Gedanken und Anregungen zu Losung und Lehrtext von Pfarrer Norbert Preibusch

30. März

 

Losung und Lehrtext 30.März 2020

 

Jeremia 8,4 Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gerne wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?

Johannes 6, 37: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

 

Stimmt. Denke ich. Gefallen will ich wieder aufstehen. Verirrt zurück auf den richtigen Weg. Lese ich beim Propheten Jeremia weiter, fällt auf, dass eben gerade Verwunderung und Ärger groß sind, dass dieser Wunsch anscheinend nicht da ist, wieder zurecht zu kommen. Es ist eher wir beim Fußballer, der nach dem Zweikampf sitzenbleibt und Foul reklamiert, statt aufzustehen und und den Ball zurück erobern zu wollen.Und in unserer Situation. Im Griff von Corona? Die Wirtschaft im Fall. Ärzte und Pfleger/innen am Limit, ihnen zu helfen. Immense Anstrengungen, um im Gesundheitswesen niemanden hinausstoßen zu müssen. Auch für viele der positiv getesteten in einem Krankenhausbett ist ungewiss, ob (!) und wann sie wieder aufstehen können. Ärzteteams und Pflegepersonal wollen Handreichung geben, versorgen, zum Aufstehen helfen. Wir wollen sie unterstützen mit unserer Fürbitte.

 

Der neutestamentliche Text öffnet eine weitere Dimension. Wer zu Jesus kommt, den stößt er nicht weg.Ich kann fallen. Ich kann Fehler machen. Komme ich zu Jesus ist und bleibt er Brot des Lebens. Das Johannesevangelium erzählt im 6.Kapitel zunächst wie Jesus Menschen satt macht mit dem Wunder der Speisung der 5000, wie er über das Wasser gehen kann, mit seinen Jüngern spricht und dann doch wieder nach einem Wunder gefragt wird, seine Vollmacht, seine Macht zu zeigen. Jesus antwortet mit dem Hinweis: „Ich bin das Brot des Lebens! Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt den wird nimmermehr dürsten...wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Wie auch gestern in den Texten geht es um die richtige Adresse. Die ist, wenn es um die Frage nach Leben geht, Jesus. Gott selbst, der in Jesus begegnet. Zu ihm wollen wir beten. Für uns, für unsere Lieben und vor allem für die, die zur Zeit am Limit für andere da sind.

 

Im Losungsheft ist unseren Bibelversen ein Gebet zugeordnet. Der Verfasser bleibt anonym. Es könnte jede/r von uns sein:

 

Nimm meine Hand, Herr, und hilf mir, wieder aufzustehen. Sag mir dein gutes Wort, und ich kann wieder Hoffnung fassen. Zeig mir einen Ausweg, und es fällt mir ein Stein vom Herzen. Mit dir kann ich meinen Weg weitergehen.

 

PS: Ich bin mir bewusst, hier die Seite besonders herausgestellt zu haben, dass wir immer und mit allem zu jesus kommen können. Ich bin mir bewusst, dass es wichtig ist, dass wir auch bedenken und benennen,was denn unsere Irrwege sind. Zum Schmecken und sehen, wie freundlich der Herr ist, gehört es, hinzuschauen, wo ich geirrt habe, gefehlt habe, gefallen bin. Diese Sabbathzeit durch Corona ist sicher auch Beicht- und Bußzeit.



 

29. März

 

Losung und Lehrtext für Sonntag, 29.März 2020 – Gott sieht mich

 

Psalm 142,4: Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad.

2.Korinther 1, 3-4: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis.

Mitten ins Schwarze trifft diese Losung. Herz, Geist, Seele – die Angst ist spürbar, ist gegenwärtig, macht ratlos. Doch keine Sackgasse! Gott kennt meinen Weg. Er ist die richtige Adresse. Und diese Adresse wird mit dem neutestamentlichen Text genauer gefasst. Vater Jesu Christi, Vater der Barmherzigkeit, Gott allen Trostes in aller Bedrängnis.

Cool kann wohl niemand bleiben in der Situation. Aber mehr als innehalten und auf Gott schauen können wir kaum. Wir müssen die Situation eines verlängerten Sabbat, das gebotene Innehalten aushalten.

Wer mehr zu den Hintergründen des Psalms wissen möchte, findet in 1.Samuel 24 das Geschehen auf das im ersten Vers des Psalm angespielt wird mit „als er in der Höhle war“. David wird von Saul verfolgt. Es ist sogar ein Kopfgeld ausgesetzt. Ganz nah ist David dem Gegner. Verschont ihn. Zweifelt, ob er richtig handelt und sucht seine Zuflucht allein bei Gott.

Im 2.Korintherbrief legt Pauls seinen Streit mit den Korinthern bei und spielt darauf an, dass er in Ephesus gerade heftige Anfeindung und Bedrohung überlebt hat, nachzulesen in Apostelgeschichte 19. Paulus hat durch seine Predigt die Geschäfte derer, die Götzenbilder machen gefährdet und hat damit einen handfesten Aufruhr provoziert.

Beiden Situationen gemeinsam sind die Ratlosigkeit und Unvorhersehbarkeit dessen, was kommt , und die der Ausweg allein im Blick auf Gott.

Wer den Psalm in mehreren Übersetzungen nachschlägt, wird sehr unterschiedliche Formulierungen finden. Luther hatte übersetzt: Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an. Luther hat da wohl schon auf die Wirkung geschaut. Im hebräischen Text sind es die Augen Gottes, die auf dem gehen oder den Schritten sind. Vor Gottes Augen ist der Weg klar, ist der gute Ausgang sichtbar. Gott schaut nicht mit ängstlichen Augen, sondern ist der Vater der Barmherzigkeit, der sich unser annimmt.

Wo wir diese Gewissheit spüren, da mischt sich vielleicht schon Hoffnung in die Angst, da kommt vielleicht auch mancher Traum. Geplant hatten wir ja heute den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden zum Thema „Martin Luther King“. Sein Traum des Miteinanders und der Zukunft war geprägt von dem festen Blick auf Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, dem Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes.

Von Herzen kann ich in unserer Situation den Psalm 142 beten in der Übertragung „Neues Leben. Die Bibel“:

1 Ein Psalm Davids, als er in der Höhle war. Ein Gebet. 2 Ich schreie zum Herrn, ich flehe zum Herrn um Gnade. 3 Ich bringe meine Klagen vor ihn und breite all meine Sorgen vor ihm aus. 4 Denn ich bin verzweifelt, und du allein weißt den Ausweg. Wohin ich mich auch wende, überall haben meine Feinde mir Fallen gestellt. 5 Ich warte, dass jemand kommt und mir hilft, doch niemand verschwendet auch nur einen Gedanken an mich! Niemand hilft mir, niemanden kümmert es, was aus mir wird. 6 Herr, deshalb bete ich zu dir. Ich sage: »Du bist meine Zuflucht. Du bist alles, was ich im Leben will. 7 Höre mein Rufen, denn ich bin mit meiner Kraft am Ende. Rette mich vor meinen Verfolgern, sie sind zu stark für mich. 8 Hol mich heraus aus dem Gefängnis, damit ich dir danken kann. Die Gottesfürchtigen werden sich um mich versammeln, wenn du freundlich zu mir bist.«

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28.März

 

Tageslosung und Lehrtext Samstag, 28.März 2020

 

Psalm 147, 11: Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.

Markus, 3, 35: Christus spricht: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

 

Spontan prasseln widersprüchliche Gedanken auf mich ein. Sagt Gott nicht immer wieder: „Fürchte dich nicht?“ Und heißt es nicht im neuen Testament „Furcht ist nicht in der Liebe?“ Und jetzt soll ich mich auf einmal fürchten. Achtung! Es heißt nicht „fürchte dich“, es heißt die ihn fürchten. Das knüpft an an unsere Texte von gestern. Gott ist größer. Gott ist größer als alle Angst, ja er ist der Grund und der Adressat unserer Hoffnung. In 4 Schritten will ich den Worten für heute nachsinnen:

  • Gott fürchten

  • auf Gottes Güte hoffen

  • Gott stellt uns in die Gemeinschaft

  • Schreibe eigene Psalmen deines Lebens

 

Gott fürchten, oder Gottesfurcht stellt in der Gottesbeziehung ganz besonders den Aspekt der Größe und Einzigartigkeit Gottes heraus. Er ist, wie es der gesamte Psalm 147 zeigt Herr und Ursprung der Schöpfung und der Geschichte seines Volkes. Gottesbeziehung lässt sich nicht reduzieren auf einen romantisches Liebesverhältnis. Echte Gottesbeziehung erkennt die Größe Gottes an und antwortet mit dem eigenen Tun darauf. Dies wird übrigens im neutestamentlichen Wort Jesu aufgenommen: „Wer Gottes Willen tut.“

 

Auf Gottes Güte hoffen, das heißt bei Gott Hilfe suchen. Ich knüpfe an, an der Größe Gottes und an seiner Zusage. Darauf setze ich alle Hoffnung. Im Konfirmandenunterricht mussten wir den Psalm 23 auswendig lernen: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, , dein Stecken und Stab trösten mich.“ Gott ist da. Manchmal verborgen, manchmal spüre ich auch, wie er mich in die richtige Richtung schubsen will. Ein Sprichwort sagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich denke eher, die Hoffnung, die Gott in unserer Herz gibt stirbt nie. Gut, sie immer wieder hervor zu holen. Im Gebet und im Handeln.

 

Gott stellt in Gemeinschaft: Im zugeordneten neutestamentlichen Text spricht Jesus über seine Familie. Er setzt neue Grenzen und Maßstäbe. Die Beziehung zu Gott macht die Familie. Es bleibt wie auch sonst in der Familie. Ich kann mir nicht frei nach eigener Nase aussuchen, wer dazugehört, sondern die Gottesbeziehung macht mich zum Kind Gottes und damit Familienmitglied, so wie ich in eine Familie hinein geboren werde. Ich denke dieses Wort ist der Losung zugeordnet, um uns klar zu machen: In der Beziehung zu Gott stehst du nicht allein, bist kein Einzelkind sondern Teil der Familie Gottes.

 

Und meine Antwort auf das Ganze? Ich kann und soll eigene Psalmen sprechen, beten, schreiben von der Güte Gottes, von meinen Nöten, von meinen Verfehlungen und von Gottes Größe und Güte, von der Hoffnung, die er schenkt und von all dem, was er schon getan hat in meinem Leben.

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27.März

 

Losung und Lehrtext Freitag, 27.März

 

 

 

Jeremia 17, 9-10; Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich, der Herr, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun.

 

1.Johannes 3, 19-20: Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn uns unser verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.

 

 

 

Wer möchte jetzt nicht auf Herz und Nieren geprüft sein und für gesund befunden? Wer sehnt sich nicht nach der Gewissheit. Gott ist größer als die Not, die wir gerade erleben, Gott ist größer als die Angst, die Verzagtheit, auch größer als der Trotz gegen Weisungen und gegen Gott selbst.

 

Trotz und Verzagtheit markieren in der Losung die Weite der Gottesferne. Auf der einen Seite die Auflehnung gegen Gott, auf der anderen Seite die Verzweiflung über die eigenen Fehler, die eigene Unzulänglichkeit. In Jeremia 17 wird das entfaltet im Rahmen des Bundes Gottes mit seinem Volk. Fest gegründet in diesem Bund erwartet und belohnt Gott das richtige Tun. Hier wird ungerecht erworbener Besitz als Negativbeispiel und das Halten des Sabbat als positives Beispiel besonders herausgestellt. Aber erst Christus konnte diesen Bund mit Gott wirklich erfüllen Darauf baut der neutestamentliche Text aus dem 1. Johannesbrief. Gott ist größer als alle Schuld, Not, Angst. Genau das macht unseren Glauben aus. Dieser Vertrauen und Wissen: Gottes Liebe, Gottes Gnade ist größer als alles andere und macht uns fähig in Wahrheit Gott und den Nächsten zu lieben.

 

Ob mein Herz gerade trotzig sein mag oder verzagt, ich möchte immer wieder neu Gottes Größe erkennen und loben und mich von ihm befähigen lassen, in Wahrheit zu leben und zu lieben.

 

 

 

26.März

 

Losung und Lehrtext Donnerstag, 26.März 2020 „Seelenhygiene“

 

 

 

Psalm 38,19: Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen.

 

2.Korinther 7, 10: Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut.

 

 

 

Die Losung stammt aus einem Psalm, den Luther überschreibt: „In schwerer Heimsuchung“. Den Coranavirus erleben wir als große Heimsuchung. Im Psalm wird deutlich, dass sich der Beter eingeholt fühlt, zerschlagen, krank wegen seiner Schuld. Der Psalm wird David zugeschrieben. Geradezu wie in tiefster Depression klagt er. Verständlich mag denken, wem einfällt, wie sich David in die Frau seines Offiziers verliebt und den dann umkommen lässt. Der also sagt: Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen. So weit, so nachvollziehbar.

 

 

 

Nun ist dem ein Wort aus dem 2.Korintherbrief zugeordnet. Das spricht doch tatsächlich von „Traurigkeit nach Gottes Willen“. Paulus hatte Zoff mit der gemeinde in Korinth. Und er hat diesen Zoff ausgetragen, mit dem Ergebnis eines gemeinsamen Aufbruchs. Etwas verkürzt gesagt: Misstände angesprochen, voreinander und vor Gott, geklärt, neu angefangen, ohne Verlierer.

 

 

 

Beide Texte und Zusammenhänge streichen heraus, wie wichtig so etwas wie „Seelenhygiene“ ist.

 

Vor der Umkehr, vor dem Neuanfang steht das Hinschauen, der Blick in den Spiegel, den Gott uns vorhält. Die „Traurigkeit nach Gottes Willen“ ist vergleichbar mit der Selbsterkenntnis. Das eigene Leben anschauen, wie es ist, mit allen Fehlern, Schwächen und Stärken und dann Gott hinhalten mit der Bitte: Nimm alles Falsche weg und setz mich auf die richtige Spur.

 

 

 

Vielleicht ist so mancher durch die Coranakrise ausgelöste Gedanke an Versäumnisse und Fehler im Miteinander, im Umgang mit der Gottes Schöpfung, falschen Prioritätensetzungen auch eine „Traurigkeit nach Gottes Willen“.

 

 

 

Ganz sicher aber ist es eine gute „Seelenhygiene“ im Spiegel Gottes, seiner Liebe und seiner Gebote das Leben anzuschauen und ihm hinzuhalten. Im Gebet. In der Bitte um Vergebung, in der Bitte um Neuanfang und Orientierung. Hinwendung zu Gott. Umkehr eben, die niemanden reut.

 

 

25. März Gottes Kind oder Puzzleteil - Finde deine Antwort

Lehrtext und Losung für Mittwoch, 25.März 2020

1.Petrus 5, 5: Alle miteinander bekleidet euch mit Demut.

Jesaja 29, 16: Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche zu seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!

Die Worte erinnern mich an den Mathe-Unterricht. Auf das Vorzeichen vor der Klammern kommt es an oder in der Bruchrechnung: Was steht oben, was steht unten vom Bruchstrich. Jesaja weist die Menschen darauf hin, dass sie ganz offensichtlich das falsche Vorzeichen vor der Klammer oder den Kehrwert gewählt haben, statt sich tatsächlich von Herzen als Gottes Kinder zu sehen. Genau das sit es auch, was im 1.Petrusbrief hinter der Aufforderung zur Demut steckt. Hier schaue ich auf den Zusammenhang. Wiedergeboren zur Hoffnung und Gemeinschaft mit Christus sind wir und das hat Folgen. Die sind nicht immer leicht, auch mit Anfeindung und Leid verbunden und mit Konsequenzen in unserem Handeln. Gebündelt heiß es in 5.Kapitel:
1 Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: 2 Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, und achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund, 3 nicht als solche, die über die Gemeinden herrschen, sondern als Vorbilder der Herde. 4 So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen. 5 Desgleichen ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. 7 Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. 8 Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. 9 Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder und Schwestern in der Welt kommen.
Bei uns zuhause hat die Auseinandersetzung mit den beiden Worten für heute zu einem intensiven Gespräch geführt über die Frage: Bin ich Gottes Puzzleteil! Argumente dafür:
Ich verdanke mein Leben Gott.
Er hat mir Begabungen gegeben, mich geformt, einzigartig gemacht. Den passenden Platz kann nur ich ausfüllen. Tue ich es nicht, fehlt etwas.
Es gibt einen vorgesehenen Platz für mich. Da passe ich hin.
Grenzen oder Gegenargumente:
Gott will mich nicht als Marionette sondern als Gegenüber, geliebt und mit Liebe im Herzen für Gott und meine Mitmenschen.
Das Leben ist ein Prozess und Aufgaben und Orte verändern sich. Ich kann und soll im Gespräch mit Gott, in der Herzensbeziehung zu ihm als meinem Vater meinen Weg finden.
Eine vorläufige Lösung:
Das richtige Vorzeichen ist, von Herzen Gott als meinen Vater annehmen und aus der lebendigen Beziehung zu Gott, der uns in Jesus Christus begegnet zu leben.
Das zeigt auch der Zusammenhang aus dem Buch Jesaja:
9 Starrt hin und werdet bestürzt, seid verblendet und werdet blind! Seid trunken, doch nicht vom Wein, taumelt, doch nicht vom Bier! 10 Denn der HERR hat über euch einen Geist des tiefen Schlafs ausgegossen und eure Augen – die Propheten – zugetan, und eure Häupter – die Seher – hat er verhüllt. 11 Darum wurde euch diese ganze Offenbarung wie die Worte eines versiegelten Buches, das man einem gibt, der lesen kann, und spricht: Lies das!, und er spricht: »Ich kann nicht, denn es ist versiegelt«; 12 oder das man einem gibt, der nicht lesen kann, und spricht: Lies das!, und er spricht: »Ich kann nicht lesen.« 13 Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt, 14 darum will ich auch hinfort mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs Wunderlichste und Seltsamste, dass die Weisheit seiner Weisen vergehe und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen müsse. 15 Weh denen, die mit ihrem Plan verborgen sein wollen vor dem HERRN und mit ihrem Tun im Finstern bleiben und sprechen: »Wer sieht uns und wer kennt uns?« 16 Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!

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24.März

 

Losung und Lehrtext für Dienstag 24.März 2020

 

 

 

Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. Psalm 145, 17

 

Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Einsicht. Kolosser 1,9

 

 

 

Für mich zeichnen die Worte der letzten Tage ein Linie von Frieden und Gerechtigkeit Gottes, aus denen wir im Glauben leben über die Fragen in der Not, die allein Gott beantworten kann, das gestrige Wort über das Fasten als Hören, Hinschauen, loben und beten hin noch einmal zur Frage nach Gerechtigkeit, Einsicht, Weisheit und Handlungsorientierung.

 

 

 

Was ist gerecht? Der einen Familie muss ich sagen: Wir können euer Kind zur Zeit nicht in der Kita betreuen. Der anderen: Ja, Ihr könnt Notbetreuung in Anspruch nehmen, weil Ihr in der Pflege oder im Gesundheitswesen tätig seid. Kinder fragen längst nach den Freunden. Es wird leicht eng zuhause. So viel Zeit. Was können wir noch zusammen spielen oder tun? Wie kriege ich das mit dem Job zusammen? Wie viele finanzielle Einbußen wird mir das bringen? Die von den Regierungen angekündigten Entlastungen und Unterstützungen, die vielen Programme und Regeln geben zwar ein wenig Hoffnung und Orientierung, aber den meisten geht es wohl wie mir: Es bleibt ein mulmiges Gefühl. Dennoch bin ich dankbar für das beherzte Handeln unserer Verantwortlichen. Ein wenig spüre ich dahinter auch von Gott geschenkte Einsicht.

 

Alle Texte der letzten Tage verweisen uns deutlich daran, dass für unsere Leben die persönliche Beziehung zu Gott ganz entscheidend ist, und dass diese Beziehung gestaltet sein will.

 

Zu dieser Beziehung gehört auch das Vertrauen zu Gott und das Gebet für einander und insbesondere für die, die jetzt Dinge zu entscheiden haben. Der Psalm und auch der Kolosserbrief streichen dort ganz wichtig Dank, Lob, Erkenntnis und Bekenntnis von Verfehlungen und Bitte heraus. Zum Hintergrund. Hier Worte aus Psalm 145 und aus dem Kolosserbrief und im Anschluss ein paar Hinweise, wo im Netz wir Anregungen zu Gebet, Gespräch und Spiel finden.

 

 

 

Psalm 145:

 

1 Ein Loblied Davids. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. 2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. 3 Der HERR ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unerforschlich. 4 Kindeskinder werden deine Werke preisen und deine gewaltigen Taten verkündigen. 5 Sie sollen reden von deiner hohen, herrlichen Pracht; deinen Wundern will ich nachsinnen. 6 Sie sollen reden von deinen mächtigen Taten, und ich will erzählen von deiner Herrlichkeit; 7 sie sollen preisen deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühmen. 8 Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. 9 Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. 10 Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben 11 und die Ehre deines Königtums rühmen und von deiner Macht reden, 12 dass den Menschenkindern deine gewaltigen Taten kund werden und die herrliche Pracht deines Königtums. 13 Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für. Der HERR ist getreu in all seinen Worten und gnädig in allen seinen Werken. 14 Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind. 15 Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. 16 Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. 17 Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. 18 Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. 19 Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen. 20 Der HERR behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. 21 Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.

 

Kolosser 1

 

3 Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, und beten allezeit für euch, 4 da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt, 5 um der Hoffnung willen, die für euch bereitliegt im Himmel. Von ihr habt ihr schon zuvor gehört durch das Wort der Wahrheit, das Evangelium, 6 das zu euch gekommen ist. Wie in aller Welt so bringt es auch bei euch Frucht und wächst von dem Tag an, da ihr von der Gnade Gottes gehört und sie erkannt habt in der Wahrheit. 7 So habt ihr's gelernt von Epaphras, unserm lieben Mitknecht, der ein treuer Diener Christi für euch ist, 8 der uns auch berichtet hat von eurer Liebe im Geist. 9 Darum lassen auch wir von dem Tag an, an dem wir's gehört haben, nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, 10 dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes 11 und gestärkt werdet mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut. Mit Freuden 12 sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. 13 Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, 14 in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.
15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. 19 Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen 20 und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.

 

https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/j/jesus-christus ein Link, wo ihr Gedanken, Spiele, Filme, Quiz und mehr findet.

 

https://www.bayern-evangelisch.de Auf der Seite unserer Landeskirche findet Ihr viele Hinweise , Informationen, Links und Gebete.

 

Und natürlich vor allem lest selbst in der Bibel und betet!

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23. März

 

Zur Tageslosung Montag 23.März 2020

 

 

 

Herr, du bist's allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles was darinnen ist. Nehemia 9,6

 

 

 

Der zugeordnete neutestamentliche Text aus Apostelgeschichte 14,17:

 

Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.

 

 

 

Spontanes:

 

Gesangbuch 612 Du hast uns deine Welt geschenkt – aus Kita und KiGo kennen die Kinder Bewegungen dazu. Singt, lest die Strophen

 

Gottes wunderbare Schöpfung wird grüner und blühender. Osterglocken gibt es z.B. Es ist ausdrücklich erlaubt allein oder in der Familie an die frische Luft zu gehen und Gottes Schöpfung zu genießen.

 

Was erfüllt jetzt mit Freude? Schau hin!

 

 

 

Der Zusammenhang der Losung:

 

Es lohnt den Zusammenhang nachzulesen, das ganze Kapitel 9 von Nehemia und auch ein wenig darüber hinaus. Das Volk ist in großer Not. Als Reaktion finden ein Fasten statt. Sack und Asche als Zeichen der Unwürdigkeit vor Gott. 3 Stunden hören, lesen von Gottes Weisungen, 3 Stunden bekennen der eigenen Schuld, dann das Lob Gottes und das Hinbringen der eigenen Situation und Not zu Gott, Klage und Bitte also. Aus diesem Zusammenhang stammt die Losung und der zugeordnete neutestamentliche Text fordert auf, genau hinzuschauen, was Gott alles Gutes getan hat. Lädt ein, zu entdecken, wie Gott unsere Herzen froh macht durch Zeichen seiner Liebe

 

Nehemia 9 zählt viele Zeichen der Gnade und Güte und Größe Gottes auf. Zählt aber auch viele Verfehlungen auf. Halsstarrigkeit, Engstirnigkeit, Egoismus, Lieblosigkeit... Aber dann auch Vieles, wo Gott Neuanfänge, Hindurchkommen, Überleben geschenkt hat.

 

 

 

Anwendung

 

Mich lädt der Text ein zum Hinschauen. Genau hinschauen. Was ist da? Was gibt Gott alles? Was will Gott von mir? Wie kann ich Liebe gerade jetzt leben, da das Gebot der Stunde die Vermeidung von Begegnungen ist? Fantasie und neue Kommunikationsformen sind gefragt, aber vielleicht auch alt Bewährtes wie Briefe oder Festnetztelefon.

 

Und ich kann raus in aller gebotenen Distanz und entdecken, wie groß und wunderbar Gottes Schöpfung ist und wie unermesslich seine Liebe und Größe.

 

Und ich kann Zeit nutzen, nach Gottes Weisungen zu fragen. Ich kann mir immer wieder klar machen, was Gott durch Christus für mich getan hat und fragen, wie meine angemessene Antwort aussieht.

 

Also Wahrnehmen, Hinhören und Hinschauen, Loben, Bekennen und Gott die Situation bringen.

 

Osterglocken sind bereits zu sehen. Gewachsen vor dem Pfarrhaus ohne unser Zutun. Gott will Leben und Liebe.

 

Ein Bild der Osterglocken findest du auf der Facebookseite unserer Kirchengemeinde.

 

 

 

 

22.März

 

Sonntag, 22.März 2020 - Tageslosung

Kein gemeinsamer Gottesdienst. Jede und jeder allein mit sich, mit Gott mit dem eigen Haus (also alle, die mit ihm zusammen wohnen.) Geplant war für ein Familiengottesdienst, gemeinsam gestaltet mit beiden Kitas. Im Vorfeld gab es nach der überwältigenden Beteiligung am gemeinsamen Martinsfest Bedenken, die Kirche könne nicht ausreichen. Jetzt geht gefühlt gar nichts. Aber es geht was. Gebet, Austausch, eigene Zeit mit Gott. Stille Zeit z.B. mit der Tageslosung. Es geht etwas. In der Familie zum Beispiel: Erinnert und singt mit den Kindern das Lied: Sei mutig und stark und fürchte dich nicht, denn Gott ist bei dir. Es ist aus den Kitas und dem Kindergottesdienst vertraut und die Kinder können sich bei den gelernten Bewegungen auch ein wenig austoben. Es geht zurück auf die Auseinandersetzung mit der biblischen Gestalt des Daniel. Aus dem Danielbuch ist die heutige Losung.

Es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.

Daniel 2,28

Spontan:

  • Ja ich verstehe vieles nicht. Geheimnisse bleiben. Ich brauche jemanden, der sie mir eröffnet.

  • Auf die Betonung kommt es an: Nur einer kann das, Gott selbst. Da ist das „ein“ unterstrichen. Gott ist da und tut das. Da ist das „ist“ und das öffnen betont. Es fällt mir schwer in der Unsicherheit Gott nah zu fühlen, ich unterstreiche im Himmel. Ich akzeptiere nicht alles zu verstehen, ich unterstreiche die Geheimnisse.

Der Zusammenhang:

Das Buch Daniel in der Bibel erzählt von Daniel, der Name bedeutet übrigens „Gott richtet“, und dem, was Gott ihm offenbart. In den Geschehnissen und in Hinweisen auf das, was bis zum Ende dieser Welt geschieht. Es lohnt das Buch im Zusammenhang zu lesen. Im 2.Kapitel geht es darum, dass Gott zu Menschen spricht, manchmal im Traum, und es fällt schwer zu verstehen, was die Geheimnisse bedeuten. Nebukadnezer hat einen Traum. Er will ihn verstehen, ruft Magier, Zauberer, Weissager zusammen. Sie können ihn nur hinhalten mit schmeichelnden Worten und Allgemeinplätzen. Nichts. Kein Verstehen. Nebudkadnezer spürt das. Wird sauer. Empfindet Lug und Trug. Alle Weissager will er umbringen. Daniel und seine Freunde beten. Rufen Gott an. Und Daniel bekommt von Gott eine Einsicht, eine Erklärung. Tatsächlich dringt er vor bis zum König. Daniel trägt ihm zu dessen Überraschung sowohl des Königs Traum als auch die Deutung vor. Verschiedene Reiche werden aufeinander folgen und schließlich wird ein einzelner Stein, nicht von Menschenhand bewegt alle zerschlagen und ein ewiges Reich aufbauen. Hier ist für uns Christen schon der deutliche Hinweis auf Jesus als dem lebendigen Stein, auf dem alles aufbaut. Wichtig die Handlungsschritte Daniels. Er betet, traut Gott etwas zu, bittet und lobt, erst dann arbeitet er sich zum König vor und verkündet, was Gott ihm gesagt und gezeigt hat. Ganz zentral im Gespräch mit dem König unsere Losung für heute:

Es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.

Anwendung

Ich kann nicht alles verstehen aber ich kann Gott fragen im Gebet. Alles entscheidet sich an der Gottesbeziehung, an der Beziehung zu Christus. Ist sie Herzenssache?

Gott spricht, wo ich geduldig darum ringe im beten und Bibellesen. Und er eröffnet Einsichten und Handlungsperspektiven.

Aufbauen muss aber alles auf das, was der zugeordnete neutestamentliche Text sagt:

In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Kolosser 2, 3

Fragen und Anregungen

  • Spreche ich in einer Herzensbeziehung mit Gott?

  • Erwarte ich, dass Gott mir den Blick öffnet?

  • Ich kann mich austauschen mit anderen über meine Beziehung zu Gott.

  • Ich kann Gott loben und ihm singen, auch und gerade mit vermeintlichen Kindeliedern, die ungebrochenes Gottvertrauen ausdrücken.

  • Welche konkreten Weisungen Gottes erfahre ich?

 

21.März

Der Herr spricht: Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke. 3.Mose 26,6

 

 

Spontane Einfälle

 

Wer ist nicht aufgeschreckt durch die Situation? Ausgangsbeschränkungen und bedrückende Modellrechnungen der Infektionen. Vom Frieden im Sinne von Schalom (Heil) sind wir weit entfernt.

Schlafen ist gegenwärtig sicher besser als herum laufen.

 

Jedes Land verbreitet eigene Meldungen und Maßnahmen.

 

Gott will Frieden geben. Ein heftiges Kontrastprogramm. Ist das geknüpft an Bedingungen?

 

 

Der Textzusammenhang aus 3.Mose 26

 

1 Ihr sollt euch keine Götzen machen und euch weder Bild noch Steinmal aufrichten, auch keinen Stein mit Bildwerk setzen in eurem Lande, um davor anzubeten; denn ich bin der HERR, euer Gott. 2 Haltet meine Sabbate und habt Ehrfurcht vor meinem Heiligtum. Ich bin der HERR. 3 Werdet ihr in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote halten und tun, 4 so will ich euch Regen geben zur rechten Zeit und das Land soll seinen Ertrag geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen. 5 Und die Dreschzeit soll reichen bis zur Weinernte, und die Weinernte soll reichen bis zur Zeit der Saat. Und ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen. 6 Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke. Ich will die wilden Tiere aus eurem Lande wegschaffen, und kein Schwert soll durch euer Land gehen. 7 Ihr sollt eure Feinde jagen, und sie sollen vor euch her dem Schwert verfallen. 8 Fünf von euch sollen hundert jagen, und hundert von euch sollen zehntausend jagen; denn eure Feinde sollen vor euch her dem Schwert verfallen. 9 Und ich will mich zu euch wenden und will euch fruchtbar machen und euch mehren und will meinen Bund mit euch halten.

 

 

Gedanken

Überschrieben ist das Kapitel in der Lutherbibel „Segen und Fluch“. Ganz unzweifelhaft macht Gott hier eine verbindliche Zusage. Ich will euch segnen! Das ist sein Teil der Verpflichtung seines Bundes mit seinen Menschen. Aber ebenso unzweifelhaft gehört dazu die Verpflichtung seiner Menschen zum Respekt vor Gott, zum Halten seiner Weisungen zu denen vor allem gehört, regelmäßig inne zu halten zum Erinnern der guten Taten Gottes und zum Dank, zu Gebet und Gottesdienst also.

 

 

Ich will Frieden geben im alles umfassenden Sinn von zur Ruhe kommen, gesegnet sein, Heil erfahren. Das ist Gottes unverbrüchliche Selbstverpflichtung. Sie ist aber gebunden daran ihn als Herrn meines Lebens zu haben. Sie ist gleichermaßen Gottes Geschenk und etwas, was ich ergreife.

 

So wenig ich mir verdienen kann, bei Gott angenommen zu sein, so sehr hat es Folgen, wenn er mein Herr ist. So wie jetzt nicht egal ist, ob ich mich an die Empfehlungen angesichts des Coronavirus halte, ebenso ist es nicht egal, wie ich zu Gott und seinen Weisungen stehe. Gott hat sich das nicht weniger als seinen Sohn kosten lassen, nicht weniger als das Kreuz. Aber gerade darin legt er sich fest.

 

Gott sagt zu: Ich will dich segnen. Ich nehme dich an.

 

Meine Antwort darauf hat Folgen. Ich lasse es zu, dass Gott mein Leben verändert und ich nach seinen Weisungen lebe. Ich frage auch in unserer aktuellen Situation nach ihm, seiner Nähe und seiner Weisung. Ich habe dabei nicht mehr als mein Gebet und meinen Glauben. Die Bilder unseres Textes, der aus der Zeit Israels in der Wüste und auf der Flucht spricht, entwirft allerdings sehr hoffnungsvolle Bilder in der Bedrängnis jetzt: Fülle, reiche Ernte, Frieden und ruhigen Schlaf, keine bedrohlichen wilden Tiere (oder Viren), erfolgreicher Kampf gegen die Bedroher.

 

Eine Mitarbeiterin sagte mir: Wir werden Ostern erleben. Wir werden Ostern feiern. Vielleicht nicht zu den diesjährigen Kalendertagen dazu. Aber nach dieser Krise werden wir ganz neu Ostern und Leben erleben.

 

 

Ein weitergehender Nebengedanke: In Kapitel 26 des 3.Buches Mose wird die Bedeutung des Sabbats besonders betont. Es geht darum, zur Ruhe zu kommen und an Gott und seine Taten zu denken. Aber auch Tiere und Natur sollen zur Ruhe kommen. Erleben wir etwa ein Sabbat der Erde, die durch unsere Einschränkungen endlich einmal wieder zur Ruhe kommt und sich regenerieren kann?

 

 

Gebetssplitter

 

Dank für Gottes Zusagen und Taten.

 

Fürbitte für Erkrankte und deren Pflegende und Behandelnde.

 

Fürbitte für uns um Einsicht, Verantwortung und Geduld.

 

Fürbitte um Ausgewogenheit von Ruhe und Arbeit.

 

Fürbitte, dass die Decke nicht auf den Kopf fällt und in der ruhigen zeit Raum für gute Gedanken wächst.

 

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20. März

Geschützt im (Isolier-) Zelt Gottes - zur Tageslosung am Freitag, 20.März 2020

Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes. Psalm 27,5

 

 

Spontane Gedanken:

 

  • Eine Hütte behütet. Ein Zelt schützt.

  • Seine (Gottes) Hütte erinnert an die Stiftshütte. Er nimmt mich in seiner Nähe auf.

  • Sein Zelt, in dem ich beschützt bin erinnert an das besondere Zelt im Lager der Israeliten beim Zug durch die Wüste, in dem die Bundeslade stand, das Zeichen für den Bund Gottes.

  • „Zur bösen Zeit“ - es geht also um etwas, was für Zeiten der Krise und Bedrohung gilt.

  • Ein Bild entsteht: Da steht eine Hütte fest gegründet und zum besonderen Schutz der Person ist da noch ein ein (Isolier-) Zelt.

 

 

Eingebettet ist dieser Satz (Übersetzung – Zürcher Bibel)

 

4 Eines nur habe ich vom HERRN erbeten, dies eine begehre ich: zu wohnen im Hause des HERRN alle meine Tage, zu schauen die Freundlichkeit des HERRN und nachzusinnen in seinem Tempel.5 Denn er birgt mich in seiner Hütte am Tage des Unheils, er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes, hebt mich empor auf einen Felsen. 6 Nun kann mein Haupt sich erheben über meine Feinde rings um mich her. Ich will Opfer darbringen in seinem Zelt, Opfer des Jubels, will singen und spielen dem HERRN.

 

 

Dieser Rahmen macht klar, dass es um das lebenswichtigste geht. Um das „Eine“ auf das es ankommt. Das ist Gottes Freundlichkeit, gefühlt in Gottes Einladung und das Nachdenken in seinem Tempel. Es geht um die lebendige Beziehung zu Gott. Das persönliche Gebet – auch in unserer Kirche – ist möglich. Das Gespräch mit Gott ist möglich und ist das entscheidend Wichtige.

 

Auf was kommt es an im Leben?

 

Hütte, Zelt, Fels werden zu wichtigen Bildern für den Gottesdienst, zu dem wir gerade jetzt in der Corona-Krise nicht zusammen kommen können. Aber die Gewissheit, dass Gott da ist und schützen will wünsche ich uns allen. Wo ich das spüre, kann ich meinen Kopf herausheben, ihn erheben über alle Krise hinweg und Gott loben. Singen und Spielen werden im Psalm besonders benannt, aber auch das Opfer bringen. Im Alten Testament ist bei Opfer an die materielle Seite des Dankes und des Lobes gedacht, an das Teilen und Abgeben.

 

 

Fragen

 

  • Was wünscht du dir von Gott? Sag es ihm!

  • Wofür kannst du danken und loben? Schreib oder mal es auf!

  • Was ist das „Eine“ in meinem Leben, auf das es ankommt?

 

 

Gebetssplitter

 

Danke Gott, für alle, die sich um den Schutz von Leben und Gesundheit bemühen.

 

Gott, bitte schenke Einsicht, dass ich tue, was gut tut.

 

Gott, weite meinen Blick, dass ich deine Güte sehe auch in der Krisensituation.

 

Gott, bewahre meine Sehnsucht, dich zu spüren und in deiner Nähe zu sein.

 

Gott, danke, für alle Zeichen der Verbundenheit.

 

 

 

Ein Nachsatz zum Loben Gottes: Beim Schreiben dieser Andacht meldete das Telefon, dass sich im Chat des Posaunenchores etwas tut. Auf den Hinweis um 19 Uhr werde wieder musiziert,(„Der Mond ist aufgegangen) kam die Antwort: Bin im Garten und bereit. Gib den Einsatz, Wolfgang!. Antwort darauf: In 17 Minuten. 4 vor. Es folgte der Hinweis Gesangbuch 482, es wird vorgezählt.

 

Schön, dass zum Lobe Gottes gespielt und musiziert wird.

 

 

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19.März

2.Könige 13, 23

 

Der HERR gab ihnen Gnade und erbarmte sich ihrer und wandte sich ihnen wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.

 

Spontane Einfälle:

 

  • Gott wendet sich wieder zu, war er denn abgewandt?

  • Gott hält seinen Bund, sowohl den des Alten Testamentes mit Israel als auch den Neuen durch Christus.

  • Gott verwirft nicht (mehr). Das gilt bis heute

  • Corona hin oder her, Gott hält zu uns und bleibt zugewandt.

 

 

Der Zusammenhang, nachzulesen in 2.Könige 13

 

 

Elisa war ein Prophet im Nordreich Israels. Er galt als Nachfolger Elias. In seine Wirkungszeit fallen die Auseinandersetzungen mit den Aramäern, die als Folge des Ungehorsams Israels und insbesondere seiner Könige gesehen wurden.

 

In 2.Könige wird berichtet, dass Elisa erkrankt. Er wusste wohl, dass er an dieser Krankheit sterben würde. König war zu dieser Zeit Joasch. Der redete Elisa respektvoll als Vater an, weil er ihn als Stimme Gottes anerkannte. Joasch kommt zum sterbenskranken Elisa und erfährt von ihm, dass er gegen die Aramäer kämpfen kann. Tatsächlich gibt es einen vorübergehenden Erfolg. Elisa stirbt und wird begraben. In dieser Zeit überfallen Moabiter immer wieder in Horden die Isareliten. Während eines dieser Überfälle kommt ein Trauerzug an Elisa Grab vorbei. In der aufkommendne Panik fällt der Tote in Elisas Grab. Er wird wieder lebendig.

 

Es folgt im Bibeltext in nur einem Vers der Hinweis, dass die Aramäer weiter die Israeliten bedrängen und dann folgt unsere Tageslosung.

 

 

Der HERR gab ihnen Gnade und erbarmte sich ihrer und wandte sich ihnen wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.

 

 

Gefolgt vom Bericht, dass Israels König Joasch wieder Städte von den Aramäern zurück gewinnt.

 

 

Einen weiteren Zusammenhang bietet der neutestamentliche Lehrtext, in dem Paulus ganz deutlich betont, dass Gott zu seinen Kindern steht. Zu seinem erwählten Volk Israel ebenso wie zu den Christen. Es heißt in Römer 11, 29

 

Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.

 

 

Gedanken zur Auslegung der Losung aus 2.Könige

 

Gott hält zu seinen Kindern. Gott hält zu Israel. Er tut dies aus Gnade und obwohl getan wird, was er nicht will. Immer wieder wenden sich die Menschen ab. Gott ist es, der sich neu zuwendet und sie dennoch erhält.

 

 

Anwendung

 

Gott begegnet mit seiner Gnade. Ich darf wissen: Er behält mich im Auge, begleitet mit seiner Gnade. Es ist nicht egal, was ich tue. Gott wendet sich mir zu.

 

Die Frage an mich: Wie oft wende ich mich ab?

 

Ich will ihm antworten mit meinem Gebet.

 

 

Gebetssplitter

 

 

Gott danke, du wendest dich in Gnade zu.

 

Gott hilf mit vertrauen und aus deiner Hand nehmen, was du gibst, Gutes, wie Schweres.

 

Gott ich bitte dich um Geduld in unserer Situation.

 

Gott steh allen bei, die jetzt leiden.

 

Gott, bewahre uns vor Panik und lass uns die Verbundenheit mit dir und durch dich miteinander spüren.

 

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weitere Gedanken und Impulse

 

Gedanken, Einfälle, Fragen zum Lehrtext für heute, Mittwoch 18.März 2020

 

1.Petrus 2,3

 

Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist.

 

 

 

Spontane Einfälle:

 

  • Es gibt positive Erfahrungen mit Gott.

  • Diese positive Erfahrungen schmecken, spüren, erleben wir im Abendmahl. Zur Zeit können wir diese Erfahrungen nicht erneuern, sondern leben von den gemachten Erfahrungen.

  • Das Abendmahl, wie wir es erfahren haben gibt uns Wegzehrung für diese schwere Situation der erzwungenen Distanz voneinander.

  • Die im Abendmahl erfahrene Gemeinschaft kann uns jetzt durch die äußere Abgrenzung hindurch tragen.

 

 

 

Der Textzusammenhang 1.Petrus 2, 1-5

 

1 So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede 2 und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, auf dass ihr durch sie wachset zum Heil, 3 da ihr schon geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist. 4 Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. 5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

 

 

 

Folgerungen aus dem Zusammenhang

 

  • Wir sind Kinder Gottes.

  • Gott versorgt uns.

  • Bei und durch Jesus Christus bekommen wir, was wir fürs Leben brauchen.

  • Wir sind für Gott lebendige Steine seines Hauses, Verkündiger seiner Botschaft.

  • Das geistliche Leben ist wichtig und wertvoll und hat vor Gott Gewicht.

 

 

 

Fragen und Anregungen fürs Weiterdenken

 

  • Wo habe ich ganz persönlich Gottes Güte erlebt?

  • Was bedeuitet für mich, Gottes Kind zu sein?

  • Was ist meine Verantwortung in der Situation, die ich erlebe?

 

 

 

Gebetssplitter

 

 

 

Gott, danke, dass ich dein Kind sein darf. Danke, dass ich zur Gemeinschaft deiner Kinder gehöre.

 

Gott gib den Entscheidungsträgern Weisheit und die richtigen Entscheidungen.

 

Gott, trage du uns hindurch durch diese Krise.

 

Gott, schenke du Zuversicht und Geduld.

 

Gott, bewahre du alle, die mir besonders am Herzen liegen.

 

Gott, schenke du allen, die jetzt ganz besonders gefordert sind Kraft für ihr Tun.

 

Gott, bewahre und stärke du gerade jetzt die Beziehung zu dir.

 

 

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Gottesdienst 15.März 2020

 

Begrüßung
Abkündigung des Landesbischofs
Infos, was das für uns bedeutet
  • keine Kita
  • kein Familiengottesdienst am nächsten Sonntag
  • kein Konfirmandenunterricht
  • Verschiebung der Konfirmation
  • Absage der meisten Veranstaltungen und Gruppen

 

Wir erleben diese ungewisse Situation im Angesicht und in der Geborgenheit des dreieinigen Gottes.
 
Gott, der Vater:
Er ist der Grund unseres Lebens,
der Anfang und das Ende,
die Quelle und das Ziel. –
 
 
Gott, der Sohn:
Er ist der Weg zum Vater,
das Leben, das aus der Quelle Gottes kommt,
die Wahrheit, die uns zum Ziel führt. –
 
Gott, der Heilige Geist:
Er ist der Wind, der uns treibt,
die Kraft, die uns stärkt,
das Feuer, das uns wärmt auf dem Weg. –
 
In Gottes Namen sind wir hier zusammengekommen.
Wir suchen seine Nähe,
wir hoffen auf seinen Segen
und bitten um sein Heil.

 

 

 

Lied: All Morgen 440 alle 4

 

 

 

Psalm 34

 

 

 

Einleitung zum Kyrie
 
Gott, wir kommen zu dir in dieser ungewissen Zeit. Wir bringen unsere Ängste und Ratlosigkeit mit. Wir bringen unsere Verfehlungen und Unzulänglichkeiten mit. Wir bringen unsere Sorgen mit um unsere Lieben, um alle, die besonders gefährdet sind durch den Virus. Wir bringen Betroffenheit mit durch Einschränkungen und Gefährdung.
Über allem rufen wir dich an: Herr, erbarme dich!
 

 

Taizé-Kyrie

 

 

 

Gebet zum Tage
 
Gütiger Gott, deine Augen sehen auf uns. Vertreibe unsere Sorge und Angst, allein zu sein. Lass uns auf dich sehen und auf dein Erbarmen, das du uns zuwendest in Jesus Christus. Amen

 

 

 

Lesung aus 1.Könige 19 (Gott stärkt Elia)

 

 

 

Lied: Es mag sein, dass alles fällt 378 alle 5

 

 

 

Predigt

 

 

 

Abweichend von der Perikopenordnung und Ankündigung zu Lukas 13, 1-5
 
Lukas 13, 1-5
 
1 Es kamen aber zu der Zeit einige, die berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. 2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben? 3 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. 4 Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? 5 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.
 
Auslegung
 
Die etablierte Religion in Israel zur Zeit Jesu war das (Gesetzes-)Judentum, das von einem bösartigen Geist des Richtens geprägt war. Es stand damit ganz im Gegensatz zum Geist Jesu, der ein Geist der Barmherzigkeit ist. Die Juden richteten sich gegenseitig bzw. die Sünder, aber Jesus hätte gerne jedem Einzelnen von ihnen die Chance gegeben, sich durch Gottes Kraft zu bessern – das eben war Barmherzigkeit.
 
Zum bösen Geist des Richtens gehört es auch, zu glauben, Menschen, die ein Unglück ereilt, träfe der Zorn Gottes. Natürlich kann es hin und wieder tatsächlich der Fall sein, dass ein Unglück Ausdruck des Zornes Gottes ist. Das Unglück, das meinen Nächsten trifft, sollte mich aber dennoch nicht dazu bringen, mich über meinen Nächsten zum Richter aufzuschwingen und zu sagen: „Jener hat gesündigt, deswegen wird er jetzt von Gott gestraft.“
 
Nein, das Unglück meines Nächsten sollte mich dazu bringen, Gott für seine Langmut und Geduld mit mir zu danken. Angesichts meiner großen Schuld und Sünde danke ich Gott dafür, dass mich nicht das gleiche Unglück trifft wie meinen Nächsten und beeile mich, umzukehren von meinen Sünden.
 
Nicht jeden, der nicht Buße tut bzw. nicht umkehrt von seinen Sünden, wird noch zu Lebzeiten ein schweres, herkömmliches Unglück treffen wie jene, die vom Turm in Siloah erschlagen wurden. Es wird aber der Tag kommen, wo Gott jeden Menschen richten wird (das Weltgericht).
 
Anwendung
Für mich ist klar: es ist fahrlässig und falsch im Blick auf andere von Strafe Gottes zu reden. Es ist aber ebenso fahrlässig, die eigen Verantwortung für das eigene Tun zu leugnen.
Was heißt das aber nun für unsere aktuelle Situation.
 
Unsere Freiheit und die Freizügigkeit haben Grenzen. Nicht alles nützt uns und schon gar nicht nützt alles unseren Mitmenschen.
Die gegenwärtige Gefährdung durch das Corona-Virus zwingt uns zu Einschränkungen und auch zum Nachdenken.
 
Es ist gut, den Schutz der besonders Gefährdeten ganz oben anzusetzen. Es fällt aber auch auf, wie sehr die Situation diskutiert wird als Gefährdung der Wirtschaft und des Wohlstandes.
 
Wir müssen neu das Heil unserer Seele und das Wohl der Menschen oben an stellen.
 
Ich werde in unserer geöffneten Kirche regelmäßig donnerstags ab 11 Uhr beten und im Anschluss
auch ansprechbar sein. Wer mit beten möchte ist herzlich eingeladen.
 
Unabhängig von dieser öffentlichen Möglichkeit am Donnerstag Vormittag sind wir natürlich aufgerufen im Gespräch mit Gott zu sein. Ständig, allein oder mit anderen, überall ist das möglich.
Uns sollten dabei gerade die Gefährdeten und die die sie pflegen und betreuen am Herzen liegen.
 
Die Herausforderung, über den eigenen Lebensstil nachzudenken sollten wir ernst nehmen.
Angesichts der Corona-Bedrohung sind wir bereit auch weitgehende Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Angesichts der unter Krieg, Ungerechtigkeit und Hunger leidenden Kinder z.B. tun wir uns da weit aus schwerer. Laut Unicef sterben täglich 15 000 Kinder auf der Welt an Hunger und Kriegsfolgen.
 
Am Freitag, als wir abends mit den Konfirmandeneltern zusammen kamen und schauen mussten, wie wir mit der diesjährigen Konfirmation umgehen war der neutestamentliche Lehrtext ein Spruch aus dem Galaterbrief: „Einer trage des anderen Last.“
 
Genau das ist es, was wir in dieser Situation sowohl der Corona-Pandemie als auch der Weltsituation zu bedenken haben und dann auch beherzt zu handeln haben.
 
Die notwendigen Schritte werden wir immer wieder neu im Gespräch und eigenen Entscheidungen zu finden haben, um die wir in Gesprächen und Gebeten ringen müssen.
 
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Hetezen und Sinne in Jesus Christus. Amen

 

 

 

Lied: Nun gehören unsre Herzen 93 alle 4

 

 

 

Abkündigungen

 

 

 

Lied: Korn, das in die Erde, 98 alle 3

 

 

 

Gebet:

 

 

 

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.
 
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
In der Stille bringen wir dir, was uns besonders bewegt.
(Stilles Gebet)
 
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
 
Gemeinsam beten wir:
 
Vater unser...

 

 

 

Lied: Bewahre uns Gott 171 alle 4

 

 

 

Segen

 

 

 

Nachspiel