handlungskonzept als das Leben aus der vermeintlichen Klugheit auf Kosten anderer. Am Anfang steht die Dankbarkeit, im Mittelpunkt die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen und am Ende die Gewissheit, bei Gott gut aufgehoben zu sein.

 

Mitten in der Zeit Hoffnung und Leben

 

 

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Losung und Lehrtext für Mittwoch, 15.April 2020

 

5. Mose 2,7: Der HERR, dein Gott, ist bei dir gewesen. An nichts hast du Mangel gehabt.

 

2. Korinther 6,4.10: Paulus schreibt: In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

 

 

 

Mein Freund notiert dazu: „In der Losung aus 5. Mose 2 hält Mose Rückblick auf die Wüstenwanderung. Im Rückblick bewertet er diese Zeit anders als im Erleben.

 

Im Nachhinein: Kein Mangel. Während des Unterwegsseins: Ungewissheit, Gefahren, logistische Probleme die Volksmenge mit dem Nötigen zu versorgen,wofür er sich zuständig fühlte.

 

Es lohnt sich den ganzen Vers 7 zu betrachten: „Der Herr dein Gott hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände. Er hat sein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.

 

Heute (Mittwoch) beraten Regierung und Bundesländer über die nach dem 19. April nötigen bzw. nicht mehr nötigen Maßnahmen. Dafür erbitten wir Weisheit, Weitsicht, Miteinander statt Flickenteppich.“

 

 

 

Wie sagen wir so gern: Hinterher ist man schlauer. Unsere beiden Bibelworte für heute liegen durchaus auf dieser Linie. Beim Zug durch die Wüste, im Wechselspiel von Abwendung von und Hinwendung zu Gott erlebt das Volk Chaos und Bedrängnis, im Nachhinein Führung Gottes.

 

Im 2.Korintherbrief nimmt Paulus diese Spannung auf. Durch unseren Glauben, durch die Verbindung mit Jesus dürfen wir wissen, dass wir Teil in Gottes Reich sind. Gesegnet, beschenkt, reich, lebendig. In Zeit und Welt erleben wir dennoch noch Bedrängnis, Anfeindung, Zweifel. Noch besteht die große Spannung zwischen dem „Schon – Jetzt“ des Reiches Gottes, das im Glauben und in der Begegnung mit und Bindung an Jesus längst Wirklichkeit gewordenen Reich Gottes und dem „Noch-Nicht“ des Wartens auf die Wiederkunft Jesu und den Beginn des neuen Himmels und der neuen Erde. Das Leben in der Hoffnung darauf, das Weitersagen des Glaubens und das Leben in der Liebe strahlen schon jetzt Gottes Reich aus. In der Bindung an Jesus darf ich Teil davon sein.

 

 

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Losung und Lehrtext Dienstag , 14.April 2020

 

Jesaja 51,5: Meine Gerechtigkeit ist nahe, mein Heil tritt hervor, und meine Arme werden die Völker richten.

 

1. Petrus 1,3: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

 

 

 

Der Zusammenhang im Petrusbrief:

 

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, 5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. 6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, 7 auf dass euer Glaube bewährt und viel kostbarer befunden werde als vergängliches Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus.

 

 

 

Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden. Das haben wir Ostern gefeiert. Das ist der Grund unserer Hoffnung. Das ist der Hintergrund der Wiedergeburt. Da geht es um ein ganz neues Leben in Verbindung mit Jesus. Nicht unbedingt ein Spaziergang dies neue Leben in der Hoffnung. Anfechtungen, Traurigkeit überdecken zeitweise die Freude. Glaube bewährt sich.

 

Der überschwängliche Lobpreis, mit dem der erste Petrusbrief beginnt, hat seinen Grund in der Geschichte der großen Taten Gottes, die wir Gründonnerstag bis Ostern bedenken: Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, hat sich des kleinen Volkes der Juden angenommen, es aus der Sklaverei in Ägypten herausgeführt und mit ihm einen Bund geschlossen. Wenn dieses Volk ihn vergaß, vom Bund abfiel, schickte Gott immer wieder neue Boten, um die Verbindung, die Beziehung zu erneuern. Dieser Bund bedeutet Leben, Leben, auch wenn die Welt zerbricht und aus den Angeln gerät. Am Ende steht Gottes Herrschaft im Himmel und auf Erden. Und Gottes Herrschaft über den Tod hat in Tod und Auferstehung Jesu Christi bereits begonnen. Christus erweist sich stärker als der Tod. Damit ist er der erwartete Retter, der Messias. So erzählten die ersten Christen ihrem Volk von Gottes großen Taten. Und von der großen Hoffnung, dass ein Leben im Glauben hineinführt in das Leben mit Gott.

 

Uns geht es wie den Adressaten des 1.Petrusbriefes: Zwischen den Zeiten. Jesus in den Himmel aufgefahren. Seine Wiederkunft und das Leben im neuen Himmel und der neuen Erde erwartet und herbeigesehnt. Aber noch immer leben wir umgeben von Krankheit und Anfechtung aber getragen von Hoffnung und Glauben.

 

So können wir singen und beten mit dem vertrauten Osterlied:

 

1. Wir wollen alle fröhlich sein / in dieser österlichen Zeit, / denn unser Heil hat Gott bereit'. /

 

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. / Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

 

2. Es ist erstanden Jesus Christ, / der an dem Kreuz gestorben ist; / ihm sei Lob, Ehr zu aller Frist /

 

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. / Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

 

3. Er hat zerstört der Höllen Pfort, / die Seinen all herausgeführt / und uns erlöst vom ewgen Tod.

 

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. / Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

 

4. Es singt der ganze Erdenkreis / dem Gottessohne Lob und Preis, / der uns erkauft das Paradeis.

 

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja./ Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

 

5. Des freu sich alle Christenheit / und lobe die Dreifaltigkeit / von nun an bis in Ewigkeit.

 

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. / Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

 

 

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Ostern

 

 

 

Tageslosung und Lehrtext Ostermontag

 

1. Mose 32,2: Jakob zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die Engel Gottes.

 

Matthäus 28,5.7: Der Engel sprach zu den Frauen: Geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen.

 

 

 

Joachim aus Bobengrün notiert dazu: >>„Jakob zog seinen Weg“ klingt sehr harmlos. Er ist aber auf der Flucht, mittellos, in eine ungewisse Zukunft. Er ist obdachlos, schläft unter freiem Himmel.

 

Er weiß nicht, wie lange er unterwegs sein wird, bis er eine Unterkunft findet, wo er besser untergebracht ist.

 

Aber Gott geht mit. Mehr noch: Geht voran, so wie Jesus den Jüngern jene Verheißung gab (Lehrtext Mt 28,5) über den Tod hinaus.<<

 

Ja in aller Bedrängnis geht Gott mit ist da, schenkt Hoffnung. Die Frauen bekommen die wichtige Frage mit, was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Sie erleben: Jesus lebt! Und wir werden mit ihm leben. Er sagt zu: Siehe ich bin bei euch.

 

 

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Ostersonntag

Jesaja 60,2: Siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

 

Markus 16,2-4 Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war.

 

 

 

Mein Freund Joachim schrieb mir dazu:

 

„Gerade momentan legt sich Dunkel über die Völker. Was die Gegenwart angeht: Wie können wir der Seuche Herr werden?

 

Was die Zukunft angeht, ist alles im Ungewissen. Das halten die Verantwortlichen in den Bundesländern nicht aus:Bis Mittwoch abwarten müssen wenn verabredet werden soll, wie es nach dem 19. weitergeht. So tun sie alle jetzt schon Vermutungen kund. Die täuschen aber alle nur über die Dunkelheit hinweg, in der alle herumstochern.

 

Schöner Vers dazu die Str 1 vom bekanntesten Lied von Heiko Brüning  

 

Vor der ungewissen Zukunft Gott vertraun! In den ausweglosen Lagen Gott vertraun.

 

An den hoffnungslosen Tagen Gott vertraun! In den angsterfüllten Stunden Gott vertraun.

 

Refr: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“

 

Haben die Frauen auf dem Weg zum Grab vertraut? Jedenfalls ist ihr Problem, dass sie unterwegs bewegte, gelöst. Der Stein ist bereits weggewälzt, das Grab offen. Aber Jesus ist fort, auferstanden, als Auferstandener geht er uns voraus, ist mitten unter uns. Wenn das kein Grund zu Vertrauen und Hoffnung ist?!

 

Das führt zum Lobpreis.

 

 

Karfreitag und Karsamstag

 

Tageslosung und Lehrtext, Samstag 11.April 2020

 

Jeremia 14,7: Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen!

 

1. Petrus 2,24: Christus hat unsre Sünden selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben.

 

 

 

Karfreitag ist gewesen. Es ist still. Der Blick auf Jesus, sein Leiden und was es für uns bedeutet wirkt nach. Der Blick wird auch auf das eigene Leben gelenkt, die eigenen Fehler. Auch für mich trägt Jesus Schuld ans Kreuz.

 

Stille

 

Betroffenheit

 

Verunsicherung.

 

Ich muss es aushalten an diesem Samstag, aushalten in Stille und Gebet.

 

Tageslosung und Lehrtext Karfreitag 2020

 

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Psalm 112,1: Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten!

 

1. Petrus 2,24-25: Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

 

Mein Freund Joachim schrieb mir dazu: „bei der Losung zu Karfreitag hatte ich zunächst den Eindruck, sie haben den Vers für den 10. April gezogen ohne Rücksicht auf das Datum im Kirchenjahr.

 

Also hab ich mit dem Lehrtext begonnen, der ganz auf Karfreitag zielt. „Durch seine Wunden sind wir heil geworden.“ Das ist ein Paradox. Das Leiden ist nütze.

 

Ähnlich kann auch die Corona-Krise, die der Welt schwere Wunden schlägt, zu ihrer Heilung beitragen, wenn sie sich besinnt.

 

Da kommt dann wieder die Losung ins Spiel: Die Welt muss sich wieder besinnen auf die Ordnungen Gottes, deren Befolgung das Zusammenleben der Menschen ermöglicht.

 

Und eine Achtsamkeit auf die Schöpfung und was ihr und damit uns schadet.“

 

Ganz deutlich wird das im Zusammenhang des Lehrtextes. 1.Petrus 2, ab Vers 20:

 

20 Aber wenn ihr leidet und duldet, weil ihr das Gute tut, ist dies Gnade bei Gott. 21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 25 Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

 

Jesus trägt alles Falsche ans Kreuz, damit ich und damit du neu leben können, anders leben können. Die Dunkelheit des Karfreitags hat mit meinen Dunkelheiten zu tun. Gebe ich sie Jesus mit ans Kreuz. Traue ich mich sie anzuschauen. Der englische Titel „Good Friday“, Guter Freitag passt insofern, als das Falsche weggetragen, weggenommen wird durch Jesus und das Herumirren ein Ende hat. Die Barmherzigkeit Gottes fließt über am Kreuz, fließt hinein in den, der diese Barmherzigkeit annimmt und neu beginnt. Die Stille und Dunkelheit von Karfreitag und dem folgenden Samstag laden ein, das Licht der Barmherzigkeit Gottes, die Orientierung durch sein Wort und die eigene Verflochtenheit ins Dunkel zu bedenken und so Leben zu entdecken.

 

 

 

 

9. April

 

Sacharja 8,21: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir wollen mit euch gehen.

Markus 14,26: Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

 

Mit dem Wort aus dem Markusevangelium sind wir mitten in den dramatischen Ereignissen der letzten Tage Jesu. Jesus hat mit seinen Jüngern gegessen. Sie singen zu Gottes Lob. Stellen sich hinein in das Vertrauen und, die Erinnerung und die Aussicht, dass Gott ein Gott ist, der befreit. Jesus weiß, dass es ihn das Leben kosten wird, dass Gott will, dass wir frei werden können von unserer Schuld. Er weiß, dass er alle Not, Schuld und alles Leid der Welt tragen wird, ans Kreuz tragen wird. Er geht zum Ölberg, um zu beten. Nimmt seine Jünger mit. Er betet. Ringt um sein Leben. Die Jünger schlafen ein. Vor Erschöpfung? Vor Erstarrung? Weil sie es nicht aushalten können, dass Jesus fort sein wird?

Wachet und betet, fordert er sie auf. Doch die Augen fallen den Jüngern immer wieder zu. In aller Schwachheit will ich mich immer wieder neu herausfordern lassen zum Gebet.

„Vater, ich verehre dich...“ so können wir Gott ansprechen, so können wir singen, so können wir beten um Bewahrung.

Wiederum ein Lied, gesungen von einem Frauenchor, arangiert von meiner verstorbenen Frau.

Father, I adore You

Lay my life before You

How I love You

Jesus, I adore You

Lay my life before You

How I love You

Spirit, I adore You

Lay my life before You

Father...

Vater, ich verehere dich, leg mein Leben vor dich, wie sehr liebe ich dich.

Jesus, ich verehre dich, leg mein Leben vor dich, wie sehr liebe ich dich.

Heiliger Geist, ich verehre dich, leg mein Leben vor dich, wie sehr liebe ich dich.

 

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8.April

 

 

Tageslosung und Lehrtext, Mittwoch, 8.April 2020

 

 

 

Psalm 51,14: Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

 

Johannes 16,20: Eure Traurigkeit soll zur Freude werden.

 

 

 

Fangen wir mit dem Hintergrund des 51.Psalms an: David hat Mist gebaut, ist schuldig geworden vor Gott und erlebt Strafe und schlechtes Gewissen. Immer wieder kommt er zu Gott. Gib mir einen neuen getrösteten, gewissen Geist. Hilf mir wieder Gott. Erfreue mich mit deiner Hilfe. Gott ist die richtige Adresse, wenn ich unten bin und auch wenn ich oben auf bin. Es ist gut immer und immer wieder das Gespräch zu suchen, zu beten, zu bekennen, was falsch war und Gott zu bitten: Hilf! David weiß, wo die die Quelle neuer Freude ist. Und tatsächlich erlebt David, was er geglaubt hat. Gott hilft ihm und schenkt neue Freude. Sichtbar und spürbar als Freude auf zwei Beinen: Davids Sohn Salomo wird geboren.

 

Nun setzt sich die Geschichte fort. Es bleibt eine Geschichte, in der Menschen vergessen, dass Gott der Geber hinter den Gaben ist, die Quelle hinter der Freude. Eine Geschichte, in der die Gottesbeziehung immer wieder auf der Strecke bleibt und Gott letztendlich seine Menschen nicht fallen lässt und Jesus Christus in die Welt sendet. Der zieht ein in Jerusalem, räumt im Tempel auf, erinnert an die Bedeutung der Beziehung zu Gott unserem Vater. Er eckt an damit. Er weiß, sein Weg wird ihn ans Kreuz bringen, damit das Böse und der Tod überwunden werden können. Ein letztes Mal wird er mit seinen Jüngern das Passahmahl feiern, also die Erinnerung an die Befreiung, die Erinnerung, dass Gott seine Menschen aus der Knechtschaft geführt hat. Bei diesem letzten gemeinsamen Abendessen nimmt Jesus Abschied von seinen Jüngern. Er versucht sie vorzubereiten, auf das, was geschieht. Auf seinen Tod, auf die Trauer und auf die Auferstehung.

 

Eure Traurigkeit soll zur Freude werde. Da blitzt in den Abschiedsgesprächen Jesu schon ein wenig Osterfreude auf. Neues Leben, neue Freude.

 

Ja in dieser besonderen Situation, die uns in Vielem einschränkt, sicher auch so manches Gefühl von eingesperrt sein vermittelt, in dieser Situation sehne ich mich schon danach, zu spüren, dass und wie es sein wird , zu spüren: Hurra, ich lebe neu!

 

Ich brauche dazu die Geduld, das beharrliche Gespräch mit Gott, den ehrlichen Blick auf die eigenen Schwächen und Fehler, die Hoffnung und Gewissheit, dass Jesus Christus die Quelle der Freude ist, und die Bereitschaft, mich von Gott verwandeln zu lassen. Dann kann es wahr werden: Eure Traurigkeit soll zur Freude werden.

 

 

 

 

7.April

 

 

 

Losung und Lehrtext, Dienstag, 7.April 2020

 

Zefanja 3,15: Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.

 

Markus 4,40: Jesus sprach zu den Jüngern: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

 

„Furchtsam.“ Ja dieses Wort trifft, wollen wir beschreiben, was unsere Zeit prägt. Sturm, Krise, Furcht, Unsicherheit. Woher kommt Hoffnung? Woher Sicherheit oder Perspektive? Nur zu gern wollen wir jetzt schon wissen, wie und dass wir gut herauskommen aus der Pandemie. „Habt ihr (noch) keinen Glauben?“

 

Dieses Wort stammt aus der Geschichte der Sturmstillung. Über den Jüngern tobt der Sturm. Erfahrene Fischer ratlos, machtlos gegen die Gewalten von Wasser und Wind. Jesus verschläft das Ganze im Boot. Endlich wecken sie ihn. Ein Wort von ihm und Stille. Adresse und Quelle sind klar. Gott unser Herr, der uns in Jesus Christus begegnet will bei uns sein, das wir kein Unheil mehr fürchten müssen.

 

Glauben haben: Ich verbinde das für mich mit Erfahrungen vom Segeln. An meiner Rettungsweste, die sich automatisch aufpustet, wenn sie nass wird, ist ein Rettungsseil, mit dem kann ich mich einhaken an der Reeling oder anderen Sicherungspunkten, damit ich bei Sturm nicht verlorengehen kann. Wichtig ist, dass ich an der richtigen Stelle einhake, mich fest mache. Im Glauben ist das Gott, bei dem ich mich mit meinem Gebet fest einhaken kann. Krisen und Stürme lassen neu suchen: Wo kann ich mich sicher einhaken? Unsere Worte von heute machen klar: Gott will Hoffnung und Halt sein gegen alle Furcht.

 

 

 

6.April

 

 

Tageslosung und Lehrtext, Montag, 6.April 2020

 

 

 

Hosea 8,12: Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre.

 

Johannes 18, 37: Jesus spricht: Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.

 

 

 

Auf den ersten Eindruck kommt an: Ihr kapiert nichts. Egal, wie genau ich euch Gebote gebe, bleibt es eine fremde Lehre für euch. Drei Juristen vier Meinungen und keine Wahrheit dahinter. Erst Jesus bringt die Wahrheit.

 

 

 

Schauen wir genauer hin. Ehe ich auf die Gerichtspredigt des Hosea eingehen will, schauen wir auf die Wahrheitsfrage. Sie stammt aus dem Gespräch zwischen Pilatus und Jesus. Es heißt dort im Zusammenhang:

 

Johannes 18, 33ff: 33 Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und sprach zu ihm: Bist du der Juden König? 34 Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben dir's andere über mich gesagt? 35 Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohepriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? 36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von hier. 37 Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es: Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. 38 Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. 39 Ihr habt aber die Gewohnheit, dass ich euch einen zum Passafest losgebe; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe? 40 Da schrien sie wiederum: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Räuber.

 

Pilatus fragt: Was ist Wahrheit. Jesus lässt die Frage unbeantwortet, aber verweist darauf, dass er Zeuge der Wahrheit ist. Ja der Zweck seines irdischen Lebens ist es geradezu, von der Wahrheit zu zeugen. Darin ist er König und macht die Seinen zu Königskindern. Die Mehrzahl der Juden und Schriftgelehrten kapiert es nicht, sieht es nicht und will lieber einen Gesetzesbrecher überleben lassen als Jesus.

 

Das wiederum passt zur heftigen Gerichtspredigt die wir bei den Propheten Amos und Hosea finden. Alle religiösen Handlungen, alles Gesetzesinterpretationen bringen nichts, weil sie an der Wahrheit des Bundes mit Gott vorbeigehen. Weil die Herzensbeziehung fehlt, weil das Doppelgebot der Liebe immer wieder gebrochen wird. Matthäus 22, 37ff.:»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5). 38 Dies ist das höchste und erste Gebot. 39 Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Da haben wir zusammengefasst die Bundesverpflichtung auf menschlicher Seite. An ihr muss ich mich und mein Verhalten messen lassen. Das ist Wahrheit und braucht keine Rechtsgelehrten.

 

Aber egal, wie oft und in welchen Einzelheiten es aufgeschrieben wird, bleibt es den Menschen fremd und es kommt die Strafpredigt wie bei Hosea im 8.Kapitel:

 

Israel hat das Gute verworfen

 

1 Stoße laut ins Horn! Wie ein Adler kommt es über das Haus des HERRN, weil sie meinen Bund übertreten und mein Gesetz gebrochen haben. 2 Wohl schreien sie zu mir: Du bist mein Gott; wir, Israel, kennen dich. 3 Doch Israel hat das Gute verworfen; darum soll der Feind sie verfolgen. 4 Sie machten Könige, aber ohne mich; sie setzten Obere ein, und ich wusste nichts davon. Aus ihrem Silber und Gold machten sie Götzen, auf dass sie bald vernichtet werden! 5 Er hat dein Kalb verworfen, Samaria. Mein Zorn ist gegen sie entbrannt. Wie lange noch sind sie unfähig zur Reinheit? 6 Sie sind doch aus Israel! Das Kalb aber – ein Handwerker hat es gemacht – ist doch kein Gott! Ja, das Kalb Samarias soll zermalmt werden. 7 Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten. Halme ohne Ähren bringen kein Mehl; sollten sie doch etwas bringen, verschlingen es Fremde. 8 Verschlungen ist Israel. Jetzt sind sie unter den Völkern wie ein Gefäß, das niemand haben will. 9 Denn sie sind nach Assur gelaufen – der Wildesel bleibt für sich –, und Ephraim buhlte mit Geschenken. 10 Auch wenn sie unter den Heiden buhlen, will ich sie jetzt einsammeln; dass sie sich bald winden unter der Last des Königs der Fürsten. 11 Denn Ephraim hat sich viele Altäre gemacht zu sündigen: Die sind ihm Altäre zur Sünde geworden. 12 Wenn ich ihm auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre. 13 Voller Gier opfern sie und essen das Fleisch. Aber der HERR hat kein Gefallen daran. Jetzt gedenkt er ihrer Schuld und sucht ihre Sünde heim. Sie müssen zurück nach Ägypten! 14 Israel vergaß seinen Schöpfer und baute Paläste, und Juda befestigte viele Städte; aber ich will Feuer in seine Städte senden, das soll seine Paläste verzehren.

 

Wer kann sich diesen Anklagen komplett entziehen? Ich brauche Jesus, sein Opfer, seine Wahrhaftigkeit in Liebe, die Vergebung durch ihn, um im Bund mit Gott Gottes Königskind sein zu können. Das geht weder ohne Regeln noch ohne Gnade.

 

Ich danke Gott, dass er durch Jesu Weg ans Kreuz, durch Jesu Zeugnis der Wahrheit und Liebe Gottes den Weg frei gemacht zu Gott und zum Mitmenschen. Ich will in aller Bruchstückhaftigkeit in dieser Wahrheit leben.

 

Wie oft habe ich versäumt, Worte der Wertschätzung zu sagen: Du bist wichtig. Oder: Danke, du hast mir sehr geholfen. Oder: Entschuldigung, das habe ich versäumt.

 

Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen. Ich und du werden finden und spüren, wo es konkret wird, manchmal auch unbequem konkret und nah. In meiner Jugendzeit habe ich leider viele Menschen erlebt, die sehr genau sagen zu können meinten, wie der Glaube bei anderen auszusehen hat, die aber nicht vom Umgang mit den eigenen Fehlern sprachen. Deshalb gehören für mich die Konkretionen ins eigene oder gemeinsame Suchen und ins Gespräch.Und es fängt damit an, die eigenen Fehler anzuschauen und zu Jesus zu bringen.

 

So wie die Beschränkungen wegen des Virus erst erträglich und nachvollziehbar werden, wenn ich das Ziel verstehe, das hinter den Maßnahmen steckt, so finde ich die konkreten Folgen des Glaubens im eigenen Leben erst, wenn ich mein Leben und Handeln im Licht dessen sehe, der mir mein Leben gegeben hat.

 

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5.April

 

Tageslosung und Lehrtext Palmsonntag 2020

 

Psalm 68, 17: Lobet Gott in den Versammlungen.

Johannes 12, 12-13: Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien Hosianna! Gelobt, sei der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel.

 

So klar. So richtig. So unmöglich zur Zeit. So geht es spontan durch den Kopf. Und als es möglich war? Haben wir da etwa geschludert, Versammlungen, Gottesdienste, Veranstaltungen eher gemieden?

Aber zurück zum Kern. Lobt Gott! Der Psalm 68 ist in der Lutherbibel überschrieben: „Der Sieg Gottes“.

Es lohnt diesen Psalm als Ganzen zu lesen, mehrere vertraute Worte stammen daraus

Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott...Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Wir haben einen Gott der da hilft und einen Herrn, der vom Tode errettet... tritt nieder, die das Silber lieb haben, zerstreue die Völker, die gern Krieg führen...Gebt Gott die Macht... Gelobt sei Gott.

Durch den Virus zunächst auf uns selbst, auf den Nahbereich und auf die virtuelle Welt der Medien geworfen und begrenzt, erkenne ich immer wieder neu, was Begegnung, was Beziehung, auch was Gottesbeziehung bedeutet. Ich spüre, dass es gut tut, mich immer wieder intensiv mit Worten aus der Bibel zu beschäftigen, ihnen nachzugehen, sie in meine Situation hinein zu holen.

Gelobt sei Gott, der lässt uns nicht allein. Und so zieht im Lehrtext (stammt übrigens aus der Evangelienlesung für den heutigen Sonntag) Jesus unter Jubel in Jerusalem ein. Ein Jubel, der schnell verrauchte, als klar war, dass Jesus kommt, unsere Schuld, unser Leid ans Kreuz zu tragen. Aber eben erst darin wird Gott zum Gott, der da hilft.

 

 

4. April Wo ist Gott?

Losung und Lehrtext – Samstag 4.April 2020 – Gott wahrnehmen im Hier und Jetzt

 

 

 

Psalm 115, 2-3: Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.

 

Römer 1, 20: Gottes unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken.

 

 

 

Der erste spontane Gedanke war: Warum so hin und her gewendet und gesprungen in den Worten. Warum nicht frei heraus? Was wir erleben ist doch zunächst tatsächlich die Frage: Wo ist Gott? Nicht nur von den Heiden. Die Antwort des Psalms ist klar: Unser Gott ist im Himmel und kann schaffen, was er will. Kein Zweifel an Gottes Macht, kein Zweifel, dass er hinter allem steckt, was geschaffen ist. Nehmen wir den neutestamentlichen Text hinzu wird klar, dass nicht jeder Gott wahrnimmt, aber Gott kann in seinen Werken gesehen werden.

 

Wo ist Gott? In seinen Werken kannst du ihn sehen. So die Antwort des Paulus. Und was sind diese Werke? Zum einen die Schöpfung in ihrer Ordnung zum anderen Jesus Christus. Er zeigt mitten in der Welt mit Unrecht, Schuld, Leid, Krankheit und Not, dass Gott selbst zu den Menschen kommt, sie einlädt zur Gemeinschaft und zu einem Leben, das tatsächlich Leben ist und ermöglicht.

 

Im Losungsheft ist unseren Versen ein Liedvers von Joachim Vobbe zugeordnet:

 

In deiner Schöpfung birgt sich dein Gesicht, in stiller Ordnung, die den Kosmos hält. In Pflanze, Tier und Vielfalt dieser Welt. Was du geschaffen hast, verlässt du nicht.

 

Auch wenn er uns verborgen ist, der ferne Gott ist der nahe Gott, der uns bewahren will, annehmen und verändern, dass wir nicht an toten Götzen sterben, sondern mit dem liebenden Gott leben. Das braucht auch ein Bedenken unseres Tuns in der Perspektive der Buße. Wo handele ich gegen Gottes Schöpfung und Liebe, das braucht die feste Verankerung in der Beziehung zu Jesus und das braucht den Mut, sich auf beides einzulassen. Mit anderen Worten, wie Luther Psalm 115 überschreibt: Gott allein die Ehre! Lesen und beten wir den ganzen Psalm.

 

1 Nicht uns, HERR, nicht uns, / sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen! 2 Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? 3 Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. 4 Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. 5 Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, 6 sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht, 7 sie haben Hände und greifen nicht, / Füße haben sie und gehen nicht, und kein Laut kommt aus ihrer Kehle. 8 Die solche Götzen machen, werden ihnen gleich, alle, die auf sie vertrauen. 9 Aber Israel hoffe auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 10 Das Haus Aaron hoffe auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 11 Die ihr den HERRN fürchtet, hoffet auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 12 Der HERR denkt an uns und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron. 13 Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Großen. 14 Der HERR mehre euch, euch und eure Kinder. 15 Ihr seid die Gesegneten des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. 16 Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. 17 Nicht die Toten loben den HERRN, keiner, der hinunterfährt in die Stille; 18 wir aber, wir loben den HERRN von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!

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3. April

 

 

Tageslosung und Lehrtext Freitag, 3.April

 

 

 

Psalm 89,16 Wohl dem Volk, das jauchzen kann! Herr, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln.

 

Epheser 5, 8-9: Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

 

 

 

Von Völkern und Lichtgestalten ist auf den ersten Blick zu lesen. Schauen wir genauer hin. Es geht nicht um Nationen, um Sieger und Verlierer, um das Ausspielen gegeneinander, sondern es fegt um das Volk Gottes. Es geht um die, die zu ihm gehören, die besonders gesegnet sind. Liest man den sehr langen Psalm 89 im Zusammenhang, wird deutlich, dass es darum geht, dass Gott David auserwählt hat, damit sein Volk sich behaupten kann, überlebt, die Gaben Gottes tatsächlich loben kann und feiern.Die Nöte verschweigt der Psalm nicht. Auch und gerade das erwählte Volk wendet sich ab von Gott, muss leiden, muss zurückgerufen werden. Es erlebt die Verborgenheit Gottes ebenso wie die Treue Gottes. Im Lob der taten Gottes, in der Beziehung zu Gott da kann das Volk jauchzen und wandelt im Licht, das immer Licht Gottes ist.

 

Genau da knüpft das Wort aus dem Epheserbrief an. Als Christen sind wir Kinder des Lichtes. Im weitesten Sinne also Lichtgestalten. Die eigentliche Lichtgestalt aber ist Jesus Christus. Er ist das Licht. In diesem Licht werden wir zu Kindern des Lichtes. Und das trägt Früchte: Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.

 

Lesen wir den Zusammenhang im Epheserbrief wird deutlich, dass unser Tun und Lassen alles andere als egal ist. Kinder des Lichtes oder wie es bei den Gedanken zu den Losungen und Lehrtexten der letzten Zeit immer wieder aufblitzte Königskinder sind letztendlich erkennbar. Zur Annahme Jesu Christi gehört auch das Leben durchleuchten und ändern zu lassen. Mir kommt ein Stück eines Liedes von Bettina Wegener in den Sinn: „Klare gerade Menschen, wärn ein schönes Ziel, Menschen ohne Rückrad gibt es schon zu viel.“ Ja dazu können wir im Lichte Jesus werden. Unsere Waffen oder Möglichkeiten dazu sind Wahrhaftigkeit, Gebet, liebe und Segen. Instrumente, Wege, mit denen wir andere anstecken können und zu Lichtgestalten werden.

 

Der Break, die Unterbrechung durch Corona gibt uns auch auf, zu schauen, was unser leben wirklich trägt und was es prägen soll. Mag die Situation auch schwer und bedrückend sein, die Wahrheit ist: Gott ist größer und stärker und in seinem Licht sehen wir das Licht. In diesem Licht können wir den Mitmenschen aufrecht, der Liebe Gottes bewusst und selbstbewusst den Mitmenschen voller Güte und Gerechtigkeit begegnen, liebevoll Leben gönnen ohne Angst, zu kurz zu kommen. Unrecht, Not und Ärgernisse können wir dabei getrost benennen und ins Gebet nehmen, Jesus bezeugen und seinen Segen weitergeben. Quelle des Lichtes und des Jauchzens und Feierns ist Gott selbst, nicht in „Friede, Freude, Eierkuchen“, sondern in Wahrheit und Gerechtigkeit.

 

Passend ordnet das Losungsheft den beiden texten Worte von Albert Bartsch zu:

 

Lass uns von deiner Gnade singen und froh durch unsre Tage gehen, lass uns um alle Menschen ringen, die noch in Nacht und Dunkel stehn. Lass preisen uns und jubilieren und lass uns deine Wunder schaun, dass wir die Herzen zu dir führen und so an deinem reiche baun.

 

 

 

PS: Die am 23.März geposteten Osterglocken vor dem Pfarrhaus blühen noch immer tapfer. Auch ein Zeichen der Größe Gottes und der Osterhoffnung.

 

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2. April

 

Tageslosung und Lehrtext vom 2.April 2020

 

Psalm 71, 17 Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.

 

Lukas 2, 28-30: Simeon nahm das Kind Jesus auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässt lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben den Heiland gesehen.

 

Wieder möchte ich mit dem beginnen, was mir Joachim dazu schrieb:

 

„Die Losung vom 2. April ist das Resümee, der Lebensrückblick eines gläubigen Menschen.

 

Er stellt fest: In allen Lebensphasen durfte er Wunder erleben.

 

Das ist auch mein Wunsch: Wenn ich mal alt bin, dass ich dann nicht nachlasse oder der Vergangenheit nachtrauere. Sondern weiterhin mit Gottes Wundern rechne und sie auch erlebe.

 

Das ist das Gegenprogramm zur verbreiteten Auffassung des immer weniger im Alter. Die Gleichung Alter = Defizitär. Weniger Mobilität, Verdienst, Können, Gelten.

 

Wie anders die Bibel (mal abgesehen von Prediger Salomo) wo gerade in den Psalmen und den Sprüchen die Alten, die im Glauben stehen, gerühmt werden.“

 

Dies ist für mich der eine Aspekt unserer Worte für heute. Durch das ganze Leben begleitet Gott mich auch durch Wunder und ich will ihn loben dafür.

 

Der zweite Aspekt wird im Lehrtext deutlich: Simeon erfährt in seinem Herzen, dass der Retter da ist. Indem er Jesus sieht, weiß er: Ich habe meinen Retter gesehen. Ob er schon Jesu weg vor Augen hatte, den schwierigen und steinigen Weg bis ans Kreuz bleibt offen. Überdeutlich aber: Simeon ist von einem tiefen Frieden erfüllt, indem er auf Jesus sieht.

 

Hier setzt sich fort: Auf die Herzensbeziehung zu Gott, zu Jesus kommt es an. In der Beziehung zu Christus finden wir den Frieden und die Freude, die uns tragen, das ganze Leben hier und noch darüber hinaus.

 

Dass auch unser Weg dabei einn angefochtener, zuweilen steiniger, zuweilen schöner ist wird deutlich, wenn wir den Psalm 71 als Ganzen lesen:

 

1 HERR, ich traue auf dich, lass mich nimmermehr zuschanden werden. 2 Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir! 3 Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen kann, / der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg. 4 Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen. 5 Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott, meine Hoffnung von meiner Jugend an. 6 Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; / du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen. Dich rühme ich immerdar. 7 Ich bin für viele wie ein Zeichen; aber du bist meine starke Zuversicht. 8 Lass meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich. 9 Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde. 10 Denn meine Feinde reden über mich, und die auf mich lauern, beraten sich miteinander 11 und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jagt ihm nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter! 12 Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen! 13 Schämen sollen sich und umkommen, die mir feind sind; mit Schimpf und Schande sollen überschüttet werden, die mein Unglück suchen. 14 Ich aber will immer harren und mehren all deinen Ruhm. 15 Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann. 16 Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN; ich preise deine Gerechtigkeit allein. 17 Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. 18 Auch verlass mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau werde, bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen. 19 Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel; der du große Dinge tust, Gott, wer ist dir gleich? 20 Du lässest mich erfahren viel Angst und Not und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. 21 Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder. 22 So will auch ich dir danken mit Saitenspiel für deine Treue, mein Gott; ich will dir zur Harfe lobsingen, du Heiliger Israels. 23 Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen. 24 Auch meine Zunge soll täglich reden von deiner Gerechtigkeit; denn zu Schmach und Schande werden, die mein Unglück suchen.

 



 

 

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1. April

 

Losung und Lehrtext für Mittwoch – 1.April 2020

 

Jesaja 65, 19: Ich will mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.

Johannes 16, 22: Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

 

Mein Freund Joachim schrieb mir gestern dazu: „Was die morgige angeht, ist Joh 16,22 mutmachend. Jesus weitet seinen Jüngern den Blick über die gegenwärtige Traurigkeit hinaus.

Es werden wieder Freudenzeiten kommen. Dabei denkt die Christenheit an Ostern.

Als die aufgeregten Frauen vom Friedhof gelaufen kommen und den Jüngern verkündeten: Das Grab ist leer, der Herr ist auferstanden winken die ab: April, April!

 

April, April, hätte die Antwort gelautet, wenn jemand vor einem Monat gesagt hätte, am ersten April sind Kitas, Schulen, Unis, Geschäfte dicht auf unbestimmte Zeit.

Am 1. April ist man besonders kritisch und vorsichtig, glaubt nicht alles, glaubt nicht jedem.

Welcher Nachricht kann ich trauen? Welcher Mensch verdient mein Vertrauen?

 

Gesunde Skepsis ist angeraten. Anders bei Jesus. Seinen Worten schenke ich Gehör. Er lügt mich nicht an. Er macht keine leeren Versprechen.“

 

Die Verheißung unserer Losung ist bei Jesaja eingebettet in ein Ringen Gottes um seine Menschen. Buße, Halsstarrigkeit seines Volkes, Trennung und Verstoßung von Abtrünnigen und gnädige Annahme von Getreuen. Durch diesen Zusammenhang kam es bei uns am Frühstückstisch zu einer intensiven Diskussion über Gericht und Gnade, Buße und Annahme. Mir kommen Gerichtsworte nur schwer über die Lippen. Ich überlasse es Gott, wen er annimmt und halte es mit Paulus, der sagt: Wir bitten euch an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott. Diese Einladung sehe ich als Kern meines Auftrags als Pfarrer und Verkündiger. Ist es aber verkehrt, dass mich Antje daran erinnert, dass Buße und Gericht auch dazu gehören, wenn wir von Gott sprechen? Ich denke sie erinnert zu recht daran.

Die Freude, von der Jesus im Abschied von seinen Jüngern redet, die Freude, die nie vergeht, wächst aus der Beziehung mit dem auferstandenen Christus. Er will in meinem Herzen sein. Und wo er ist, da ist Freude, größer und stärker als alle Traurigkeit und Zweifel. In der Gabe seines Heiligen Geistes, in dem was er uns ins Herz legt, bricht Gottes neue Welt schon an, in der Nähe Gottes, Leben und Freude ist und in der es weder Leid noch Geschrei gibt, in der Gott alle Tränen abwischt, ganz nah kommt und es keinen Tod mehr geben wird, nur Nähe Gottes.

Wo ich das erkenne brauche ich, wenn ich es verpasse kein Gericht mehr, denn die Verzweiflung ist dann gewiss, wenn ich es aber ergriffen habe, im Herzen wirken lasse, von Herzen Jesu Sterben für mich glaube und annehme, da habe ich die Gewissheit und Freude, die trägt. Und dann dann kann ich freudig und liebevoll leben. Dann habe ich Frieden mit Gott, mit mir, mit den Mitmenschen.

 

Ein Gebet von Frère Roger (Taizé) dazu:

Gott des Friedens, Freude des Evangeliums willst du in uns legen. Sie ist da, ganz nahe, neu entfacht durch deinen Blick, der voll Vertrauen auf unserem leben ruht. Amen

 

 

31.März

 

Losung und Lehrtext Dienstag, 31.März 2020

 

 

 

Sacharja 6, 35: Jene, die fern sind, werden kommen, den Tempel des Herrn zu bauen.

 

Epheser 2, 22: Durch Jesus Christus werdet auch ihr erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

 

 

 

Die Visionen und Fragen des Profeten Sacharja erklärt und beantwortet ihm Gott mit der Klarstellung, dass die entscheidenden Dinge nicht durch Macht oder Gewalt geschehen, sondern durch Gottes Geist. Dieser Geist Gottes kann jeden einbeziehen, wie fern er zunächst von Gott zu sein scheint.

 

Das Wunderbare wird dann im neutestamentlichen Wort deutlich: Dieser Geist Gottes will in einem jedem von uns wirken. Durch Jesus Christus werden wir Wohnung Gottes und seines Geistes.

 

Was aber sollte vor allem im Haus Gottes sein? Gebet, Gespräch mit Gott, Beziehung zu Gott.

 

Beim Profeten Sacharja folgt auf die Verheißung in unserer heutigen Losung in Kapitel 7 dann die Kritik am Fasten und an den religiösen Handlungen, die Menschen für sich selbst und nicht in Beziehung zu Gott tun.

 

Hier liegt wohl der rote Faden der Losungen und Lehrtexte der letzten Tage, es ist aber auch der rote Faden der Anrede Gottes an uns überhaupt: Gott sagt: Du bist mir wichtig, du bist es wert, dass wir Beziehung miteinander haben. Du gehörst zu mir und ich bin für dich da. Ich baue dich auf, schön wie ein Tempel, Wohnung für Gebet und Liebe. Wohnung Gottes im Geist also.

 

 

 

Im Tempel Gottes da könnte es klingen, wie wir es in unserem Gesangbuch unter Nr. 830 finden:

 

 

 

Heute, mein Gott, will ich dir danken für die bisherige Lebenszeit mit allem, was sie mir gebracht hat. Ich danke dir für die kleinen Freuden des Alltags, für jeden Baum, für jeden Strauch, für den Gesang der Vögel in den Zweigen, für die Menschen, die mir begegnen und die zu mir gehören.

 

Es ist noch so viel, was mein Leben reich macht. Erhalte mir, Herr ein waches Bewusstsein für den Reichtum meiner Tage.

 

Ich will nicht klagen über das, was mich beschwert, freuen will ich mich, dass ich deiner Treue gewiss sein darf und deiner Vergebung.

 

Hilf mir, herr, dass ich den Menschen meiner Umgebung mit offenen Augen begegne. Ich weß nicht, wie viel Zeit du mir noch zumessen wirst. Darum will ich dir danken Gott, für jeden Tag und jede Stunde, die du mich leben lässt. Amen

 

 

 

Begegnen geschieht auch per Brief, Telefon, Mail, verschickten Bildern...

 

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30. März

 

Losung und Lehrtext 30.März 2020

 

Jeremia 8,4 Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gerne wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?

Johannes 6, 37: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

 

Stimmt. Denke ich. Gefallen will ich wieder aufstehen. Verirrt zurück auf den richtigen Weg. Lese ich beim Propheten Jeremia weiter, fällt auf, dass eben gerade Verwunderung und Ärger groß sind, dass dieser Wunsch anscheinend nicht da ist, wieder zurecht zu kommen. Es ist eher wir beim Fußballer, der nach dem Zweikampf sitzenbleibt und Foul reklamiert, statt aufzustehen und und den Ball zurück erobern zu wollen.Und in unserer Situation. Im Griff von Corona? Die Wirtschaft im Fall. Ärzte und Pfleger/innen am Limit, ihnen zu helfen. Immense Anstrengungen, um im Gesundheitswesen niemanden hinausstoßen zu müssen. Auch für viele der positiv getesteten in einem Krankenhausbett ist ungewiss, ob (!) und wann sie wieder aufstehen können. Ärzteteams und Pflegepersonal wollen Handreichung geben, versorgen, zum Aufstehen helfen. Wir wollen sie unterstützen mit unserer Fürbitte.

 

Der neutestamentliche Text öffnet eine weitere Dimension. Wer zu Jesus kommt, den stößt er nicht weg.Ich kann fallen. Ich kann Fehler machen. Komme ich zu Jesus ist und bleibt er Brot des Lebens. Das Johannesevangelium erzählt im 6.Kapitel zunächst wie Jesus Menschen satt macht mit dem Wunder der Speisung der 5000, wie er über das Wasser gehen kann, mit seinen Jüngern spricht und dann doch wieder nach einem Wunder gefragt wird, seine Vollmacht, seine Macht zu zeigen. Jesus antwortet mit dem Hinweis: „Ich bin das Brot des Lebens! Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt den wird nimmermehr dürsten...wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Wie auch gestern in den Texten geht es um die richtige Adresse. Die ist, wenn es um die Frage nach Leben geht, Jesus. Gott selbst, der in Jesus begegnet. Zu ihm wollen wir beten. Für uns, für unsere Lieben und vor allem für die, die zur Zeit am Limit für andere da sind.

 

Im Losungsheft ist unseren Bibelversen ein Gebet zugeordnet. Der Verfasser bleibt anonym. Es könnte jede/r von uns sein:

 

Nimm meine Hand, Herr, und hilf mir, wieder aufzustehen. Sag mir dein gutes Wort, und ich kann wieder Hoffnung fassen. Zeig mir einen Ausweg, und es fällt mir ein Stein vom Herzen. Mit dir kann ich meinen Weg weitergehen.

 

PS: Ich bin mir bewusst, hier die Seite besonders herausgestellt zu haben, dass wir immer und mit allem zu jesus kommen können. Ich bin mir bewusst, dass es wichtig ist, dass wir auch bedenken und benennen,was denn unsere Irrwege sind. Zum Schmecken und sehen, wie freundlich der Herr ist, gehört es, hinzuschauen, wo ich geirrt habe, gefehlt habe, gefallen bin. Diese Sabbathzeit durch Corona ist sicher auch Beicht- und Bußzeit.



 

29. März

 

Losung und Lehrtext für Sonntag, 29.März 2020 – Gott sieht mich

 

Psalm 142,4: Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad.

2.Korinther 1, 3-4: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis.

Mitten ins Schwarze trifft diese Losung. Herz, Geist, Seele – die Angst ist spürbar, ist gegenwärtig, macht ratlos. Doch keine Sackgasse! Gott kennt meinen Weg. Er ist die richtige Adresse. Und diese Adresse wird mit dem neutestamentlichen Text genauer gefasst. Vater Jesu Christi, Vater der Barmherzigkeit, Gott allen Trostes in aller Bedrängnis.

Cool kann wohl niemand bleiben in der Situation. Aber mehr als innehalten und auf Gott schauen können wir kaum. Wir müssen die Situation eines verlängerten Sabbat, das gebotene Innehalten aushalten.

Wer mehr zu den Hintergründen des Psalms wissen möchte, findet in 1.Samuel 24 das Geschehen auf das im ersten Vers des Psalm angespielt wird mit „als er in der Höhle war“. David wird von Saul verfolgt. Es ist sogar ein Kopfgeld ausgesetzt. Ganz nah ist David dem Gegner. Verschont ihn. Zweifelt, ob er richtig handelt und sucht seine Zuflucht allein bei Gott.

Im 2.Korintherbrief legt Pauls seinen Streit mit den Korinthern bei und spielt darauf an, dass er in Ephesus gerade heftige Anfeindung und Bedrohung überlebt hat, nachzulesen in Apostelgeschichte 19. Paulus hat durch seine Predigt die Geschäfte derer, die Götzenbilder machen gefährdet und hat damit einen handfesten Aufruhr provoziert.

Beiden Situationen gemeinsam sind die Ratlosigkeit und Unvorhersehbarkeit dessen, was kommt , und die der Ausweg allein im Blick auf Gott.

Wer den Psalm in mehreren Übersetzungen nachschlägt, wird sehr unterschiedliche Formulierungen finden. Luther hatte übersetzt: Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an. Luther hat da wohl schon auf die Wirkung geschaut. Im hebräischen Text sind es die Augen Gottes, die auf dem gehen oder den Schritten sind. Vor Gottes Augen ist der Weg klar, ist der gute Ausgang sichtbar. Gott schaut nicht mit ängstlichen Augen, sondern ist der Vater der Barmherzigkeit, der sich unser annimmt.

Wo wir diese Gewissheit spüren, da mischt sich vielleicht schon Hoffnung in die Angst, da kommt vielleicht auch mancher Traum. Geplant hatten wir ja heute den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden zum Thema „Martin Luther King“. Sein Traum des Miteinanders und der Zukunft war geprägt von dem festen Blick auf Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, dem Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes.

Von Herzen kann ich in unserer Situation den Psalm 142 beten in der Übertragung „Neues Leben. Die Bibel“:

1 Ein Psalm Davids, als er in der Höhle war. Ein Gebet. 2 Ich schreie zum Herrn, ich flehe zum Herrn um Gnade. 3 Ich bringe meine Klagen vor ihn und breite all meine Sorgen vor ihm aus. 4 Denn ich bin verzweifelt, und du allein weißt den Ausweg. Wohin ich mich auch wende, überall haben meine Feinde mir Fallen gestellt. 5 Ich warte, dass jemand kommt und mir hilft, doch niemand verschwendet auch nur einen Gedanken an mich! Niemand hilft mir, niemanden kümmert es, was aus mir wird. 6 Herr, deshalb bete ich zu dir. Ich sage: »Du bist meine Zuflucht. Du bist alles, was ich im Leben will. 7 Höre mein Rufen, denn ich bin mit meiner Kraft am Ende. Rette mich vor meinen Verfolgern, sie sind zu stark für mich. 8 Hol mich heraus aus dem Gefängnis, damit ich dir danken kann. Die Gottesfürchtigen werden sich um mich versammeln, wenn du freundlich zu mir bist.«

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28.März

 

Tageslosung und Lehrtext Samstag, 28.März 2020

 

Psalm 147, 11: Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.

Markus, 3, 35: Christus spricht: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

 

Spontan prasseln widersprüchliche Gedanken auf mich ein. Sagt Gott nicht immer wieder: „Fürchte dich nicht?“ Und heißt es nicht im neuen Testament „Furcht ist nicht in der Liebe?“ Und jetzt soll ich mich auf einmal fürchten. Achtung! Es heißt nicht „fürchte dich“, es heißt die ihn fürchten. Das knüpft an an unsere Texte von gestern. Gott ist größer. Gott ist größer als alle Angst, ja er ist der Grund und der Adressat unserer Hoffnung. In 4 Schritten will ich den Worten für heute nachsinnen:

  • Gott fürchten

  • auf Gottes Güte hoffen

  • Gott stellt uns in die Gemeinschaft

  • Schreibe eigene Psalmen deines Lebens

 

Gott fürchten, oder Gottesfurcht stellt in der Gottesbeziehung ganz besonders den Aspekt der Größe und Einzigartigkeit Gottes heraus. Er ist, wie es der gesamte Psalm 147 zeigt Herr und Ursprung der Schöpfung und der Geschichte seines Volkes. Gottesbeziehung lässt sich nicht reduzieren auf einen romantisches Liebesverhältnis. Echte Gottesbeziehung erkennt die Größe Gottes an und antwortet mit dem eigenen Tun darauf. Dies wird übrigens im neutestamentlichen Wort Jesu aufgenommen: „Wer Gottes Willen tut.“

 

Auf Gottes Güte hoffen, das heißt bei Gott Hilfe suchen. Ich knüpfe an, an der Größe Gottes und an seiner Zusage. Darauf setze ich alle Hoffnung. Im Konfirmandenunterricht mussten wir den Psalm 23 auswendig lernen: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, , dein Stecken und Stab trösten mich.“ Gott ist da. Manchmal verborgen, manchmal spüre ich auch, wie er mich in die richtige Richtung schubsen will. Ein Sprichwort sagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich denke eher, die Hoffnung, die Gott in unserer Herz gibt stirbt nie. Gut, sie immer wieder hervor zu holen. Im Gebet und im Handeln.

 

Gott stellt in Gemeinschaft: Im zugeordneten neutestamentlichen Text spricht Jesus über seine Familie. Er setzt neue Grenzen und Maßstäbe. Die Beziehung zu Gott macht die Familie. Es bleibt wie auch sonst in der Familie. Ich kann mir nicht frei nach eigener Nase aussuchen, wer dazugehört, sondern die Gottesbeziehung macht mich zum Kind Gottes und damit Familienmitglied, so wie ich in eine Familie hinein geboren werde. Ich denke dieses Wort ist der Losung zugeordnet, um uns klar zu machen: In der Beziehung zu Gott stehst du nicht allein, bist kein Einzelkind sondern Teil der Familie Gottes.

 

Und meine Antwort auf das Ganze? Ich kann und soll eigene Psalmen sprechen, beten, schreiben von der Güte Gottes, von meinen Nöten, von meinen Verfehlungen und von Gottes Größe und Güte, von der Hoffnung, die er schenkt und von all dem, was er schon getan hat in meinem Leben.

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27.März

 

Losung und Lehrtext Freitag, 27.März

 

 

 

Jeremia 17, 9-10; Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich, der Herr, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun.

 

1.Johannes 3, 19-20: Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn uns unser verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.

 

 

 

Wer möchte jetzt nicht auf Herz und Nieren geprüft sein und für gesund befunden? Wer sehnt sich nicht nach der Gewissheit. Gott ist größer als die Not, die wir gerade erleben, Gott ist größer als die Angst, die Verzagtheit, auch größer als der Trotz gegen Weisungen und gegen Gott selbst.

 

Trotz und Verzagtheit markieren in der Losung die Weite der Gottesferne. Auf der einen Seite die Auflehnung gegen Gott, auf der anderen Seite die Verzweiflung über die eigenen Fehler, die eigene Unzulänglichkeit. In Jeremia 17 wird das entfaltet im Rahmen des Bundes Gottes mit seinem Volk. Fest gegründet in diesem Bund erwartet und belohnt Gott das richtige Tun. Hier wird ungerecht erworbener Besitz als Negativbeispiel und das Halten des Sabbat als positives Beispiel besonders herausgestellt. Aber erst Christus konnte diesen Bund mit Gott wirklich erfüllen Darauf baut der neutestamentliche Text aus dem 1. Johannesbrief. Gott ist größer als alle Schuld, Not, Angst. Genau das macht unseren Glauben aus. Dieser Vertrauen und Wissen: Gottes Liebe, Gottes Gnade ist größer als alles andere und macht uns fähig in Wahrheit Gott und den Nächsten zu lieben.

 

Ob mein Herz gerade trotzig sein mag oder verzagt, ich möchte immer wieder neu Gottes Größe erkennen und loben und mich von ihm befähigen lassen, in Wahrheit zu leben und zu lieben.

 

 

 

26.März

 

Losung und Lehrtext Donnerstag, 26.März 2020 „Seelenhygiene“

 

 

 

Psalm 38,19: Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen.

 

2.Korinther 7, 10: Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut.

 

 

 

Die Losung stammt aus einem Psalm, den Luther überschreibt: „In schwerer Heimsuchung“. Den Coranavirus erleben wir als große Heimsuchung. Im Psalm wird deutlich, dass sich der Beter eingeholt fühlt, zerschlagen, krank wegen seiner Schuld. Der Psalm wird David zugeschrieben. Geradezu wie in tiefster Depression klagt er. Verständlich mag denken, wem einfällt, wie sich David in die Frau seines Offiziers verliebt und den dann umkommen lässt. Der also sagt: Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen. So weit, so nachvollziehbar.

 

 

 

Nun ist dem ein Wort aus dem 2.Korintherbrief zugeordnet. Das spricht doch tatsächlich von „Traurigkeit nach Gottes Willen“. Paulus hatte Zoff mit der gemeinde in Korinth. Und er hat diesen Zoff ausgetragen, mit dem Ergebnis eines gemeinsamen Aufbruchs. Etwas verkürzt gesagt: Misstände angesprochen, voreinander und vor Gott, geklärt, neu angefangen, ohne Verlierer.

 

 

 

Beide Texte und Zusammenhänge streichen heraus, wie wichtig so etwas wie „Seelenhygiene“ ist.

 

Vor der Umkehr, vor dem Neuanfang steht das Hinschauen, der Blick in den Spiegel, den Gott uns vorhält. Die „Traurigkeit nach Gottes Willen“ ist vergleichbar mit der Selbsterkenntnis. Das eigene Leben anschauen, wie es ist, mit allen Fehlern, Schwächen und Stärken und dann Gott hinhalten mit der Bitte: Nimm alles Falsche weg und setz mich auf die richtige Spur.

 

 

 

Vielleicht ist so mancher durch die Coranakrise ausgelöste Gedanke an Versäumnisse und Fehler im Miteinander, im Umgang mit der Gottes Schöpfung, falschen Prioritätensetzungen auch eine „Traurigkeit nach Gottes Willen“.

 

 

 

Ganz sicher aber ist es eine gute „Seelenhygiene“ im Spiegel Gottes, seiner Liebe und seiner Gebote das Leben anzuschauen und ihm hinzuhalten. Im Gebet. In der Bitte um Vergebung, in der Bitte um Neuanfang und Orientierung. Hinwendung zu Gott. Umkehr eben, die niemanden reut.

 

 

25. März Gottes Kind oder Puzzleteil - Finde deine Antwort

Lehrtext und Losung für Mittwoch, 25.März 2020

1.Petrus 5, 5: Alle miteinander bekleidet euch mit Demut.

Jesaja 29, 16: Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche zu seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!

Die Worte erinnern mich an den Mathe-Unterricht. Auf das Vorzeichen vor der Klammern kommt es an oder in der Bruchrechnung: Was steht oben, was steht unten vom Bruchstrich. Jesaja weist die Menschen darauf hin, dass sie ganz offensichtlich das falsche Vorzeichen vor der Klammer oder den Kehrwert gewählt haben, statt sich tatsächlich von Herzen als Gottes Kinder zu sehen. Genau das sit es auch, was im 1.Petrusbrief hinter der Aufforderung zur Demut steckt. Hier schaue ich auf den Zusammenhang. Wiedergeboren zur Hoffnung und Gemeinschaft mit Christus sind wir und das hat Folgen. Die sind nicht immer leicht, auch mit Anfeindung und Leid verbunden und mit Konsequenzen in unserem Handeln. Gebündelt heiß es in 5.Kapitel:
1 Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: 2 Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, und achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund, 3 nicht als solche, die über die Gemeinden herrschen, sondern als Vorbilder der Herde. 4 So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen. 5 Desgleichen ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. 7 Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. 8 Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. 9 Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder und Schwestern in der Welt kommen.
Bei uns zuhause hat die Auseinandersetzung mit den beiden Worten für heute zu einem intensiven Gespräch geführt über die Frage: Bin ich Gottes Puzzleteil! Argumente dafür:
Ich verdanke mein Leben Gott.
Er hat mir Begabungen gegeben, mich geformt, einzigartig gemacht. Den passenden Platz kann nur ich ausfüllen. Tue ich es nicht, fehlt etwas.
Es gibt einen vorgesehenen Platz für mich. Da passe ich hin.
Grenzen oder Gegenargumente:
Gott will mich nicht als Marionette sondern als Gegenüber, geliebt und mit Liebe im Herzen für Gott und meine Mitmenschen.
Das Leben ist ein Prozess und Aufgaben und Orte verändern sich. Ich kann und soll im Gespräch mit Gott, in der Herzensbeziehung zu ihm als meinem Vater meinen Weg finden.
Eine vorläufige Lösung:
Das richtige Vorzeichen ist, von Herzen Gott als meinen Vater annehmen und aus der lebendigen Beziehung zu Gott, der uns in Jesus Christus begegnet zu leben.
Das zeigt auch der Zusammenhang aus dem Buch Jesaja:
9 Starrt hin und werdet bestürzt, seid verblendet und werdet blind! Seid trunken, doch nicht vom Wein, taumelt, doch nicht vom Bier! 10 Denn der HERR hat über euch einen Geist des tiefen Schlafs ausgegossen und eure Augen – die Propheten – zugetan, und eure Häupter – die Seher – hat er verhüllt. 11 Darum wurde euch diese ganze Offenbarung wie die Worte eines versiegelten Buches, das man einem gibt, der lesen kann, und spricht: Lies das!, und er spricht: »Ich kann nicht, denn es ist versiegelt«; 12 oder das man einem gibt, der nicht lesen kann, und spricht: Lies das!, und er spricht: »Ich kann nicht lesen.« 13 Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt, 14 darum will ich auch hinfort mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs Wunderlichste und Seltsamste, dass die Weisheit seiner Weisen vergehe und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen müsse. 15 Weh denen, die mit ihrem Plan verborgen sein wollen vor dem HERRN und mit ihrem Tun im Finstern bleiben und sprechen: »Wer sieht uns und wer kennt uns?« 16 Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!

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24.März

 

Losung und Lehrtext für Dienstag 24.März 2020

 

 

 

Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. Psalm 145, 17

 

Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Einsicht. Kolosser 1,9

 

 

 

Für mich zeichnen die Worte der letzten Tage ein Linie von Frieden und Gerechtigkeit Gottes, aus denen wir im Glauben leben über die Fragen in der Not, die allein Gott beantworten kann, das gestrige Wort über das Fasten als Hören, Hinschauen, loben und beten hin noch einmal zur Frage nach Gerechtigkeit, Einsicht, Weisheit und Handlungsorientierung.

 

 

 

Was ist gerecht? Der einen Familie muss ich sagen: Wir können euer Kind zur Zeit nicht in der Kita betreuen. Der anderen: Ja, Ihr könnt Notbetreuung in Anspruch nehmen, weil Ihr in der Pflege oder im Gesundheitswesen tätig seid. Kinder fragen längst nach den Freunden. Es wird leicht eng zuhause. So viel Zeit. Was können wir noch zusammen spielen oder tun? Wie kriege ich das mit dem Job zusammen? Wie viele finanzielle Einbußen wird mir das bringen? Die von den Regierungen angekündigten Entlastungen und Unterstützungen, die vielen Programme und Regeln geben zwar ein wenig Hoffnung und Orientierung, aber den meisten geht es wohl wie mir: Es bleibt ein mulmiges Gefühl. Dennoch bin ich dankbar für das beherzte Handeln unserer Verantwortlichen. Ein wenig spüre ich dahinter auch von Gott geschenkte Einsicht.

 

Alle Texte der letzten Tage verweisen uns deutlich daran, dass für unsere Leben die persönliche Beziehung zu Gott ganz entscheidend ist, und dass diese Beziehung gestaltet sein will.

 

Zu dieser Beziehung gehört auch das Vertrauen zu Gott und das Gebet für einander und insbesondere für die, die jetzt Dinge zu entscheiden haben. Der Psalm und auch der Kolosserbrief streichen dort ganz wichtig Dank, Lob, Erkenntnis und Bekenntnis von Verfehlungen und Bitte heraus. Zum Hintergrund. Hier Worte aus Psalm 145 und aus dem Kolosserbrief und im Anschluss ein paar Hinweise, wo im Netz wir Anregungen zu Gebet, Gespräch und Spiel finden.

 

 

 

Psalm 145:

 

1 Ein Loblied Davids. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. 2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. 3 Der HERR ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unerforschlich. 4 Kindeskinder werden deine Werke preisen und deine gewaltigen Taten verkündigen. 5 Sie sollen reden von deiner hohen, herrlichen Pracht; deinen Wundern will ich nachsinnen. 6 Sie sollen reden von deinen mächtigen Taten, und ich will erzählen von deiner Herrlichkeit; 7 sie sollen preisen deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühmen. 8 Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. 9 Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. 10 Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben 11 und die Ehre deines Königtums rühmen und von deiner Macht reden, 12 dass den Menschenkindern deine gewaltigen Taten kund werden und die herrliche Pracht deines Königtums. 13 Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für. Der HERR ist getreu in all seinen Worten und gnädig in allen seinen Werken. 14 Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind. 15 Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. 16 Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. 17 Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. 18 Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. 19 Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen. 20 Der HERR behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. 21 Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.

 

Kolosser 1

 

3 Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, und beten allezeit für euch, 4 da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt, 5 um der Hoffnung willen, die für euch bereitliegt im Himmel. Von ihr habt ihr schon zuvor gehört durch das Wort der Wahrheit, das Evangelium, 6 das zu euch gekommen ist. Wie in aller Welt so bringt es auch bei euch Frucht und wächst von dem Tag an, da ihr von der Gnade Gottes gehört und sie erkannt habt in der Wahrheit. 7 So habt ihr's gelernt von Epaphras, unserm lieben Mitknecht, der ein treuer Diener Christi für euch ist, 8 der uns auch berichtet hat von eurer Liebe im Geist. 9 Darum lassen auch wir von dem Tag an, an dem wir's gehört haben, nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, 10 dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes 11 und gestärkt werdet mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut. Mit Freuden 12 sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. 13 Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, 14 in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.
15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. 19 Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen 20 und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.

 

https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/j/jesus-christus ein Link, wo ihr Gedanken, Spiele, Filme, Quiz und mehr findet.

 

https://www.bayern-evangelisch.de Auf der Seite unserer Landeskirche findet Ihr viele Hinweise , Informationen, Links und Gebete.

 

Und natürlich vor allem lest selbst in der Bibel und betet!

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23. März

 

Zur Tageslosung Montag 23.März 2020

 

 

 

Herr, du bist's allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles was darinnen ist. Nehemia 9,6

 

 

 

Der zugeordnete neutestamentliche Text aus Apostelgeschichte 14,17:

 

Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.

 

 

 

Spontanes:

 

Gesangbuch 612 Du hast uns deine Welt geschenkt – aus Kita und KiGo kennen die Kinder Bewegungen dazu. Singt, lest die Strophen

 

Gottes wunderbare Schöpfung wird grüner und blühender. Osterglocken gibt es z.B. Es ist ausdrücklich erlaubt allein oder in der Familie an die frische Luft zu gehen und Gottes Schöpfung zu genießen.

 

Was erfüllt jetzt mit Freude? Schau hin!

 

 

 

Der Zusammenhang der Losung:

 

Es lohnt den Zusammenhang nachzulesen, das ganze Kapitel 9 von Nehemia und auch ein wenig darüber hinaus. Das Volk ist in großer Not. Als Reaktion finden ein Fasten statt. Sack und Asche als Zeichen der Unwürdigkeit vor Gott. 3 Stunden hören, lesen von Gottes Weisungen, 3 Stunden bekennen der eigenen Schuld, dann das Lob Gottes und das Hinbringen der eigenen Situation und Not zu Gott, Klage und Bitte also. Aus diesem Zusammenhang stammt die Losung und der zugeordnete neutestamentliche Text fordert auf, genau hinzuschauen, was Gott alles Gutes getan hat. Lädt ein, zu entdecken, wie Gott unsere Herzen froh macht durch Zeichen seiner Liebe

 

Nehemia 9 zählt viele Zeichen der Gnade und Güte und Größe Gottes auf. Zählt aber auch viele Verfehlungen auf. Halsstarrigkeit, Engstirnigkeit, Egoismus, Lieblosigkeit... Aber dann auch Vieles, wo Gott Neuanfänge, Hindurchkommen, Überleben geschenkt hat.

 

 

 

Anwendung

 

Mich lädt der Text ein zum Hinschauen. Genau hinschauen. Was ist da? Was gibt Gott alles? Was will Gott von mir? Wie kann ich Liebe gerade jetzt leben, da das Gebot der Stunde die Vermeidung von Begegnungen ist? Fantasie und neue Kommunikationsformen sind gefragt, aber vielleicht auch alt Bewährtes wie Briefe oder Festnetztelefon.

 

Und ich kann raus in aller gebotenen Distanz und entdecken, wie groß und wunderbar Gottes Schöpfung ist und wie unermesslich seine Liebe und Größe.

 

Und ich kann Zeit nutzen, nach Gottes Weisungen zu fragen. Ich kann mir immer wieder klar machen, was Gott durch Christus für mich getan hat und fragen, wie meine angemessene Antwort aussieht.

 

Also Wahrnehmen, Hinhören und Hinschauen, Loben, Bekennen und Gott die Situation bringen.

 

Osterglocken sind bereits zu sehen. Gewachsen vor dem Pfarrhaus ohne unser Zutun. Gott will Leben und Liebe.

 

Ein Bild der Osterglocken findest du auf der Facebookseite unserer Kirchengemeinde.

 

 

 

 

22.März

 

Sonntag, 22.März 2020 - Tageslosung

Kein gemeinsamer Gottesdienst. Jede und jeder allein mit sich, mit Gott mit dem eigen Haus (also alle, die mit ihm zusammen wohnen.) Geplant war für ein Familiengottesdienst, gemeinsam gestaltet mit beiden Kitas. Im Vorfeld gab es nach der überwältigenden Beteiligung am gemeinsamen Martinsfest Bedenken, die Kirche könne nicht ausreichen. Jetzt geht gefühlt gar nichts. Aber es geht was. Gebet, Austausch, eigene Zeit mit Gott. Stille Zeit z.B. mit der Tageslosung. Es geht etwas. In der Familie zum Beispiel: Erinnert und singt mit den Kindern das Lied: Sei mutig und stark und fürchte dich nicht, denn Gott ist bei dir. Es ist aus den Kitas und dem Kindergottesdienst vertraut und die Kinder können sich bei den gelernten Bewegungen auch ein wenig austoben. Es geht zurück auf die Auseinandersetzung mit der biblischen Gestalt des Daniel. Aus dem Danielbuch ist die heutige Losung.

Es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.

Daniel 2,28

Spontan:

  • Ja ich verstehe vieles nicht. Geheimnisse bleiben. Ich brauche jemanden, der sie mir eröffnet.

  • Auf die Betonung kommt es an: Nur einer kann das, Gott selbst. Da ist das „ein“ unterstrichen. Gott ist da und tut das. Da ist das „ist“ und das öffnen betont. Es fällt mir schwer in der Unsicherheit Gott nah zu fühlen, ich unterstreiche im Himmel. Ich akzeptiere nicht alles zu verstehen, ich unterstreiche die Geheimnisse.

Der Zusammenhang:

Das Buch Daniel in der Bibel erzählt von Daniel, der Name bedeutet übrigens „Gott richtet“, und dem, was Gott ihm offenbart. In den Geschehnissen und in Hinweisen auf das, was bis zum Ende dieser Welt geschieht. Es lohnt das Buch im Zusammenhang zu lesen. Im 2.Kapitel geht es darum, dass Gott zu Menschen spricht, manchmal im Traum, und es fällt schwer zu verstehen, was die Geheimnisse bedeuten. Nebukadnezer hat einen Traum. Er will ihn verstehen, ruft Magier, Zauberer, Weissager zusammen. Sie können ihn nur hinhalten mit schmeichelnden Worten und Allgemeinplätzen. Nichts. Kein Verstehen. Nebudkadnezer spürt das. Wird sauer. Empfindet Lug und Trug. Alle Weissager will er umbringen. Daniel und seine Freunde beten. Rufen Gott an. Und Daniel bekommt von Gott eine Einsicht, eine Erklärung. Tatsächlich dringt er vor bis zum König. Daniel trägt ihm zu dessen Überraschung sowohl des Königs Traum als auch die Deutung vor. Verschiedene Reiche werden aufeinander folgen und schließlich wird ein einzelner Stein, nicht von Menschenhand bewegt alle zerschlagen und ein ewiges Reich aufbauen. Hier ist für uns Christen schon der deutliche Hinweis auf Jesus als dem lebendigen Stein, auf dem alles aufbaut. Wichtig die Handlungsschritte Daniels. Er betet, traut Gott etwas zu, bittet und lobt, erst dann arbeitet er sich zum König vor und verkündet, was Gott ihm gesagt und gezeigt hat. Ganz zentral im Gespräch mit dem König unsere Losung für heute:

Es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.

Anwendung

Ich kann nicht alles verstehen aber ich kann Gott fragen im Gebet. Alles entscheidet sich an der Gottesbeziehung, an der Beziehung zu Christus. Ist sie Herzenssache?

Gott spricht, wo ich geduldig darum ringe im beten und Bibellesen. Und er eröffnet Einsichten und Handlungsperspektiven.

Aufbauen muss aber alles auf das, was der zugeordnete neutestamentliche Text sagt:

In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Kolosser 2, 3

Fragen und Anregungen

  • Spreche ich in einer Herzensbeziehung mit Gott?

  • Erwarte ich, dass Gott mir den Blick öffnet?

  • Ich kann mich austauschen mit anderen über meine Beziehung zu Gott.

  • Ich kann Gott loben und ihm singen, auch und gerade mit vermeintlichen Kindeliedern, die ungebrochenes Gottvertrauen ausdrücken.

  • Welche konkreten Weisungen Gottes erfahre ich?

 

21.März

Der Herr spricht: Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke. 3.Mose 26,6

 

 

Spontane Einfälle

 

Wer ist nicht aufgeschreckt durch die Situation? Ausgangsbeschränkungen und bedrückende Modellrechnungen der Infektionen. Vom Frieden im Sinne von Schalom (Heil) sind wir weit entfernt.

Schlafen ist gegenwärtig sicher besser als herum laufen.

 

Jedes Land verbreitet eigene Meldungen und Maßnahmen.

 

Gott will Frieden geben. Ein heftiges Kontrastprogramm. Ist das geknüpft an Bedingungen?

 

 

Der Textzusammenhang aus 3.Mose 26

 

1 Ihr sollt euch keine Götzen machen und euch weder Bild noch Steinmal aufrichten, auch keinen Stein mit Bildwerk setzen in eurem Lande, um davor anzubeten; denn ich bin der HERR, euer Gott. 2 Haltet meine Sabbate und habt Ehrfurcht vor meinem Heiligtum. Ich bin der HERR. 3 Werdet ihr in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote halten und tun, 4 so will ich euch Regen geben zur rechten Zeit und das Land soll seinen Ertrag geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen. 5 Und die Dreschzeit soll reichen bis zur Weinernte, und die Weinernte soll reichen bis zur Zeit der Saat. Und ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen. 6 Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke. Ich will die wilden Tiere aus eurem Lande wegschaffen, und kein Schwert soll durch euer Land gehen. 7 Ihr sollt eure Feinde jagen, und sie sollen vor euch her dem Schwert verfallen. 8 Fünf von euch sollen hundert jagen, und hundert von euch sollen zehntausend jagen; denn eure Feinde sollen vor euch her dem Schwert verfallen. 9 Und ich will mich zu euch wenden und will euch fruchtbar machen und euch mehren und will meinen Bund mit euch halten.

 

 

Gedanken

Überschrieben ist das Kapitel in der Lutherbibel „Segen und Fluch“. Ganz unzweifelhaft macht Gott hier eine verbindliche Zusage. Ich will euch segnen! Das ist sein Teil der Verpflichtung seines Bundes mit seinen Menschen. Aber ebenso unzweifelhaft gehört dazu die Verpflichtung seiner Menschen zum Respekt vor Gott, zum Halten seiner Weisungen zu denen vor allem gehört, regelmäßig inne zu halten zum Erinnern der guten Taten Gottes und zum Dank, zu Gebet und Gottesdienst also.

 

 

Ich will Frieden geben im alles umfassenden Sinn von zur Ruhe kommen, gesegnet sein, Heil erfahren. Das ist Gottes unverbrüchliche Selbstverpflichtung. Sie ist aber gebunden daran ihn als Herrn meines Lebens zu haben. Sie ist gleichermaßen Gottes Geschenk und etwas, was ich ergreife.

 

So wenig ich mir verdienen kann, bei Gott angenommen zu sein, so sehr hat es Folgen, wenn er mein Herr ist. So wie jetzt nicht egal ist, ob ich mich an die Empfehlungen angesichts des Coronavirus halte, ebenso ist es nicht egal, wie ich zu Gott und seinen Weisungen stehe. Gott hat sich das nicht weniger als seinen Sohn kosten lassen, nicht weniger als das Kreuz. Aber gerade darin legt er sich fest.

 

Gott sagt zu: Ich will dich segnen. Ich nehme dich an.

 

Meine Antwort darauf hat Folgen. Ich lasse es zu, dass Gott mein Leben verändert und ich nach seinen Weisungen lebe. Ich frage auch in unserer aktuellen Situation nach ihm, seiner Nähe und seiner Weisung. Ich habe dabei nicht mehr als mein Gebet und meinen Glauben. Die Bilder unseres Textes, der aus der Zeit Israels in der Wüste und auf der Flucht spricht, entwirft allerdings sehr hoffnungsvolle Bilder in der Bedrängnis jetzt: Fülle, reiche Ernte, Frieden und ruhigen Schlaf, keine bedrohlichen wilden Tiere (oder Viren), erfolgreicher Kampf gegen die Bedroher.

 

Eine Mitarbeiterin sagte mir: Wir werden Ostern erleben. Wir werden Ostern feiern. Vielleicht nicht zu den diesjährigen Kalendertagen dazu. Aber nach dieser Krise werden wir ganz neu Ostern und Leben erleben.

 

 

Ein weitergehender Nebengedanke: In Kapitel 26 des 3.Buches Mose wird die Bedeutung des Sabbats besonders betont. Es geht darum, zur Ruhe zu kommen und an Gott und seine Taten zu denken. Aber auch Tiere und Natur sollen zur Ruhe kommen. Erleben wir etwa ein Sabbat der Erde, die durch unsere Einschränkungen endlich einmal wieder zur Ruhe kommt und sich regenerieren kann?

 

 

Gebetssplitter

 

Dank für Gottes Zusagen und Taten.

 

Fürbitte für Erkrankte und deren Pflegende und Behandelnde.

 

Fürbitte für uns um Einsicht, Verantwortung und Geduld.

 

Fürbitte um Ausgewogenheit von Ruhe und Arbeit.

 

Fürbitte, dass die Decke nicht auf den Kopf fällt und in der ruhigen zeit Raum für gute Gedanken wächst.

 

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20. März

Geschützt im (Isolier-) Zelt Gottes - zur Tageslosung am Freitag, 20.März 2020

Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes. Psalm 27,5

 

 

Spontane Gedanken:

 

  • Eine Hütte behütet. Ein Zelt schützt.

  • Seine (Gottes) Hütte erinnert an die Stiftshütte. Er nimmt mich in seiner Nähe auf.

  • Sein Zelt, in dem ich beschützt bin erinnert an das besondere Zelt im Lager der Israeliten beim Zug durch die Wüste, in dem die Bundeslade stand, das Zeichen für den Bund Gottes.

  • „Zur bösen Zeit“ - es geht also um etwas, was für Zeiten der Krise und Bedrohung gilt.

  • Ein Bild entsteht: Da steht eine Hütte fest gegründet und zum besonderen Schutz der Person ist da noch ein ein (Isolier-) Zelt.

 

 

Eingebettet ist dieser Satz (Übersetzung – Zürcher Bibel)

 

4 Eines nur habe ich vom HERRN erbeten, dies eine begehre ich: zu wohnen im Hause des HERRN alle meine Tage, zu schauen die Freundlichkeit des HERRN und nachzusinnen in seinem Tempel.5 Denn er birgt mich in seiner Hütte am Tage des Unheils, er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes, hebt mich empor auf einen Felsen. 6 Nun kann mein Haupt sich erheben über meine Feinde rings um mich her. Ich will Opfer darbringen in seinem Zelt, Opfer des Jubels, will singen und spielen dem HERRN.

 

 

Dieser Rahmen macht klar, dass es um das lebenswichtigste geht. Um das „Eine“ auf das es ankommt. Das ist Gottes Freundlichkeit, gefühlt in Gottes Einladung und das Nachdenken in seinem Tempel. Es geht um die lebendige Beziehung zu Gott. Das persönliche Gebet – auch in unserer Kirche – ist möglich. Das Gespräch mit Gott ist möglich und ist das entscheidend Wichtige.

 

Auf was kommt es an im Leben?

 

Hütte, Zelt, Fels werden zu wichtigen Bildern für den Gottesdienst, zu dem wir gerade jetzt in der Corona-Krise nicht zusammen kommen können. Aber die Gewissheit, dass Gott da ist und schützen will wünsche ich uns allen. Wo ich das spüre, kann ich meinen Kopf herausheben, ihn erheben über alle Krise hinweg und Gott loben. Singen und Spielen werden im Psalm besonders benannt, aber auch das Opfer bringen. Im Alten Testament ist bei Opfer an die materielle Seite des Dankes und des Lobes gedacht, an das Teilen und Abgeben.

 

 

Fragen

 

  • Was wünscht du dir von Gott? Sag es ihm!

  • Wofür kannst du danken und loben? Schreib oder mal es auf!

  • Was ist das „Eine“ in meinem Leben, auf das es ankommt?

 

 

Gebetssplitter

 

Danke Gott, für alle, die sich um den Schutz von Leben und Gesundheit bemühen.

 

Gott, bitte schenke Einsicht, dass ich tue, was gut tut.

 

Gott, weite meinen Blick, dass ich deine Güte sehe auch in der Krisensituation.

 

Gott, bewahre meine Sehnsucht, dich zu spüren und in deiner Nähe zu sein.

 

Gott, danke, für alle Zeichen der Verbundenheit.

 

 

 

Ein Nachsatz zum Loben Gottes: Beim Schreiben dieser Andacht meldete das Telefon, dass sich im Chat des Posaunenchores etwas tut. Auf den Hinweis um 19 Uhr werde wieder musiziert,(„Der Mond ist aufgegangen) kam die Antwort: Bin im Garten und bereit. Gib den Einsatz, Wolfgang!. Antwort darauf: In 17 Minuten. 4 vor. Es folgte der Hinweis Gesangbuch 482, es wird vorgezählt.

 

Schön, dass zum Lobe Gottes gespielt und musiziert wird.

 

 

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19.März

2.Könige 13, 23

 

Der HERR gab ihnen Gnade und erbarmte sich ihrer und wandte sich ihnen wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.

 

Spontane Einfälle:

 

  • Gott wendet sich wieder zu, war er denn abgewandt?

  • Gott hält seinen Bund, sowohl den des Alten Testamentes mit Israel als auch den Neuen durch Christus.

  • Gott verwirft nicht (mehr). Das gilt bis heute

  • Corona hin oder her, Gott hält zu uns und bleibt zugewandt.

 

 

Der Zusammenhang, nachzulesen in 2.Könige 13

 

 

Elisa war ein Prophet im Nordreich Israels. Er galt als Nachfolger Elias. In seine Wirkungszeit fallen die Auseinandersetzungen mit den Aramäern, die als Folge des Ungehorsams Israels und insbesondere seiner Könige gesehen wurden.

 

In 2.Könige wird berichtet, dass Elisa erkrankt. Er wusste wohl, dass er an dieser Krankheit sterben würde. König war zu dieser Zeit Joasch. Der redete Elisa respektvoll als Vater an, weil er ihn als Stimme Gottes anerkannte. Joasch kommt zum sterbenskranken Elisa und erfährt von ihm, dass er gegen die Aramäer kämpfen kann. Tatsächlich gibt es einen vorübergehenden Erfolg. Elisa stirbt und wird begraben. In dieser Zeit überfallen Moabiter immer wieder in Horden die Isareliten. Während eines dieser Überfälle kommt ein Trauerzug an Elisa Grab vorbei. In der aufkommendne Panik fällt der Tote in Elisas Grab. Er wird wieder lebendig.

 

Es folgt im Bibeltext in nur einem Vers der Hinweis, dass die Aramäer weiter die Israeliten bedrängen und dann folgt unsere Tageslosung.

 

 

Der HERR gab ihnen Gnade und erbarmte sich ihrer und wandte sich ihnen wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.

 

 

Gefolgt vom Bericht, dass Israels König Joasch wieder Städte von den Aramäern zurück gewinnt.

 

 

Einen weiteren Zusammenhang bietet der neutestamentliche Lehrtext, in dem Paulus ganz deutlich betont, dass Gott zu seinen Kindern steht. Zu seinem erwählten Volk Israel ebenso wie zu den Christen. Es heißt in Römer 11, 29

 

Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.

 

 

Gedanken zur Auslegung der Losung aus 2.Könige

 

Gott hält zu seinen Kindern. Gott hält zu Israel. Er tut dies aus Gnade und obwohl getan wird, was er nicht will. Immer wieder wenden sich die Menschen ab. Gott ist es, der sich neu zuwendet und sie dennoch erhält.

 

 

Anwendung

 

Gott begegnet mit seiner Gnade. Ich darf wissen: Er behält mich im Auge, begleitet mit seiner Gnade. Es ist nicht egal, was ich tue. Gott wendet sich mir zu.

 

Die Frage an mich: Wie oft wende ich mich ab?

 

Ich will ihm antworten mit meinem Gebet.

 

 

Gebetssplitter

 

 

Gott danke, du wendest dich in Gnade zu.

 

Gott hilf mit vertrauen und aus deiner Hand nehmen, was du gibst, Gutes, wie Schweres.

 

Gott ich bitte dich um Geduld in unserer Situation.

 

Gott steh allen bei, die jetzt leiden.

 

Gott, bewahre uns vor Panik und lass uns die Verbundenheit mit dir und durch dich miteinander spüren.

 

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weitere Gedanken und Impulse

 

Gedanken, Einfälle, Fragen zum Lehrtext für heute, Mittwoch 18.März 2020

 

1.Petrus 2,3

 

Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist.

 

 

 

Spontane Einfälle:

 

  • Es gibt positive Erfahrungen mit Gott.

  • Diese positive Erfahrungen schmecken, spüren, erleben wir im Abendmahl. Zur Zeit können wir diese Erfahrungen nicht erneuern, sondern leben von den gemachten Erfahrungen.

  • Das Abendmahl, wie wir es erfahren haben gibt uns Wegzehrung für diese schwere Situation der erzwungenen Distanz voneinander.

  • Die im Abendmahl erfahrene Gemeinschaft kann uns jetzt durch die äußere Abgrenzung hindurch tragen.

 

 

 

Der Textzusammenhang 1.Petrus 2, 1-5

 

1 So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede 2 und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, auf dass ihr durch sie wachset zum Heil, 3 da ihr schon geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist. 4 Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. 5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

 

 

 

Folgerungen aus dem Zusammenhang

 

  • Wir sind Kinder Gottes.

  • Gott versorgt uns.

  • Bei und durch Jesus Christus bekommen wir, was wir fürs Leben brauchen.

  • Wir sind für Gott lebendige Steine seines Hauses, Verkündiger seiner Botschaft.

  • Das geistliche Leben ist wichtig und wertvoll und hat vor Gott Gewicht.

 

 

 

Fragen und Anregungen fürs Weiterdenken

 

  • Wo habe ich ganz persönlich Gottes Güte erlebt?

  • Was bedeuitet für mich, Gottes Kind zu sein?

  • Was ist meine Verantwortung in der Situation, die ich erlebe?

 

 

 

Gebetssplitter

 

 

 

Gott, danke, dass ich dein Kind sein darf. Danke, dass ich zur Gemeinschaft deiner Kinder gehöre.

 

Gott gib den Entscheidungsträgern Weisheit und die richtigen Entscheidungen.

 

Gott, trage du uns hindurch durch diese Krise.

 

Gott, schenke du Zuversicht und Geduld.

 

Gott, bewahre du alle, die mir besonders am Herzen liegen.

 

Gott, schenke du allen, die jetzt ganz besonders gefordert sind Kraft für ihr Tun.

 

Gott, bewahre und stärke du gerade jetzt die Beziehung zu dir.

 

 

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Gottesdienst 15.März 2020

 

Begrüßung
Abkündigung des Landesbischofs
Infos, was das für uns bedeutet
  • keine Kita
  • kein Familiengottesdienst am nächsten Sonntag
  • kein Konfirmandenunterricht
  • Verschiebung der Konfirmation
  • Absage der meisten Veranstaltungen und Gruppen

 

Wir erleben diese ungewisse Situation im Angesicht und in der Geborgenheit des dreieinigen Gottes.
 
Gott, der Vater:
Er ist der Grund unseres Lebens,
der Anfang und das Ende,
die Quelle und das Ziel. –
 
 
Gott, der Sohn:
Er ist der Weg zum Vater,
das Leben, das aus der Quelle Gottes kommt,
die Wahrheit, die uns zum Ziel führt. –
 
Gott, der Heilige Geist:
Er ist der Wind, der uns treibt,
die Kraft, die uns stärkt,
das Feuer, das uns wärmt auf dem Weg. –
 
In Gottes Namen sind wir hier zusammengekommen.
Wir suchen seine Nähe,
wir hoffen auf seinen Segen
und bitten um sein Heil.

 

 

 

Lied: All Morgen 440 alle 4

 

 

 

Psalm 34

 

 

 

Einleitung zum Kyrie
 
Gott, wir kommen zu dir in dieser ungewissen Zeit. Wir bringen unsere Ängste und Ratlosigkeit mit. Wir bringen unsere Verfehlungen und Unzulänglichkeiten mit. Wir bringen unsere Sorgen mit um unsere Lieben, um alle, die besonders gefährdet sind durch den Virus. Wir bringen Betroffenheit mit durch Einschränkungen und Gefährdung.
Über allem rufen wir dich an: Herr, erbarme dich!
 

 

Taizé-Kyrie

 

 

 

Gebet zum Tage
 
Gütiger Gott, deine Augen sehen auf uns. Vertreibe unsere Sorge und Angst, allein zu sein. Lass uns auf dich sehen und auf dein Erbarmen, das du uns zuwendest in Jesus Christus. Amen

 

 

 

Lesung aus 1.Könige 19 (Gott stärkt Elia)

 

 

 

Lied: Es mag sein, dass alles fällt 378 alle 5

 

 

 

Predigt

 

 

 

Abweichend von der Perikopenordnung und Ankündigung zu Lukas 13, 1-5
 
Lukas 13, 1-5
 
1 Es kamen aber zu der Zeit einige, die berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. 2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben? 3 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. 4 Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? 5 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.
 
Auslegung
 
Die etablierte Religion in Israel zur Zeit Jesu war das (Gesetzes-)Judentum, das von einem bösartigen Geist des Richtens geprägt war. Es stand damit ganz im Gegensatz zum Geist Jesu, der ein Geist der Barmherzigkeit ist. Die Juden richteten sich gegenseitig bzw. die Sünder, aber Jesus hätte gerne jedem Einzelnen von ihnen die Chance gegeben, sich durch Gottes Kraft zu bessern – das eben war Barmherzigkeit.
 
Zum bösen Geist des Richtens gehört es auch, zu glauben, Menschen, die ein Unglück ereilt, träfe der Zorn Gottes. Natürlich kann es hin und wieder tatsächlich der Fall sein, dass ein Unglück Ausdruck des Zornes Gottes ist. Das Unglück, das meinen Nächsten trifft, sollte mich aber dennoch nicht dazu bringen, mich über meinen Nächsten zum Richter aufzuschwingen und zu sagen: „Jener hat gesündigt, deswegen wird er jetzt von Gott gestraft.“
 
Nein, das Unglück meines Nächsten sollte mich dazu bringen, Gott für seine Langmut und Geduld mit mir zu danken. Angesichts meiner großen Schuld und Sünde danke ich Gott dafür, dass mich nicht das gleiche Unglück trifft wie meinen Nächsten und beeile mich, umzukehren von meinen Sünden.
 
Nicht jeden, der nicht Buße tut bzw. nicht umkehrt von seinen Sünden, wird noch zu Lebzeiten ein schweres, herkömmliches Unglück treffen wie jene, die vom Turm in Siloah erschlagen wurden. Es wird aber der Tag kommen, wo Gott jeden Menschen richten wird (das Weltgericht).
 
Anwendung
Für mich ist klar: es ist fahrlässig und falsch im Blick auf andere von Strafe Gottes zu reden. Es ist aber ebenso fahrlässig, die eigen Verantwortung für das eigene Tun zu leugnen.
Was heißt das aber nun für unsere aktuelle Situation.
 
Unsere Freiheit und die Freizügigkeit haben Grenzen. Nicht alles nützt uns und schon gar nicht nützt alles unseren Mitmenschen.
Die gegenwärtige Gefährdung durch das Corona-Virus zwingt uns zu Einschränkungen und auch zum Nachdenken.
 
Es ist gut, den Schutz der besonders Gefährdeten ganz oben anzusetzen. Es fällt aber auch auf, wie sehr die Situation diskutiert wird als Gefährdung der Wirtschaft und des Wohlstandes.
 
Wir müssen neu das Heil unserer Seele und das Wohl der Menschen oben an stellen.
 
Ich werde in unserer geöffneten Kirche regelmäßig donnerstags ab 11 Uhr beten und im Anschluss
auch ansprechbar sein. Wer mit beten möchte ist herzlich eingeladen.
 
Unabhängig von dieser öffentlichen Möglichkeit am Donnerstag Vormittag sind wir natürlich aufgerufen im Gespräch mit Gott zu sein. Ständig, allein oder mit anderen, überall ist das möglich.
Uns sollten dabei gerade die Gefährdeten und die die sie pflegen und betreuen am Herzen liegen.
 
Die Herausforderung, über den eigenen Lebensstil nachzudenken sollten wir ernst nehmen.
Angesichts der Corona-Bedrohung sind wir bereit auch weitgehende Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Angesichts der unter Krieg, Ungerechtigkeit und Hunger leidenden Kinder z.B. tun wir uns da weit aus schwerer. Laut Unicef sterben täglich 15 000 Kinder auf der Welt an Hunger und Kriegsfolgen.
 
Am Freitag, als wir abends mit den Konfirmandeneltern zusammen kamen und schauen mussten, wie wir mit der diesjährigen Konfirmation umgehen war der neutestamentliche Lehrtext ein Spruch aus dem Galaterbrief: „Einer trage des anderen Last.“
 
Genau das ist es, was wir in dieser Situation sowohl der Corona-Pandemie als auch der Weltsituation zu bedenken haben und dann auch beherzt zu handeln haben.
 
Die notwendigen Schritte werden wir immer wieder neu im Gespräch und eigenen Entscheidungen zu finden haben, um die wir in Gesprächen und Gebeten ringen müssen.
 
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Hetezen und Sinne in Jesus Christus. Amen

 

 

 

Lied: Nun gehören unsre Herzen 93 alle 4

 

 

 

Abkündigungen

 

 

 

Lied: Korn, das in die Erde, 98 alle 3

 

 

 

Gebet:

 

 

 

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.
 
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
In der Stille bringen wir dir, was uns besonders bewegt.
(Stilles Gebet)
 
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
 
Gemeinsam beten wir:
 
Vater unser...

 

 

 

Lied: Bewahre uns Gott 171 alle 4

 

 

 

Segen

 

 

 

Nachspiel